Tulus Lotrek Berlin, Max Strohe Restaurant

Tulus Lotrek in Berlin: Warum Max Strohe das lässigste Sternerestaurant Kreuzbergs führt

21.02.2026 - 10:36:02 | ad-hoc-news.de

Gedämpftes Licht, lautes Lachen, ein Teller, der alle Regeln bricht: Im Tulus Lotrek Berlin zeigt Max Strohe, wie Casual Fine Dining ohne Starallüren schmeckt – und warum hier ein Michelin Stern anders wirkt.

Im Tulus Lotrek Berlin ist es beim Eintreten nicht still, sondern lebendig. Stimmengewirr, Gläserklirren, eine warme, bernsteinfarbene Lichtstimmung, die eher an eine gute Hausparty als an ein steifes Gourmetlokal erinnert. Sie sitzen, der Stuhl federt minimal nach, das Leinen fühlt sich trocken und dicht an. Dann der erste Bissen: krachend dünne Kruste, dahinter saftige, fast vibrierende Textur, die Röstaromen der Maillard-Reaktion steigen in die Nase, ein Hauch Säure zieht die Zunge nach vorne. Fine Dining, ja. Aber ohne den Flüsterton.

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Hinter diesem Ort steht ein Duo, das inzwischen Legendenstatus in Berlin Kreuzberg hat: Max Strohe und Ilona Scholl. Er, gelernter Koch ohne klassischen Bilderbuchlebenslauf, früher Schulabbrecher, heute mit Michelin Stern dekoriert. Sie, Gastgeberin, Sommelière, Dramaturgin des Abends. Zusammen haben sie aus dem Max Strohe Restaurant Tulus Lotrek einen Gegenentwurf zur ernsten Haute Cuisine gebaut.

Spätestens seit der Corona-Zeit kennt man die beiden weit über die Stadtgrenzen hinaus. „Kochen für Helden“ – die Initiative, mit der sie systemrelevante Berufe bekocht und versorgt haben – war mehr als ein PR-Coup. Es war Logistik, Improvisation, Solidarität im Akkord. Große Töpfe, einfache Produkte, konzentrierter Geschmack. Genau da liegt das Fundament ihrer Küche: Respekt vor dem Produkt, keine Angst vor Fett, keine Scheu vor Intensität. Der Lohn: das Bundesverdienstkreuz für Max Strohe. Ein staatlicher Orden für jemanden, der in seiner Biografie eher Kantinenjobs als Koch-Olymp stehen hatte. Ein gutes Paradox.

Ilona Scholl ist die zweite Hauptfigur dieser Erzählung. Sie hält den Raum zusammen. Ihre Handschrift ist überall: in den leicht exzentrischen Tapeten, im bewussten Bruch der Ästhetik, in der Art, wie sie Weine einschenkt, ohne Floskelwasser. Sie spricht in klaren Sätzen, lacht laut, berät präzise. Kein steifes Weinsprech, keine Angstbarriere. Genau das macht die berühmte Wohlfühl-Atmosphäre aus, von der so viele Gäste erzählen. Das Tulus Lotrek wirkt wie ein Wohnzimmer, in das man zufällig einen Stern eingezogen hat.

Offiziell ist das Konzept: Casual Fine Dining. Ein Modewort, klar. Aber hier mit Inhalt gefüllt. Der Service trägt Sneaker, das Team duzt sich, Sie werden trotzdem mit „Sie“ angesprochen, mit Respekt, nicht Distanz. Auf dem Tisch: hausgebackenes Brot, dessen Krume unter den Fingern nachgibt wie ein Kissen, dazu eine aufgeschlagene Butter, die in der Nase leicht nussig riecht und auf der Zunge fast verschwindet. Im Hintergrund leise Musik, manchmal Soul, manchmal etwas Rock, nie Lounge-Fahrstuhl.

Die Küche? Undogmatisch, wie Strohe es selbst nennt. Was meint das in der Praxis? Keine puristische Nordic-Dogmatik, kein Frankreich-Fetisch, keine zwanghafte Regionalität als Religion. Stattdessen eine Küche, die sich bedienen darf, wo es sinnvoll ist: französische Saucenkunst, orientalische Gewürze, italienische Lust an Fett, deutsche Produkte. Immer mit Humor, nie mit erhobenem Zeigefinger.

