TV-L-Verhandlungen, Warnstreiks

TV-L-Verhandlungen: Warnstreiks legen Bildung und Nahverkehr lahm

03.02.2026 - 20:34:11

Gewerkschaften fordern 7 Prozent mehr Lohn für 2,2 Millionen Landesbeschäftigte. Die entscheidende Verhandlungsrunde Mitte Februar wird über weitere Streiks entscheiden.

Tausende Beschäftigte im Sozial- und Bildungsbereich sind diese Woche bundesweit in den Ausstand getreten. Sie eskalieren damit den Tarifkonflikt für die rund 2,2 Millionen Angestellten der Bundesländer. Hintergrund ist der festgefahrene Streit um eine angemessene Lohnentwicklung.

Verhandlungsstillstand provoziert Proteste

Der aktuelle Ausstand ist eine direkte Reaktion auf die zweite, ergebnislose Verhandlungsrunde Mitte Januar. Die Gewerkschaften ver.di und GEW fordern 7 Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich, bei einer zwölfmonatigen Laufzeit. Die Arbeitgeberseite, die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), legte bislang noch kein eigenes Angebot vor. Diese Taktik werten die Gewerkschaften als respektlosen Verzögerungskurs, der auf reale Lohnkürzungen hinauslaufe.

„Die Beschäftigten sind wütend und fühlen sich hingehalten“, so die einhellige Gewerkschaftsmeinung. Die Forderung nach einer deutlichen Gehaltserhöhung sei nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch der Zukunftssicherung. Nur mit attraktiven Löhnen ließe sich der dramatische Fachkräftemangel in Kitas, Schulen und sozialen Diensten bekämpfen.

Anzeige

Viele Personalräte machen bei Dienstvereinbarungen vermeidbare Fehler – und verlieren dadurch Verhandlungsstärke. Dieser kostenlose Leitfaden bietet fertige Muster-Dienstvereinbarungen, rechtssichere Formulierungen und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Verhandlungen im öffentlichen Dienst. Ideal für Personalräte, Betriebsräte und Personalverantwortliche in Ländern, Kommunen und Kitas, die schnell verbindliche Regelungen vereinbaren möchten. Jetzt Muster-Dienstvereinbarung gratis herunterladen

Koordinierte Streikwelle zeigt Macht der Gewerkschaften

Die Gewerkschaften demonstrierten ihre Schlagkraft mit einer koordinierten Streikwelle. Am Montag, dem 2. Februar, legten Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr in fast allen Bundesländern Busse und Bahnen lahm. Einen Tag später folgte der bundesweite „Streiktag Bildung“.

Rund 12.000 Pädagogen, Sozialarbeiter und Wissenschaftler beteiligten sich an Kundgebungen. Sie sendeten eine klare Botschaft an die Arbeitgeber: Die Belegschaft ist geeint und zu einem langen Arbeitskampf bereit, falls ihre Forderungen weiter ignoriert werden.

Kern des Konflikts: Lohn versus Sparkurs

Im Zentrum des Streits klafft eine große Lücke zwischen den Gewerkschaftsforderungen und der finanziellen Lage der Länder. Die Gewerkschaften pochen auf einen Abschluss, der mit den jüngsten Tariferhöhungen im Bundes- und Kommunalbereich Schritt hält und die Inflation ausgleicht. Ein längerfristiger Vertrag mit nur minimalen Erhöhungen käme aus ihrer Sicht einem realen Lohnverzicht gleich.

Die Arbeitgeberseite, vertreten durch die Länderfinanzminister, steht unter immensem Sparzwang. Ihr anfängliches Verhandlungsziel deutet auf eine sehr viel längere Laufzeit von bis zu 29 Monaten mit geringeren Erhöhungen hin. Aus Gewerkschaftssicht ist das reine Austeritätspolitik, die die Last knapper Landeshaushalte auf die Schultern der Beschäftigten abwälzt.

Entscheidende Verhandlungsrunde steht bevor

Alles hängt nun an der dritten Verhandlungsrunde vom 11. bis 13. Februar in Potsdam. Die Gewerkschaften erwarten dort ein ernsthaftes, verhandelbares Angebot der TdL. Sollte dies ausbleiben, droht eine weitere Eskalation mit flächendeckenden und möglicherweise längeren Streiks.

Der Ausgang wird richtungsweisend sein. Steht Deutschland vor einem nachhaltigen Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder? Oder gelingt in Potsdam der Kompromiss, der dringend benötigte Perspektiven für die Beschäftigten schafft und die Qualität der öffentlichen Dienste sichert? Die nächste Woche wird es zeigen.

Anzeige

PS: Wenn es jetzt hart auf hart kommt, brauchen Betriebs- und Personalräte starke Vorlagen: Das kostenlose E-Book enthält Muster-Dienstvereinbarungen, Checklisten und konkrete Verhandlungs-Tipps speziell für den öffentlichen Dienst. Mit den Vorlagen können Sie rasch rechtsverbindliche Regelungen aushandeln und die Interessen Ihrer Beschäftigten effektiver durchsetzen. Dienstvereinbarung-Vorlage kostenlos sichern

@ boerse-global.de