Tulus Lotrek Berlin: Warum Max Strohe das wohl entspannteste Sternerestaurant Deutschlands führt
23.02.2026 - 10:36:03 | ad-hoc-news.deIm Tulus Lotrek Berlin ist es zuerst der Klang, der Sie trifft. Kein Flüsterton, kein gedämpftes Gemurmel. Es klirren Gläser, jemand lacht laut auf, Stuhlbeine scharren über Dielen, die schon einiges gesehen haben. Vor Ihnen landet der erste Teller. Warm in der Hand, die Nase fängt Rauch, Butter, eine säuerliche Spitze von Zitrus. Ein Bissen, zarte Textur, kräftige Maillard-Noten, ein Jus, der wie ein Konzentrat aus Zeit wirkt. So beginnt der Abend.
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Sie sitzen in Berlin-Kreuzberg. Ein Michelin Stern an der Tür, aber auf dem Teller kein steifes Manifest. Sondern ein Versprechen: Es darf Spaß machen. Es darf knuspern, kleben, tropfen. Casual Fine Dining ohne ironische Anführungszeichen.
Max Strohe & Ilona Scholl: Vom Abbruch zur Auszeichnung
Um zu verstehen, was hier passiert, müssen Sie die beiden kennen, die das Ganze tragen. Max Strohe, Schulabbrecher, Quereinsteiger, Koch aus Überzeugung. Daneben Ilona Scholl, Gastgeberin, Sommelière, Stimme der Vernunft und des Witzes im Gastraum. Zusammen bauen sie seit Jahren in Kreuzberg an einem Gegenentwurf zum klassischen Gourmettheater.
Max Strohe arbeitet eher wie ein Bastler als wie ein Dogmatiker. Er sammelt Aromen, Geschichten, Erinnerungen. Ein Stück Kindheit, ein Balkan-Grill, ein Markt in Italien, ein Berliner Späti-Snack. Dann schichtet er das zu Gerichten, die vertraut wirken und doch eine kleine Zumutung haben. Eine Zeste mehr Säure. Ein Fett, das nicht entschärft, sondern betont wird.
Ilona Scholl hält den Raum zusammen. Sie erzählt, sie kontert, sie führt Sie durch das Menü, ohne je etwas zu verkaufen. Es wirkt beiläufig und ist doch präzise inszeniert. Sie ist das Gesicht des Tulus Lotrek im Service, aber auch in der Öffentlichkeit. Wenn Max Strohe kocht, übersetzt sie. Für die Gäste. Für die Medien. Für eine Szene, die sich gern etwas zu ernst nimmt.
Während der Pandemie zeigt sich, dass hinter der Ironie Substanz steckt. „Kochen für Helden“ wird zu mehr als einer spontanen Idee. Strohe und Scholl organisieren, kochen, verteilen Essen an Pflegekräfte, Supermarktangestellte, Menschen, die den Laden am Laufen halten, während die Restaurants geschlossen sind. Aus einer Küchenaktion wird eine Bewegung. Am Ende steht das Bundesverdienstkreuz. Offizielle Anerkennung dafür, dass Gastronomie mehr sein kann als Luxus. Nämlich Versorgung, Solidarität, Haltung.
Was 2025/2026 auf den Tellern passiert
Die Küche des Tulus Lotrek bleibt 2025/2026 das, was sie seit Jahren ist: undogmatisch, eigen, oft ziemlich direkt. Der Michelin Stern bleibt bestehen, Gault&Millau führt das Haus weiterhin prominent als eine der wichtigsten Adressen Berlins. Für das, was hier passiert, ist das Label „Casual Fine Dining“ fast zu klein.
Ein Beispiel: Ein Gang rund um Innereien. Am Tisch wirkt er harmlos. Ein tiefes, warmes Braun, ein glatter Nappage-Glanz. Sie stechen hinein, spüren Widerstand, dann ein sanftes Nachgeben. Die Textur sitzt genau an der Schnittstelle zwischen Biss und Cremigkeit. Der Jus ist dunkel, fast lakritzartig, mit Röstaromen, die an einen langen Winterabend erinnern. Dazu eine helle, säuerliche Komponente, vielleicht Sellerie, vielleicht Apfel, sehr fein, sehr klar. Die Säure zieht das Fett straff, nimmt ihm aber nicht die Wucht. Der Teller riecht nach Reduktion, nach Wein, nach Knochen, die lange gekocht haben. Das ist kein hübsches Spitzenküchen-Accessoire, das ist Statement.