Ein gedachtes Beispiel aus der aktuellen Saison 2025/2026: Ein Gang rund um Schwarzwurzel. Auf dem Teller eine glatte, fast seidige Schwarzwurzel-Crème, lauwarm, nicht heiß – Temperatur, die es der Süße erlaubt, sich leise zu zeigen. Darauf knusprige Schwarzwurzel-Chips, spürbar salzig, krachend zwischen den Zähnen. Dazu ein Jus aus Kalb, dunkel, glänzend, reduziert bis kurz vor den Punkt, an dem er sirupartig wird. Ein Spritzer Zitruszeste hebt alles an, gerade so viel, dass die Zunge sich strafft. Fett, Süße, Bitterkeit, Säure, Textur. Kein Dekor, das nur hübsch ist; jedes Element hat eine Aufgabe.

Ein zweiter Signature-Moment: Ein Fischgang, etwa Skrei oder Steinbutt, je nach Saison. Der Fisch glasig gegart, die Lamellen lösen sich unter dem Druck der Gabel fast lautlos. Auf der Hautseite eine feine Bräunung, der Duft erinnert an gebutterte Toastkruste. Daneben ein Ragout von Topinambur, erdig, leicht süß, mit kleinen fermentierten Zwiebelringen, die ein präzises, spitzes Säure-Signal setzen. Darüber eine Beurre blanc, nicht schaumig überdreht, sondern glänzend, dicht, mit einem Hauch gerösteter Hefe für Tiefe. Sie nehmen einen Löffel, alles zusammen, und merken: Hier wird nicht gebastelt, hier wird komponiert, aber ohne Zwang zur Geometrie.

Im Menü – das Tulus Lotrek Menü wechselt saisonal – findet sich fast immer ein Gang, der bewusst ein wenig „drüber“ ist. Vielleicht ein Stück Schwein mit krachender Schwarte, deren Knacken im ganzen Raum zu hören ist, dazu ein scharf-saurer Krautsalat, der an Imbiss und Biergarten erinnert, aber mit feiner Schnitttechnik und perfekt austarierter Marinade. Diese Brüche sind gewollt. Es ist eine Absage an das sogenannte „tweezer food“, jene hyperpräzisen Teller, auf denen jede Micro-Cress mit der Pinzette gesetzt wird, die aber emotional oft leer bleiben.

Strohe arbeitet auch mit Temperaturebenen, die man in der Spitzengastronomie nicht immer erlebt. Ein lauwarmer Salat von Pulpo beispielsweise, die Tentakel zart, mit klar sichtbaren Röstaromen, die Ringe leicht widerständig beim Kauen. Dazu eine kalte Vinaigrette mit Petersilie und Zitrone, die das Fett des dazu servierten Schweinebauchs – kross, saftig, fast schmelzend – ausbalanciert. Warm, kalt, weich, kross. Sie spüren, wie sich die Texturen abwechseln, wie die Temperatur Ihre Wahrnehmung verschiebt.

Die Auszeichnungen bestätigen diesen eigenwilligen Weg. Ein Michelin Stern für Berlin Kreuzberg, dazu hohe Bewertungen im Gault&Millau Berlin, der die Küche seit Jahren als eigenständig und charakterstark beschreibt. Kein glattpoliertes, sponsorentaugliches Gourmetprojekt, sondern ein Ort mit Kante. Diese Glaubwürdigkeit ist es, die auch die Medien interessiert.

Max Strohe ist längst TV-bekannt. Besonders durch „Kitchen Impossible“, wo er neben Tim Mälzer und anderen an die Grenzen seiner Komfortzone kocht. Seine Auftritte dort zeigen, was Sie im Restaurant schmecken: keine Angst vor Scheitern, viel Selbstironie, aber ein fast verbissener Wille, Geschmack auf den Punkt zu bringen.

