Uniper, Rettung

Uniper schüttet erstmals seit Rettung Dividende aus

12.03.2026 - 00:00:19 | boerse-global.de

Der Energiekonzern Uniper schlägt eine Dividende von 72 Cent pro Aktie für 2025 vor und signalisiert damit die Rückkehr zur finanziellen Normalität. Zugleich treibt das Unternehmen Milliardeninvestitionen in die Energiewende voran.

Uniper schüttet erstmals seit Rettung Dividende aus - Foto: über boerse-global.de
Uniper schüttet erstmals seit Rettung Dividende aus - Foto: über boerse-global.de

Der Energiekonzern Uniper will erstmals seit seiner Staatsrettung vor vier Jahren wieder eine Dividende zahlen. Der fast vollständig dem Bund gehörende Konzern schlägt 72 Cent pro Aktie für 2025 vor – ein starkes Signal für die Rückkehr an den Kapitalmarkt.

Finanzielle Normalisierung nach der Krise

Auf der Jahrespressekonferenz präsentierte das Düsseldorfer Unternehmen die Zahlen für 2025 als Übergang von außergewöhnlichen Krisengewinnen zu normalisiertem Geschäft. Das bereinigte EBITDA lag bei 1,097 Milliarden Euro und entsprach damit den Prognosen. Das ist ein deutlicher Rückgang gegenüber 2024 (2,612 Milliarden Euro), einem Jahr mit extrem hohen Margen im Stromhandel.

Der bereinigte Jahresübersuss belief sich auf 544 Millionen Euro, nach 1,653 Millionen Euro im Vorjahr. Die Führung betonte, dass diese normalisierten Zahlen die Widerstandsfähigkeit des neuen Portfolios belegten. Die finanzielle Basis bleibt robust: Die wirtschaftliche Netto-Cash-Position lag Ende 2025 bei 2,823 Milliarden Euro.

Anzeige

Während Großkonzerne wie Uniper ihre Milliarden-Investitionen strategisch planen, können auch mittelständische Unternehmen ihre Liquidität durch steuerliche Optimierungen deutlich steigern. Wie Sie das Wachstumschancengesetz und die degressive AfA für Ihren Erfolg nutzen, zeigt dieser kostenlose Leitfaden. Wachstumschancengesetz 2024: So holen Sie sich mit degressiver AfA mehr Liquidität zurück

Die Segmente entwickelten sich unterschiedlich. Die Green Generation steigerte ihr EBITDA deutlich auf 626 Millionen Euro, unter anderem dank besserer Verfügbarkeit von Kern- und Wasserkraft. Die Flexible Generation hingegen fiel auf 596 Millionen Euro zurück, was die allgemeine Normalisierung der Energiepreise in Europa widerspiegelt.

Dividende ebnet Weg für Reprivatisierung

Die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung ist mehr als ein finanzielles Zeichen – es ist ein strategischer Wendepunkt. Während der Energiekrise 2022 wurde Uniper verstaatlicht, um einen Kollaps der Gasversorgung zu verhindern. Die EU-Kommission hatte Dividendenzahlungen damals strikt untersagt.

Dieses Verbot wurde erst im Dezember 2025 aufgehoben, nachdem der Bundestag das Energiesicherungsgesetz angepasst hatte. Ein wichtiger Meilenstein war die vollständige Rückzahlung von 2,551 Milliarden Euro an den Bund im März 2025.

Für die geplante Rückkehr an den Kapitalmarkt ist eine zuverlässige Dividendenpolitik essenziell. Laut EU-Auflagen muss der deutsche Staat seinen Anteil bis 2028 auf maximal 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren. Finanzexperten sehen in der angekündigten Dividende einen notwendigen Schritt, um private Investoren für einen Börsengang oder Verkauf zu gewinnen.

Milliarden-Investitionen in die Energiewende

Neben der finanziellen Gesundung treibt Uniper seine strategische Transformation voran. 2025 senkte der Konzern seine direkten CO?-Emissionen um 20 Prozent auf 11,9 Millionen Tonnen, vor allem durch den Kohleausstieg.

Bis Ende des Jahrzehnts plant das Unternehmen Investitionen von insgesamt 5 Milliarden Euro. Mehr als die Hälfte davon, über 2,5 Milliarden Euro, sind für den deutschen Markt vorgesehen. Der Fokus liegt auf dem Bau hocheffizienter, wasserstofftauglicher Gaskraftwerke. Diese sollen die schwankende Einspeisung aus erneuerbaren Energien ausgleichen.

Anzeige

Große Investitionsprojekte in die Energiewende erfordern eine präzise steuerliche Behandlung aller Anlagegüter, um keine finanziellen Mittel zu verschenken. Erfahren Sie im gratis Spezialreport, welche oft übersehenen Sonderabschreibungen Ihre Steuerlast effektiv senken können. Abschreibung von A-Z: Jetzt kostenlosen Spezialreport sichern

Um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten, hat Uniper seine Beschaffungsstrategie komplett umgestellt. Das Unternehmen schloss langfristige Gaslieferverträge über rund 110 Terawattstunden mit globalen Partnern wie OMV Petrom und ConocoPhillips ab. Diese Diversifizierung soll geopolitische Risiken minimieren.

Vorsichtiger Ausblick für 2026

Für das laufende Jahr zeigt sich die Führung vorsichtig optimistisch. Für 2026 wird ein bereinigtes EBITDA zwischen 1,0 und 1,3 Milliarden Euro erwartet. Der bereinigte Jahresübersuss soll zwischen 350 und 600 Millionen Euro liegen. Das erste Quartal könnte bis zu 40 Prozent zum Jahresergebnis beitragen.

Der europäische Energiemarkt beobachtet Unipers Erholung genau. Die Fähigkeit des Konzerns, eine Netto-Cash-Position von 2,8 Milliarden Euro zu halten und gleichzeitig Milliardensummen in die grüne Transformation zu investieren, gilt als Indikator für die Erholung des deutschen Industriesektors.

Mit der Dividendenankündigung, der Schuldenrückzahlung und den massiven Investitionsplänen positioniert sich Uniper neu als zentraler Akteur der europäischen Energiewende. Die Hauptversammlung soll der Dividende von 72 Cent pro Aktie am 20. Mai 2026 endgültig zustimmen.

Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.

 <b>Hol dir jetzt den Wissensvorsprung der Aktien-Profis.</b>

Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt anmelden.
Für. Immer. Kostenlos

boerse | 68660633 |