Uniklinik Ulm: Mit Ganzheitlicher Medizin gegen den Krebs
30.01.2026 - 12:52:12Die Uniklinik Ulm etabliert ein bundesweit beachtetes Modell, das Spitzenmedizin mit Lebensstil-Therapie verbindet. Ziel ist es, Krebspatienten von passiven Empfängern zu aktiven Gestaltern ihrer Genesung zu machen.
Vom OP-Saal in die Tagesklinik: Ein Chirurg ändert seine Sicht
Professor Dr. Klaus Kramer, eigentlich Tumorchirurg, erkannte ein fundamentales Problem. „Die technische Entfernung eines Tumors gelang oft perfekt“, so die Beobachtung des Klinikleiters. „Doch danach standen viele Patienten allein da – ohne Wegweiser, wie sie ihre eigene Gesundheit stärken und einen Rückfall verhindern können.“ Diese Lücke füllt seine Abteilung für Integrative Medizin heute systematisch.
Der Ansatz unterscheidet zwischen Pathogenese, der Suche nach Krankheitsursachen, und Salutogenese, der Frage nach den Ursprüngen von Gesundheit. Beide Perspektiven ergänzen sich: Während die Schulmedizin akut eingreift, befähigt das Ulmer Modell die Patienten, selbst aktiv zu werden. Im Fokus stehen vier oft vernachlässigte Säulen: Ernährung, Bewegung, Stressmanagement und soziale Einbindung.
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Wissenschaft statt Wellness: Das 10-Wochen-Programm
Herzstück ist eine spezielle Tagesklinik mit einem zehnwöchigen Kurs in Mind-Body-Medizin. Dies ist kein esoterisches Wellness-Angebot, sondern eine evidenzbasierte Therapie, direkt eingebettet in onkologische Abläufe. Das Programm richtet sich an schwer erkrankte Krebspatienten.
Der Mix aus Meditation, Yoga, Ernährungsberatung und moderatem Training hat klare Ziele: Er soll Nebenwirkungen wie Fatigue und Übelkeit lindern und die psychische Widerstandskraft stärken. Initiativen wie „PRIME-DC“ (Prähabilitative Integrative Medizinische Tagesklinik) bereiten Patienten sogar vor einer Operation physisch und mental vor – eine Strategie, die postoperative Ergebnisse signifikant verbessern kann.
Blaupause für Deutschland: Verankert im Klinikalltag
Was das „Ulm-Modell“ einzigartig macht, ist seine tiefe strukturelle Integration. Die Abteilung arbeitet nicht isoliert, sondern eng verzahnt mit der Chirurgie. So werden ganzheitliche Konzepte fester Bestandteil des Therapieplans, nicht bloß „Alternativmedizin“.
Große Stiftungen wie die Software AG-Stiftung, die Mahle-Stiftung und die dm-Werner Stiftung unterstützen das Projekt finanziell. Diese Förderung ermöglichte die Entwicklung qualitätsgesicherter Behandlungsempfehlungen (KIM-BW), die als Blaupause für andere Kliniken in Baden-Württemberg und ganz Deutschland dienen könnten.
Trend „Onkologie 4.0“: Patient wird vom Objekt zum Subjekt
Die Entwicklung in Ulm spiegelt einen europaweiten Trend zur „Onkologie 4.0“, in der Lebensqualität und Patientensouveränität neben der Überlebensrate an Bedeutung gewinnen. Studien zeigen: Bis zu 80 Prozent der Krebspatienten interessieren sich für komplementäre Therapien, doch nur wenige erhalten dazu evidenzbasierte Beratung ihres Arztes.
Die Uniklinik holt diese Angebote aus dem unregulierten Markt in den sicheren Rahmen der Hochschulmedizin. Durch prospektive Register wie „PRIO“ validiert sie die Wirksamkeit und treibt die wissenschaftliche Standardisierung voran – weg von Einzelerfolgen, hin zu reproduzierbarer Praxis.
Ausblick: Wann zahlen die Kassen?
Die Expansion des Modells scheint wahrscheinlich. Mit der wachsenden Evidenz für Prähabilitation und Stressmanagement rechnen Experten damit, dass Kostenträger solche multimodalen Programme künftig in ihre Regelversorgung aufnehmen könnten.
Für 2026 plant die Abteilung, die Kapazitäten der Tagesklinik auszubauen und weitere Daten aus ihren Registern zu publizieren. In einer Zeit des Rufs nach personalisierter Medizin positioniert sich die Uniklinik Ulm mit ihrer Doppelstrategie aus Hightech-Chirurgie und mitmenschlicher Heilkunde als wegweisendes Referenzzentrum.
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