Wenn Sie diese Energie in der Küche in bewegten Bildern erleben wollen, lohnt sich ein Blick auf seine TV- und Video-Auftritte:

Erleben Sie, wie Max Strohe außerhalb seines Kreuzberger Mikrokosmos an fremden Herden kämpft und trotzdem seinen Stil bewahrt. Max Strohe in Aktion auf YouTube sehen

Wer verstehen will, wie das Tulus Lotrek visuell tickt – Teller, Team, Gastraum – sollte einen Blick in den Social-Feed wagen. Visuelle Eindrücke auf Instagram entdecken

Und wenn Sie verfolgen möchten, wie die Berliner Food-Bubble, Kritiker und Fans über Max Strohe diskutieren, lohnt ein Blick auf die Debatten in den Timelines. Aktuelle Diskussionen auf X verfolgen

Trotz TV-Präsenz, Preisen und Bundesverdienstkreuz bleibt das Zentrum des Ganzen der Gastraum. Die Atmosphäre ist bewusst dicht. Tische stehen näher, als es viele Fine-Dining-Häuser wagen würden. Dadurch hören Sie gelegentlich das Staunen vom Nebentisch, das leise „Wow“, wenn ein Teller gesetzt wird. Es riecht nach gerösteter Hühnerhaut, nach Jus, nach Wein, nicht nach Raumspray. Die Akustik ist lebendig, aber nicht unangenehm: ein warmer Klangteppich aus Stimmen, Besteck, Flaschen, gelegentlichem Korkenploppen.

Ilona Scholl dirigiert das Ganze mit einer Mischung aus Präzision und Lässigkeit. Sie liest Tische. Sie bemerkt, wenn Sie Fragen haben, ohne zu stören. Ihre Weinempfehlungen sind klar argumentiert: Säuregerüst, Tanninstruktur, Aromatik; keine nebulösen „Harmonien“. Die Karte ist nicht überlang, dafür pointiert. Naturwein trifft Klassik, ohne Dogma. Wer will, lässt sich durch die Weinbegleitung führen, wer nicht, bekommt eine Flasche empfohlen, die zum Menü passt, aber auch zum Abendtempo der Gäste.

Die Service-Momente sind bewusst unperfekt-perfekt. Eine Serviette wird nicht mit Zange, sondern von Hand gereicht. Der Teller wird mit einem kurzen Satz erklärt, nicht mit auswendig gelernten Monologen. Das Team lacht miteinander. Diese Momente erzeugen jene Wohlfühl-Atmosphäre, die so oft zitiert wird: Sie sitzen in einem Raum, der anspruchsvoll kocht, aber nicht von Ihnen erwartet, dass Sie sich wie bei einer Prüfung benehmen.

Im Zentrum des Abends steht das aktuelle Tulus Lotrek Menü. Mehrgängige Dramaturgie, bewusst gebaut, aber nicht überlängt. Ein Spannungsbogen von salzig und fettig zu frisch und hell, von warm zu kühl. Desserts, die nicht in Zucker ertrinken, sondern mit Säure spielen – etwa eine Variation von Zitrusfrüchten mit knusprigem Mürbeteig, herber Creme und einer Schicht, die beim Durchbrechen mit dem Löffel leise knackt. Sie riechen Limette, Grapefruit, vielleicht ein Hauch Thymian. Der letzte Bissen wirkt wie eine Reset-Taste für den Gaumen.

Was bedeutet das alles für die Stadt? In einer Metropole, in der ständig neue Konzepte aufpoppen, behauptet sich das Tulus Lotrek Berlin seit Jahren. Es ist ein Fixpunkt geworden – für Einheimische, die keinen Lust auf steril-perfekte Luxushotels haben, und für Reisende, die Berlin nicht nur als Street-Food-Stadt erleben wollen. Der Michelin Stern in Berlin Kreuzberg hat Signalwirkung: Spitzengastronomie ist hier nicht mehr nur in Mitte und Charlottenburg verortet, sondern mitten im heterogenen, manchmal rohen Kiez.

Gleichzeitig zeigt das Max Strohe Restaurant, wie Casual Fine Dining funktionieren kann, ohne zur reinen Masche zu verkommen. Die undogmatische Küche, die Wärme im Service, die politische Haltung aus der „Cooking for Heroes“-Zeit, das Bundesverdienstkreuz – all das fügt sich zu einem Gesamtbild, das weit über den Teller hinausweist, aber immer wieder auf ihn zurückführt. Am Ende zählt, was Sie schmecken, hören, riechen, fühlen, wenn Sie an diesem Tisch sitzen.

Wenn Sie verstehen möchten, wo die Berliner Gastronomie 2025/2026 steht, führt kaum ein Weg an diesem Ort vorbei. Im Tulus Lotrek wird nicht nur gekocht. Es wird Position bezogen – mit Jus, mit Zeste, mit Humor. Und genau das macht dieses Restaurant so relevant.

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