TVöD, Wahl

TVöD startet 2026 mit Wahl zwischen mehr Geld oder mehr Urlaub

14.02.2026 - 02:30:12

Im öffentlichen Dienst können Beschäftigte wählen: eine freiwillige 42-Stunden-Woche mit Zuschlag oder zusätzliche Urlaubstage statt Sonderzahlung. Die Flexibilisierung soll den Fachkräftemangel bekämpfen.

Millionen Beschäftigte im öffentlichen Dienst können ab sofort flexibel entscheiden: mehr Gehalt oder mehr Freizeit. Diese Wahlmöglichkeit ist das Kernstück der aktuellen TVöD-Tarifrunde und soll den öffentlichen Sektor als Arbeitgeber attraktiver machen.

Seit Januar haben Angestellte von Bund und Kommunen zwei neue Optionen. Sie können ihre Arbeitszeit vorübergehend auf bis zu 42 Stunden erhöhen oder Teile ihrer Jahressonderzahlung in zusätzliche Urlaubstage umwandeln. Die Maßnahmen reagieren auf den Fachkräftemangel und unterschiedliche Lebensphasen der Belegschaft.

42-Stunden-Woche: Freiwillig mehr arbeiten für Extra-Geld

Eine zentrale Neuerung ist die freiwillige Arbeitszeiterhöhung. Auf Basis einer befristeten Vereinbarung können Beschäftigte ihre Wochenarbeitszeit auf bis zu 42 Stunden steigern. Voraussetzung ist die Zustimmung beider Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Die Vereinbarung gilt für maximal 18 Monate und ist verlängerbar. Finanziell lohnt sich das Modell: Neben dem normalen Stundenlohn gibt es einen Zuschlag.
* Für die Entgeltgruppen E 1 bis E 9b: 25 Prozent des Stundenentgelts.
* Für die Entgeltgruppen E 9c bis E 15: 10 Prozent des Stundenentgelts.

Ausgenommen von dieser Regelung sind Mitarbeiter in der Probezeit.

Die Alternative: Drei Extra-Urlaubstage statt Geld

Wer lieber mehr Freizeit möchte, kann einen Teil seiner Jahressonderzahlung in bis zu drei zusätzliche Urlaubstage tauschen. Diese Option zielt gezielt auf eine bessere Work-Life-Balance ab.

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Sie unterstreicht den Wandel im öffentlichen Dienst weg von starren Vorgaben. In einigen Bereichen, wie kommunalen Krankenhäusern, könnte die Inanspruchnahme jedoch aus betrieblichen Gründen eingeschränkt sein. Ab 2027 kommt für alle ohnehin ein weiterer Urlaubstag hinzu.

Hintergrund: Antwort auf den Fachkräftemangel

Die neuen Wahlmodelle sind ein Ergebnis der Tarifverhandlungen von 2025. Sie sind die strategische Antwort der Tarifparteien auf den verschärften Wettbewerb um qualifiziertes Personal.

Neben dieser Flexibilisierung sieht der Tarifvertrag weitere finanzielle Verbesserungen vor: Zum 1. Mai 2026 folgt die zweite Stufe der vereinbarten Gehaltserhöhung. Dann steigen die Tabellenentgelte um weitere 2,8 Prozent.

Blaupause für die Arbeitswelt der Zukunft?

Die Einführung markiert eine bedeutende Modernisierung. Der oft als starr kritisierte öffentliche Dienst zeigt sich anpassungsfähig. Experten sehen darin einen notwendigen Schritt, um im Wettbewerb zu bestehen.

Das Thema Flexibilisierung ist branchenübergreifend aktuell. Auch in den parallel laufenden Tarifverhandlungen für die Länder (TV-L) spielt Arbeitszeitgestaltung eine zentrale Rolle. Die TVöD-Regeln könnten so zur Blaupause für künftige Modelle werden.

Die Praxis wird zeigen, wofür sich die Beschäftigten mehrheitlich entscheiden. Die Nutzungsquoten werden wertvolle Erkenntnisse für die nächste große Tarifrunde im Jahr 2027 liefern. Bewähren sich die Modelle, ist eine weitere Ausweitung der Flexibilität wahrscheinlich.

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