Union, Vermögensteuer

Union lehnt Vermögensteuer strikt ab – Mittelstandsfamilien im Fokus

09.02.2026 - 00:01:12

Die CDU/CSU bekräftigt ihre Ablehnung einer Vermögensteuer und sieht Gefahren für Investitionen und den Wirtschaftsstandort. Die Debatte folgt auf ein Konzept der Linkspartei, das auf eine DIW-Studie verweist.

Die CDU/CSU bekräftigt ihre Ablehnung einer Vermögensteuer und warnt vor schweren Schäden für den Wirtschaftsstandort. Die Debatte entzündete sich an einem neuen Vorstoß der Linkspartei.

Die Position der Union ist klar: Eine Steuer auf Vermögenssubstanz würde das Rückgrat der deutschen Wirtschaft, den Mittelstand, treffen und dringend benötigte Investitionen abwürgen. Diese klare Ansage folgt auf ein detailliertes Konzept der Linkspartei, das auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) gestützt wird. Der Konflikt offenbart einen der tiefsten ideologischen Gräben in der deutschen Finanzpolitik.

Mittelstand als zentrales Argument im Steuerstreit

Im Zentrum der Kritik von CDU und CSU stehen die befürchteten Belastungen für Familienunternehmen. Der finanzpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Fritz Güntzler, betont, dass ein Großteil des Vermögens hierzulande nicht liquide sei. Statt auf Konten liege es in Maschinen, Fabrikhallen und Arbeitsplätzen gebunden.

„Eine Steuer auf diese Substanz zwingt Betriebe, Liquidität aus dem laufenden Geschäft abzuzweigen“, so Güntzler. Das gehe unweiglich zu Lasten von Investitionen in Innovation und Zukunftsfähigkeit. Sein Fraktionskollege Mathias Middelberg sieht darin eine direkte Gefahr für den Standort. Viele Unternehmen müssten die Abgabe aus ihrer Substanz finanzieren, was Investitionen in die Transformation bremse und Verlagerungen ins Ausland beschleunigen könnte.

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DIW-Studie als Auslöser: Linke sieht 100 Milliarden Euro Potenzial

Die vehemente Reaktion der Union wurde durch einen Vorstoß der Linkspartei am 6. Februar ausgelöst. Die Partei legte ein Konzept vor, das sich auf eine DIW-Studie stützt. Den Berechnungen zufolge könnten jährlich über 100 Milliarden Euro zusätzlich in die Länderkassen fließen.

Das Modell der Linken sieht hohe Freibeträge vor: Privatvermögen bis zu einer Million Euro und Betriebsvermögen bis fünf Millionen Euro blieben steuerfrei. Darüber würde ein progressiver Steuersatz greifen. Die Befürworter argumentieren, die Steuer sei nötig, um extreme Vermögensungleichheit abzubauen und Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Klimaschutz zu finanzieren.

Bedenken: Kapitalflucht und bürokratischer Monsteraufwand

Neben der direkten Belastung für Unternehmen führen Gegner weitere volkswirtschaftliche Risiken ins Feld. Die größte Sorge: Kapitalflucht. Wirtschaftsverbände und die Union warnen, vermögende Privatpersonen und Unternehmer könnten ihr Kapital ins Ausland verlagern. Das würde die deutsche Steuerbasis aushöhlen.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der immense administrative Aufwand. Die Bewertung von nicht-börsennotierten Unternehmensanteilen oder Immobilien sei kompliziert, teuer und rechtlich anfechtbar. Genau diese Bewertungsprobleme waren 1997 ein Grund für die Aussetzung der Steuer nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Die Union hält diese Hürden für ungelöst.

Tiefe ideologische Gräben und ungewisse Zukunft

Die Debatte zeigt den fundamentalen Unterschied zwischen den politischen Lagern. Für Linke, Teile der SPD und Grünen ist die Vermögensteuer ein Instrument für mehr Gerechtigkeit und staatliche Handlungsfähigkeit. Für Union und FDP hat der Schutz von Eigentum und unternehmerischer Freiheit oberste Priorität.

Eine Wiedereinführung in naher Zukunft ist mit der Union an der Regierung unwahrscheinlich. Doch der Ruf nach einer stärkeren Beteiligung großer Vermögen wird angesichts der Investitionslasten für Klima und Soziales nicht verstummen. Die DIW-Studie der Linken setzt die Gegner unter Druck, eigene Lösungen für die fiskalischen Herausforderungen zu präsentieren. Der Vermögensteuer-Streit bleibt ein zentraler politischer Zankapfel.

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