US-Bundesstaat, Social-Media-Zügeln

US-Bundesstaat greift nach Social-Media-Zügeln für Jugendliche

19.02.2026 - 21:20:55 | boerse-global.de

Connecticut erwt ein scharfes Gesetz, um die Suchtgefahr von Plattformen wie Instagram und TikTok für Minderjährige einzudämmen. Es wäre eines der strengsten der USA.

Der Vorstoß zielt auf als ?suchterzeugend konstruiert? kritisierte Plattform-Funktionen ab. Diese hätten verheerende Folgen für Lernen, Beziehungen und psychische Gesundheit junger Menschen, so die Begründung von Generalstaatsanwalt William Tong. Er brachte den Gesetzentwurf gemeinsam mit Gouverneur Ned Lamont ein.

Das Gesetz würde Social-Media-Konzernen klare Auflagen machen. Die zentrale Neuerung: Plattformen müssten explizite elterliche Einwilligung einholen, bevor sie Nutzern unter 18 algorithmisch gesteuerte Inhalte anzeigen dürfen. Diese ?For-You?-Feeds gelten Kritikern als Haupttreiber exzessiver Nutzung.

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Weitere Schutzmaßnahmen sind eine Nachtruhe für Benachrichtigungen zwischen 21 und 8 Uhr sowie starke Datenschutzeinstellungen als Standard für Teenager-Accounts. Beim Öffnen einer App soll zudem ein Warnhinweis erscheinen, der auf potenzielle psychische Gesundheitsrisiken hinweist.

Connecticut folgt damit einem Trend in US-Bundesstaaten wie New York oder Kalifornien. Die Tech-Giganten sollen stärker für die Auswirkungen ihrer Plattformen auf Jugendliche zur Verantwortung gezogen werden.

Parallele Flut von Klagen gegen Meta, TikTok & Co.

Während die Politik neue Regeln schmiedet, rollt bereits eine gewaltige Prozesswelle durch US-Gerichte. Über tausend Schulbezirke und Kommunen haben Klagen gegen Meta (Facebook, Instagram), Google (YouTube), ByteDance (TikTok) und Snap eingereicht.

Ihr Vorwurf: Die Konzerne hätten ihre Plattformen wissentlich mit suchtfördernden Features ausgestattet. Dies habe eine beispiellose Jugendpsychiatrie-Krise befeuert und zwinge Schulen zu enormen Zusatzausgaben.

Der rechtliche Fokus liegt erstmals nicht auf den Inhalten, sondern auf dem Design der Plattformen selbst. Unendliches Scrollen, Push-Mitteilungen und algorithmische Empfehlungen seien gezielt darauf ausgelegt, zwanghaftes Nutzungsverhalten bei Teenagern zu erzeugen.

Ein Durchbruch gelang Klägern Anfang Februar: Ein Bundesrichter ließ eine Sammelklage aus Kentucky zu, die im Juni 2026 vor Geschworene kommt. Dieser ?Testfall? könnte den Ausgang Tausender ähnlicher Verfahren vorzeichnen.

Industrie reagiert mit freiwilligen Sicherheitsinitiativen

Unter dem Druck aus Politik und Justiz kündigen die Konzerne nun eigene Maßnahmen an. Meta, TikTok und Snap beteiligen sich an einem neuen Bewertungssystem für Jugendschutz, initiiert von der Mental Health Coalition.

Eine unabhängige Expertengruppe soll die Plattformen künftig benoten. Wer gut abschneidet, erhält ein Gütesiegel. Die Messaging-App Discord führt global ?Teen-by-default?-Einstellungen ein, die für jüngere Nutzer automatisch restriktivere Filter aktivieren.

Kritiker halten diese Schritte für unzureichend. Ohne gesetzlichen Zwang bleibe der Schutz lückenhaft, monieren sie. Die eigentliche Bewährungsprobe steht noch aus.

Monate der Entscheidungen

Die kommenden Monate werden die Debatte prägen. Die ?Testfall?-Prozesse und Gesetzesinitiativen wie in Connecticut werden genau beobachtet. Sie könnten die Verantwortung von Tech-Plattformen neu definieren.

Die Frage ist nicht mehr, ob reguliert wird, sondern wie. Der Druck wächst, denn Schulen müssen immer mehr Ressourcen für die Folgen von Angst, Depression und Konzentrationsstörungen bei Schülern aufwenden. Die Tech-Branche steht am Beginn einer neuen Ära.

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