Unitree peilt 20.000 Roboter-Auslieferungen an
19.02.2026 - 09:23:12 | boerse-global.deDer Wettlauf um menschenähnliche Roboter für den Massenmarkt hat eine neue Dynamik erreicht. Chinesische Hersteller setzen mit aggressiven Produktionszielen und einer neuen Standardisierungsplattform klare Signale für die globale Industrie.
Produktionsziel markiert Branchenwende
Unitree Robotics will den Schritt aus dem Labor in die breite Anwendung vollziehen. Das Unternehmen gab bekannt, 2026 bis zu 20.000 menschenähnliche Roboter ausliefern zu wollen. Das wäre fast eine Vervierfachung gegenüber den etwa 5.500 Einheiten aus 2025. Hinter dem ehrgeizigen Ziel steht ein gereifter Zulieferermarkt und sinkende Kosten für Schlüsselkomponenten.
Den Boden für die Ankündigung bereitete ein spektakulärer Auftritt. Bei der CCTV-Frühlingsgala führten Unitrees „G1“-Modelle komplexe autonome Aufgaben vor – von Kampfsport bis Trampolinspringen. Die verbesserte Stabilität und Bewegungsdynamik sorgte für einen sofortigen Anstieg von Kaufanfragen, wie das Unternehmen berichtet. Die Nachfrage kommt sowohl aus der Fabriklogistik als auch dem Unterhaltungssektor.
Offene Plattform soll Fragmentierung beenden
Während Unitree auf Masse setzt, treibt ein Konsortium die Standardisierung voran. Das Beijing Innovation Center of Humanoid Robotics (X-Humanoid) stellte am 16. Februar die Plattform „Embodied Tien Kung 3.0“ vor. Sie soll eines der größten Hindernisse der Branche überwinden: die Inkompatibilität proprietärer Hard- und Softwaresysteme.
Die Plattform bietet eine vollständige humanoide Roboterbasis mit hochdynamischer Bewegungskontrolle. Ihr Kern ist jedoch die „offene Ökosystem“-Architektur. Über die proprietäre KI-Plattform „Wise KaiWu“ will X-Humanoid eine standardisierte Schnittstelle für Entwickler schaffen. Das soll technische Hürden und F&E-Kosten für individuelle Roboteranwendungen senken. Beobachter sehen darin einen möglichen „Android-Moment“ für die Robotik.
Konsumentenmarkt rückt in Reichweite
Parallel zu den industriellen Entwicklungen in Asien formiert sich der Markt für Privathaushalte. Das norwegisch-amerikanische Unternehmen 1X Technologies hat Vorbestellungen für seinen Heimroboter „NEO“ geöffnet. Die Auslieferung soll noch 2026 beginnen. Mit einem Preis von rund 20.000 US-Dollar und einem Fokus auf das häusliche Umfeld unterscheidet sich der NEO deutlich von industriellen Modellen wie Teslas Optimus.
Aktualisierungen am „World Model“ der KI sollen die Fähigkeit verbessert haben, aus Videodaten zu lernen und Aufgaben in unstrukturierten Umgebungen zu verallgemeinern. Die frühe Adoption wird voraussichtlich auf Technik-Enthusiasten und Pilotprojekte beschränkt bleiben. Doch Preis und Formfaktor zeigen das klare Ziel, humanoide Roboter noch in diesem Jahrzehnt in Wohnzimmer zu bringen.
„Verkörperte KI“ als strategischer Fokus
Die Entwicklungen unterstreichen einen strategischen Schwenk hin zur „Embodied AI“ – der Integration fortschrittlicher KI in physische Roboter. China hat dieses Konzept 2025 in seinen Regierungsarbeitsbericht aufgenommen und damit zur nationalen Priorität erhoben. Die Folgen werden sichtbar: Chinesische Firmen stellen mittlerweile einen Großteil der weltweiten humanoiden Installationen.
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Die globale Liefermenge könnte 2026 die Zehntausender-Marke erreichen. Die schnellen Iterationszyklen bei Hardware wie der Unitree G1 deuten darauf hin, dass die mechanischen Fähigkeiten mit dem explosiven Wachstum der KI-Software Schritt halten. Die größte Hürde bleibt jedoch die vollautonome Handhabung in unvorhersehbaren Umgebungen. Das zuverlässige Greifen verschiedenster Objekte ohne menschliche Fernsteuerung ist weiterhin der Fokus von Forschungsanstrengungen.
Markt spaltet sich auf
Für das weitere Jahr 2026 zeichnet sich eine Aufspaltung des Marktes ab. Günstige, in Massen produzierte Einheiten wie von Unitree dürften schnell in Bildung, Forschung und leichten Dienstleistungen Fuß fassen. Hochleistungsplattformen wie die Tien Kung 3.0 zielen dagegen auf komplexe industrielle Anwendungen mit hoher Präzision und Traglast.
Mit stabilisierenden Lieferketten und historisch hohen Produktionszielen wird 2026 zum Jahr, in dem humanoide Roboter vom Kuriosum zum Werkzeug werden. Der Fokus im nächsten Quartal wird sich voraussichtlich auf Software-Ökosysteme verlagern. Die Hersteller suchen nach den „Killer-Apps“, die den Einsatz dieser Maschinen in Fabriken und Haushalten weltweit rechtfertigen.
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