TUM-Studie, Männer

TUM-Studie: Ältere Männer bei E-Bike-Unfällen extrem gefährdet

01.04.2026 - 07:40:13 | boerse-global.de

Eine Studie der TU München zeigt, dass ältere Männer bei E-Bike-Unfällen das höchste Risiko für schwere Verletzungen tragen. Die Debatte um eine Helmpflicht gewinnt an Dringlichkeit.

TUM-Studie: Ältere Männer bei E-Bike-Unfällen extrem gefährdet - Foto: über boerse-global.de

Eine neue Studie der Technischen Universität München (TUM) schlägt Alarm: Ältere Männer tragen bei E-Bike-Stürzen das höchste Risiko für schwere Verletzungen. Fast alle Patienten, die nach einem Unfall auf der Intensivstation landeten, waren Männer mit einem Durchschnittsalter von 77 Jahren. Ein erschreckendes Detail: Keiner von ihnen trug einen Helm.

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Die folgenschwere Risiko-Kombination

Die Forscher analysierten Daten von 103 verletzten E-Bike-Fahrern. Sie identifizierten eine fatale Mischung aus Risikofaktoren. „Das kann eine folgenschwere Kaskade auslösen“, erklärt Michael Zyskowski, Unfallchirurg an der TUM. Dazu zählen Erschöpfung, die Einnahme blutverdünnender Medikamente und der fehlende Helm.

Das hohe Gewicht der Räder von rund 20 Kilogramm erschwert die Kontrolle. Die Motorunterstützung birgt eine weitere Gefahr: Fahrer bemerken ihre körperliche Erschöpfung oft zu spät. Allein 2023 stieg die Zahl der behandelten Unfälle um das Anderthalbfache.

Debatte um Helmpflicht gewinnt an Fahrt

Für normale Pedelecs gilt in Deutschland bisher keine Helmpflicht. Die neuen Daten könnten das ändern. Die Diskussion gewinnt an Dringlichkeit, denn der E-Bike-Boom zeigt seine Schattenseiten.

Fast zwei Drittel aller tödlich verunglückten Radfahrer waren 2024 mindestens 65 Jahre alt. 192 der 441 getöteten Radfahrer nutzten ein Pedelec. In Österreich verdoppelte sich 2025 die Zahl der getöteten Radfahrer auf 65 – die Hälfte davon war mit dem E-Bike unterwegs.

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Was schützt E-Bike-Fahrer wirklich?

Die wichtigste Schutzmaßnahme bleibt der Helm. Er ist die einfachste und effektivste Methode, schwere Kopfverletzungen zu verhindern. Experten raten zudem zu realistischer Selbsteinschätzung, regelmäßigen Pausen und speziellen Fahrsicherheitstrainings.

Doch die Lösung liegt nicht nur beim Einzelnen. Eine aktuelle Dekra-Studie zeigt: 39 Prozent der Radfahrer fühlen sich in Städten unsicher. Sie fordern mehr und breitere Radwege sowie eine bessere Trennung vom Autoverkehr. Die Infrastruktur muss mit dem Boom Schritt halten.

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