US-Handelspolitik stürzt Exporteure in neue Unsicherheit
26.02.2026 - 07:19:09 | boerse-global.deDer Oberste Gerichtshof der USA kippte zentrale Zölle – doch die Erleichterung war kurz. Die US-Regierung verhängte umgehend neue Importzuschläge. Für Österreichs exportabhängige Wirtschaft beginnt damit eine neue Phase der Volatilität.
Supreme Court kassiert Trumps Zoll-Pfeiler
In einer wegweisenden Entscheidung urteilte der Supreme Court, die umfassende Anwendung von Zöllen überschreite die Befugnisse des Präsidenten. Das Gericht erklärte die auf dem Notstandsgesetz IEEPA basierenden Abgaben für rechtswidrig. Die US-Zollbehörde musste deren Erhebung einstellen. Bei Handelspartnern weltweit keimte kurz Hoffnung auf.
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Washington kontert mit neuem, breitem Aufschlag
Doch die Regierung schlug sofort zurück. Auf Basis eines anderen Gesetzes verhängte sie einen temporären Importzuschlag von 10 Prozent auf nahezu alle Waren. Dieser ist seit dieser Woche wirksam und soll zunächst 150 Tage gelten. Ankündigungen, den Satz möglicherweise auf 15 Prozent zu erhöhen, schüren die Verunsicherung weiter. Bereits bestehende sektorale Zölle, etwa auf Stahl, bleiben davon unberührt.
Österreichs Schlüsselindustrien unter Druck
Für Österreich ist die Entwicklung ein Schlag. Die USA sind ein Top-Handelspartner außerhalb der EU. Die wechselhafte Politik erschwert Investitionsplanungen massiv. Die Exporte in die USA waren bereits im ersten Halbjahr 2025 um 14,5 Prozent eingebrochen. Besonders betroffen sind der Maschinenbau, die Metallverarbeitung und die Automobilzulieferer.
Laut Wifo-Analyse ist der direkte BIP-Schaden mit 0,1 Prozent zwar überschaubar. Die indirekten Effekte treffen die Industrie jedoch viel härter. Viele heimische Betriebe liefern an deutsche oder italienische Konzerne, die stark in den USA engagiert sind. Über diese Wertschöpfungsketten schlagen die Zölle voll durch – der geschätzte Verlust liegt bei 0,56 Prozent.
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EU friert Handelsdeal ein
Brüssel reagierte prompt. Das Europäische Parlament setzte die Ratifizierung eines bereits ausgehandelten Handelsabkommens mit den USA aus. Abgeordnete wollen die Abstimmung über den Deal pausieren, bis Washington für Planungssicherheit sorgt. Die EU-Kommission fordert umgehend Klarheit über die künftige US-Strategie.
Was kommt nach den 150 Tagen?
Die größte Frage bleibt offen: Was passiert im Juli? Der neue Aufschlag ist befristet. Wird die US-Regierung eine Verlängerung durch den Kongress anstreben? Oder folgt dann eine ganz neue handelspolitische Linie? Für Unternehmen bedeutet dies weiterhin volatiles Terrain. Experten raten dringend zur Diversifizierung der Absatzmärkte und zur Überprüfung der Lieferketten. Planungssicherheit im globalen Handel ist zum raren Gut geworden.
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