UBTech-Roboter starten bei Airbus in Europa durch
19.01.2026 - 09:34:12Chinesische Humanoid-Roboter erobern erstmals europäische Flugzeugfabriken. Der Roboterhersteller UBTech liefert seine Walker S2-Modelle an Airbus – ein strategischer Durchbruch für die Automatisierung.
Shenzhen/Toulouse – Die europäische Luftfahrtindustrie setzt einen wegweisenden Automatisierungsschritt. Der chinesische Robotikspezialist UBTech Robotics hat einen Großauftrag vom Airbus-Konzern erhalten. Die Humanoid-Roboter vom Typ Walker S2 sollen in den Flugzeugwerken des europäischen Herstellers komplexe Montagearbeiten übernehmen. Die Vereinbarung markiert den Übergang der Technologie von der Forschung in den industriellen Hochleistungseinsatz.
Airbus setzt auf menschliche Roboterform
Die Partnerschaft sieht vor, dass die Walker S2-Roboter speziell für die Luftfahrtfertigung weiterentwickelt und eingesetzt werden. Airbus hat die Modelle gekauft, um gemeinsam mit UBTech Anwendungen zu erforschen. Konkrete Stückzahlen und der finanzielle Umfang wurden nicht genannt.
Seit August 2024 gelten in der EU neue Regeln für KI-Systeme – und Unternehmen, die KI in Produktionsrobotern einsetzen, riskieren erhebliche Pflichten und mögliche Sanktionen, wenn sie diese Vorgaben ignorieren. Gerade das Beispiel UBTech/Airbus zeigt: Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und ausführliche Dokumentationsanforderungen betreffen Hersteller, Integratoren und Betreiber. Der kostenlose Umsetzungsleitfaden zur EU‑KI‑Verordnung erklärt praxisnah, wie Sie Ihr System richtig klassifizieren, notwendige Nachweise anlegen und Übergangsfristen einhalten. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden herunterladen
Die Humanoiden sollen dort arbeiten, wo klassische Automatisierung an Grenzen stößt: in engen Flugzeugrümpfen und bei Aufgaben, die menschliche Geschicklichkeit erfordern. Branchenbeobachter werten dies als starkes Signal für den Einzug der „embodied AI“ in die Industrie. Roboter in Menschengestalt können in Arbeitsumgebungen eingesetzt werden, die für menschliche Arbeiter gebaut wurden.
Für UBTech ist es der zweite große internationale Industriepartner nach einer Vereinbarung mit dem US-Chiphersteller Texas Instruments. Das Unternehmen verfolgt eine globale Expansionsstrategie in fünf Schlüsselsektoren: Luftfahrt, Automobil, Elektronik, Logistik und Halbleiter.
Der Walker S2: Gebaut für den 24-Stunden-Betrieb
Das für Industriezwecke konzipierte Modell Walker S2 ist etwa 1,76 Meter groß und kann Lasten bis zu 15 Kilogramm tragen. Entscheidend für den Fabrikeinsatz ist seine Auslegung für den Dauerbetrieb. Ein weltweit einzigartiges, autonomes Batteriewechselsystem minimiert Stillstandszeiten – eine Grundvoraussetzung für durchgehende Fertigungszyklen.
Technisch basiert der Roboter auf UBTechs eigener „Co-Agent“-KI. Sie vereint visuelle Erkennung, semantische Kartierung und präzise Bewegungssteuerung. So kann der Roboter seine Umgebung wahrnehmen, sich in dynamischen Fabrikhallen bewegen und filigrane Handgriffe ausführen.
Die Serienproduktion läuft bereits auf Hochtouren. Im Werk in Liuzhou rollte Ende Dezember bereits die 1.000ste Einheit vom Band. Neben Airbus setzen auch andere Industriegrößen wie der Elektroauto-Pionier BYD und der Elektronikhersteller Foxconn den Walker S2 ein – etwa für Sicherheitsgurt-Kontrollen, Türschloss-Tests oder Materialtransport.
Finanzielle Dynamik und Marktsignal
Die Nachricht vom Airbus-Deal beflügelte die Anleger. Am Montag schnellten die Aktien von UBTech an der Hongkonger Börse um rund 8 Prozent nach oben. Das spiegelt das wachsende Vertrauen in die kommerzielle Tragfähigkeit der Humanoid-Robotik.
Die Geschäfte laufen gut: Die Aufträge für UBTechs Humanoiden überstiegen 2025 bereits einen Wert von 1,4 Milliarden Yuan (rund 201 Millionen Euro). Für 2026 hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt: die Produktion Zehntausender Industrieroboter, um die weltweit steigende Nachfrage zu bedienen.
Die Partnerschaft mit Airbus fungiert als wichtiges „Proof of Concept“ für den europäischen Markt. Für chinesische Technologieunternehmen ist ein Auftrag von einem europäischen Top-Hersteller ein entscheidender Vertrauensbeweis in puncto Qualität und Zuverlässigkeit.
Regulatorische Hürden und Sicherheitsfragen
Der Einsatz in Europa bringt strenge Auflagen mit sich. Die Roboter müssen die hohen EU-Sicherheitsstandards erfüllen, insbesondere die ab Januar 2027 geltende neue Maschinenverordnung. Sie schreibt verbindliche Anforderungen für autonome mobile Maschinen und KI-basierte Sicherheitsfunktionen vor.
Die Zusammenarbeit von UBTech und Airbus wird daher intensive Sicherheitstests umfassen. Es geht um den sicheren Betrieb als „Cobot“ (kollaborativer Roboter) Seite an Seite mit Menschen. UBTech betont, dass entsprechende Sicherheitsprotokolle bereits in die Sensorik und Steuerung des Walker S2 integriert sind.
Eine erfolgreiche Integration bei Airbus könnte die Tür für ähnliche Technologien in der gesamten europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie öffnen. Analysten erwarten, dass 2026 zum entscheidenden Jahr wird, in dem Pilotprojekte in den Regelbetrieb übergehen. UBTech will seine internationale Präsenz weiter ausbauen und trotz scharfer Konkurrenz durch Tesla’s Optimus oder Boston Dynamics’ Atlas in Europa und den USA Fuß fassen.
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