UALink-Konsortium, KI-Hardware

UALink-Konsortium: KI-Hardware 2026, Massenmarkt 2027

20.02.2026 - 21:49:54 | boerse-global.de

Der offene Standard Ultra Accelerator Link (UALink) für KI-Chips rückt näher. Erste Hardware soll noch 2026 erscheinen, doch die breite Markteinführung in großen Plattformen könnte sich bis 2027 verzögern. Das ist das Ergebnis aktueller Branchengespräche.

Hinter der Initiative steht ein mächtiges Konsortium aus Tech-Giganten wie AMD, Google, Intel und Microsoft. Ihr Ziel: Eine offene Alternative zu proprietären Systemen im milliardenschweren KI-Markt schaffen. UALink soll die Kommunikation zwischen Tausenden KI-Beschleunigern in einem Rechenverbund standardisieren und so Effizienz und Flexibilität steigern.

Offener Standard gegen Nvidias Dominanz

Die strategische Bedeutung des Projekts ist enorm. UALink stellt einen direkten Angriff auf Nvidias geschlossenes Ökosystem dar, das durch den proprietären NVLink-Standard dominiert. Ein offener Standard soll Abhängigkeiten von einzelnen Anbietern verringern, die Wahlfreiheit für Rechenzentren erhöhen und durch mehr Wettbewerb potenziell die Kosten senken.

Die technische Grundlage bildet die UALink 1.0-Spezifikation. Sie ermöglicht Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen bis zu 1.024 Beschleunigern in einem KI-Pod. Gegründet wurde das Konsortium bereits 2024; inzwischen zählt es über 85 Mitglieder.

Hardware-Roadmap: Erst Produkte, dann Plattformen

Aktuell konzentriert sich die Branche auf die konkrete Zeitplanung. Einem Branchenbericht zufolge könnte die Massenproduktion von AMDs neuer Instinct-MI455X-Generation, die UALink nutzen soll, in 2027 starten. Ein AMD-Vizepräsident widersprach dem jedoch teilweise: Die geplanten Helios-Rack-Lösungen des Unternehmens seien weiter „zielgerichtet für das zweite Halbjahr 2026“ unterwegs.

Der CEO des Connectivity-Spezialisten Astera Labs brachte eine differenzierte Sicht ein. Seiner Einschätzung nach wird die UALink-Ökosphäre zwar starken Zuspruch erhalten, die ersten Kundenplattformen aber wohl erst 2027 hochfahren. Es zeichnet sich also ein gestaffelter Rollout ab: Erste Hardware und Mustersysteme 2026, gefolgt von der breiten kommerziellen Adoption 2027.

Deutsche Perspektive: Chancen für SAP, Telekom & Co.

Für deutsche Unternehmen wie SAP, die Telekom oder DAX-Konzerne mit eigenen KI-Ambitionen ist diese Entwicklung hochrelevant. Ein offener Standard könnte es erleichtern, Rechenzentren mit Hardware verschiedener Hersteller zu bestücken – ähnlich wie bei herkömmlichen Servern heute. Das erhöht die Verhandlungsmacht und senkt die Risiken bei Lieferengpässen.

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UALink konzentriert sich als „Scale-up“-Lösung auf die Performance innerhalb eines Server-Racks. Ergänzt wird es durch die Arbeit des Ultra Ethernet Consortiums (UEC), das einen offenen Standard für die Vernetzung zwischen Racks („Scale-out“) entwickelt. Zusammen könnten sie das Fundament für die KI-Rechenzentren der Zukunft legen.

Ausblick: Arbeit an der nächsten Generation

Während die ersten UALink-fähigen Switches und Beschleuniger 2026 erwartet werden, arbeitet das Konsortium bereits an der nächsten Spezifikationsstufe. Geplant sind unter anderem erweiterte Systemverwaltung, Integration mit Chiplet-Standards und Unterstützung für „In-Network Collectives“ zur weiteren Beschleunigung von KI-Workloads.

Die Ankunft der ersten UALink-Hardware markiert einen Wendepunkt. Sie signalisiert den Beginn einer neuen Ära: offener, interoperabler und skalierbarer KI-Infrastruktur. Ob der Zeitplan hält, wird die Branche genau beobachten.

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