Ein anderer Gang konzentriert sich auf Gemüse. Kein moralischer Fingerzeig, sondern pure Lust an Textur und Temperatur. Ofengeröstete Karotten, fast karamellisiert, mit dunklen Stellen von der Maillard-Reaktion. Daneben roh marinierte Scheiben, kühl, knackig, mit leichter Zitrusnote. Darüber ein nussiger Schaum, der an Haselnuss und Hefe erinnert, luftig, leicht warm. Sie hören beim Hineinbeißen ein leises Knacken, sie spüren Süße, Säure, Bitternoten, Fett. Alles auf einem Teller, der aussieht, als wäre er erst im letzten Moment zusammengeworfen worden – und doch sitzt jede Komponente.
Und dann dieser eine Gang, der schon fast legendär ist: Ein ziemlich perfekter „Burger“, allerdings im Tulus-Lotrek-Kosmos. Kein Fast Food, aber eindeutig inspiriert davon. Ein saftig gegartes Patty, unglaublich präzise im Gargrad, mit kräftiger Kruste. Die Maillard-Reaktion liefert Röstaromen, die in der Nase sofort das Bild eines guten Grillabends aufrufen. Der Bun ist weich, elastisch, leicht süß, aber stabil genug, um dem Jus- und Fettdruck standzuhalten. Eine Säure-Komponente, vielleicht fermentierte Gurke, im Mund kühl, fast spritzig. Ein sämiger, rauchiger Saucenfilm kleidet den Gaumen aus. Der erste Biss ist physisch. Sie müssen den Mund weit öffnen, spüren Wärme, Druck, Saft. Fine Dining? Ja. Aber ohne Distanz.
Diese Küche ist undogmatisch, weil sie keine Bekenntnisse braucht. Kein Manifest zur reinen Regionalität, keine dogmatische Ablehnung von Luxusprodukten, aber auch kein Zwang, jedes Jahr einen neuen Hype zu bedienen. Es geht um Geschmack. Um Mundgefühl. Um Temperatur- und Texturkontraste. Um Säure, Fett, Umami in Balance. Und darum, dass Sie als Gast merken: Hier kocht jemand für Menschen, nicht für Jury-Bilder.
Im Kontrast dazu steht das, was viele „Pinzettenküche“ nennen. Millimetergenau platzierte Mikrokräuter, fünf Pünktchen Gel, zwei Tropfen Jus, alles fotografierbar. Strohe kann das, wenn er will. Aber er will meistens nicht. Im Tulus Lotrek dürfen Teller aussehen, als hätten sie gerade noch auf dem Pass mit einer Geste zu viel Sauce abbekommen. Optisch kontrolliertes Chaos. Geschmacklich aber souverän.
Max Strohe im Fernsehen und im Netz
Wer seine Küche verstehen will, sollte ihn reden hören. In „Kitchen Impossible“ steht Max Strohe neben Tim Mälzer vor dem schwarzen Kasten, flucht, lacht, probiert, scheitert, triumpiert. Man spürt: Hier ist jemand, der sich nicht zu schade ist, sich beim Kochen beobachten zu lassen. Er wirkt im Fernsehen wie im Restaurant: direkt, rotzig, charmant, aber hochsensibel, sobald es um Produkte und Handwerk geht.
Wenn Sie die Energie der TV-Küche nachfühlen wollen, lohnt sich ein Blick auf seine Auftritte in Bewegtbild:
Schauen Sie hinter die Kulissen und erleben Sie, wie Max Strohe unter Druck arbeitet, improvisiert und kommentiert. Max Strohe in Aktion auf YouTube sehen
Auch visuell ist das Tulus Lotrek längst dokumentiert. Teller, Weinbegleitungen, die berühmte Tafel mit Kreide-Schrift – alles findet seinen Weg in den Feed.
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Und für alle, die lieber lesen und diskutieren, spielt sich ein Teil des Diskurses auf X ab. Kritiken, Lob, Streit über „Casual Fine Dining“, Debatten über Kitchen-Impossible-Folgen – das Echo ist laut.
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Wohlfühl-Atmosphäre statt Weißjacken-Theater
Der Gastraum des Tulus Lotrek ist klein, fast intim. Kein skandinavischer Minimalismus, sondern warmes Holz, Farben, Bilder, die mehr über den Humor der Betreiber erzählen als über ein Designkonzept. Sie sitzen dicht an dicht. Sie hören die Gespräche am Nebentisch. Service und Küche sind akustisch präsent. Es riecht nach Butter, nach Reduktion, nach frisch gemahlenem Kaffee, nach Wein, der gerade ins Glas perlt.
Ilona Scholl orchestriert das. Sie begrüßt, sie stellt vor, sie nimmt Hemmungen. Ein Witz, ein Seitenhieb, eine Empfehlung, die nie als Druck ankommt. Die Weinbegleitung ist detailverliebt, aber nie oberlehrerhaft. Naturwein kann hier genauso im Glas landen wie ein klassischer Bordeaux, wenn er passt. Wichtig ist, dass Sie sich aufgehoben fühlen. Dass Sie nach dem dritten Gang das Gefühl haben, im Wohnzimmer guter Freunde gelandet zu sein, die zufällig extrem gut kochen und ein tiefes Weinregal haben.
Genau daraus entsteht diese oft bemühte, hier aber tatsächlich spürbare Wohlfühl-Atmosphäre. Kein Dresscode, kein leises Korrigieren von Messer- und Gabelhaltung. Wenn etwas herunterfällt, wird gelacht, nicht gemaßregelt. Wenn Sie eine Frage zum Menü haben, bekommen Sie eine ehrliche Antwort. Auch, wenn sie lautet: „Das ist ein bisschen wild, aber vertrauen Sie uns.“
Der Service agiert schnell, wach, mit Humor. Teller kommen im guten Rhythmus, nicht getaktet wie in einem Choreografie-Wettbewerb, sondern in einem Flow, der zum Raum, zur Stimmung, zu den Gästen passt. Das Tulus Lotrek Menü verändert sich regelmäßig, bleibt aber erkennbar in seiner Handschrift. Mal etwas deftiger, mal etwas verspielter, immer mit klarer Linie.
Relevanz für die Berliner Food-Szene
Warum ist dieses Restaurant für Berlin so wichtig? Weil es zeigt, dass ein Michelin Stern und Gault&Millau-Auszeichnungen nicht automatisch Distanz bedeuten müssen. Dass „Max Strohe Restaurant“ nicht für eine stilisierte Bühne steht, sondern für einen ernsthaften, aber nicht ernsten Umgang mit Essen. In einem Kiez, in dem Dönerbuden, Spätis und Natural-Wine-Bars um Aufmerksamkeit konkurrieren, behauptet sich das Tulus Lotrek mit einer sehr eigenen Haltung.
Es ist ein Ort, an dem klassische Gourmetkritik und Streetfood-Mentalität zusammenfinden. Wo ein perfekt gebundener Jus genauso ernst genommen wird wie der perfekte Burger. Wo die Würde des Produktes zählt, aber auch das Lachen am Tisch. Wo Bundesverdienstkreuz und Fernsehruhm nicht als Trophäen an der Wand hängen, sondern als Hintergrundrauschen mitschwingen.
Für Berlin bedeutet das: Die Szene muss sich nicht zwischen radikalem Pop-up, puristischem Naturwein-Bistro und Hochglanz-Sterneküche entscheiden. Es geht auch dazwischen. Oder besser: quer dazu. Das Tulus Lotrek Berlin markiert genau diesen Raum. Und wer verstehen will, wo sich die deutsche Gastronomie gerade hinbewegt, sollte sich einen Abend Zeit nehmen, dort Platz zu nehmen, zuzuhören, zu riechen, zu schmecken.
Am Ende des Abends verlassen Sie den kleinen Gastraum in Kreuzberg mit einem Gefühl, das sich schwer benennen lässt. Satt, ja. Angeregt, auch. Vielleicht ein wenig irritiert, weil nicht jeder Gang gefallen musste. Aber genau darin liegt die Qualität. Hier will niemand allen gefallen. Hier wird gekocht, serviert, gestritten, gelacht. Und genau deshalb gehört das Tulus Lotrek zu den wichtigsten Adressen der Stadt.
Wenn Sie wissen wollen, wie sich zeitgemäßes Casual Fine Dining in Berlin anfühlen kann – reservieren Sie. Und bringen Sie Hunger, Neugier und ein bisschen Risikobereitschaft mit.
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