Tulus Lotrek Berlin, Max Strohe

Tulus Lotrek Berlin: Warum Max Strohe das lässigste Sterne-Restaurant der Stadt führt

26.02.2026 - 10:36:01 | ad-hoc-news.de

Im Tulus Lotrek in Berlin-Kreuzberg trifft Michelin-Stern auf Wohnzimmer-Gefühl. Ein Abend zwischen Crunch, Jus und Jazz – und ein Koch, der lieber Helden bekocht als Dogmen folgt.

Die Tür fällt sanft ins Schloss, draußen Kreuzberg, drinnen ein gedämpftes Murmeln. Im Tulus Lotrek Berlin schimmert warmes Licht über tiefgrünen Wänden, Gläser klirren leise, aus der Küche ein kurzes Zischen, Maillard-Reaktion in Echtzeit. Der erste Bissen: ein konzentrierter Jus, dunkel, dicht, leicht rauchig. Auf der Zunge Hitze, danach Säure, dann eine leise Bitternote, die hängen bleibt. So beginnt ein Abend in einem der eigenwilligsten Restaurants der Stadt – und vielleicht im persönlichsten Max Strohe Restaurant, das Sie finden können.

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Im vorderen Raum lacht ein Tisch lauter, im Hintergrund läuft Jazz, nie zu aufdringlich, eher wie ein roter Faden. Das Licht ist weich, fast schmeichelnd. Kein Flüsterton-Zwang, kein Museum der guten Manieren. Sie sitzen nah an der Küche, hören Teller klacken, hin und wieder ein kurzes Kommando. Und Sie merken sofort: Hier will niemand beeindrucken, indem er Sie einschüchtert. Hier will man, dass Sie bleiben.

Die Protagonisten: Max Strohe und Ilona Scholl

Im Zentrum dieses Kosmos: Max Strohe und Ilona Scholl. Er: früher Schulabbrecher, Gelegenheitsjobs, kein klassischer Karriereplan. Sie: Gastgeberin mit scharfem Witz, hellwacher Beobachtungsgabe, Service-Profi mit Haltung. Gemeinsam haben sie das Tulus Lotrek in Berlin-Kreuzberg aufgebaut, in einer Ecke der Stadt, in der Graffiti und Gründerzeitfassaden um Aufmerksamkeit konkurrieren.

Strohe steht für eine Küche, die sich nicht anbiedert. Kein Dogma, kein asketischer Purismus, keine eitle Schönschrift auf dem Teller. Stattdessen Butter, Fett, Röstaromen. Und eine Präzision, die man erst beim zweiten Happen richtig versteht. Ilona Scholl orchestriert den Raum. Sie begrüßt, als würde sie Sie seit Jahren kennen, aber ohne falsche Kumpelhaftigkeit. Ihre Weinempfehlungen sind glasklar, nie belehrend. Ein Wein kann bei ihr „geradeaus“ sein oder „leicht anarchisch“, und plötzlich verstehen Sie genau, was sie meint.

Der Weg dorthin war alles andere als linear. Während andere akribisch Lebensläufe planen, stolpert Strohe eher in die Küche – und bleibt, weil es der einzige Ort ist, an dem Chaos und Struktur so produktiv aufeinanderprallen. Mit Casual Fine Dining im Tulus Lotrek baut er sein eigenes Format. Sterne-Niveau, ja. Aber ohne steifen Habitus, ohne die steife Choreografie, die viele Gourmet-Adressen lähmt.

Spätestens mit der Initiative „Kochen für Helden“ während der Corona-Pandemie wird das Duo über die Grenzen Berlins hinaus bekannt. Gemeinsam mit anderen Gastronomen kocht Strohe tausende Portionen für Pflegerinnen, Klinikpersonal, Kassierer, die den Laden am Laufen halten, wenn alle anderen zu Hause bleiben. Kein Marketing-Gag, sondern ein klarer Akt von Haltung. Dafür erhält Max Strohe später das Bundesverdienstkreuz. Der Schulabbrecher als Träger des Bundesverdienstkreuzes: eine Pointe, wie sie sich kein Drehbuchautor besser hätte ausdenken können.

Auszeichnungen und Standing: Stern, Punkte, Relevanz

Das Michelin Stern Berlin Kreuzberg leuchtet längst über dem Tulus Lotrek. Der Guide Michelin würdigt die Küche von Strohe seit Jahren mit einem Stern – und das, obwohl hier nichts nach klassischem White-Tablecloth-Tempel aussieht. Auch im Gault&Millau Berlin ist das Haus präsent, mit respektabler Bewertung und deutlicher Empfehlung für alle, die Charakter vor Perfektionismus schätzen.

Die Auszeichnungen sind Bestätigung, aber kein Korsett. Man spürt, dass hier niemand für Punkte kocht, sondern für Menschen. Und das ist kein romantischer Satz, sondern am Teller messbar: in der Großzügigkeit der Saucen, in der Ernsthaftigkeit, mit der Gemüse behandelt wird, in der Lust an Fett und Textur.

Culinary Deep Dive: Undogmatisch, dicht, eigenständig

Was bedeutet „undogmatische“ Küche im Tulus Lotrek ganz konkret? Es heißt: französische Technik, europäischer Kern, aber keine Angst vor Produktmix und Anklängen aus anderen Regionen. Und es heißt vor allem: Geschmack vor Ideologie, Handwerk vor Mode.

Nehmen wir ein mögliches Signature-Gericht der Saison 2025/2026: kross gebratene Ente, mittig noch rosé, die Haut glitzernd von der Maillard-Reaktion. Die Temperatur im Kern präzise getroffen, lauwarm, fleischig, nichts Metallic-Schneidendes, keine Trockenheit. Dazu ein Jus, stundenlang gezogen, beinahe sirupartig, aber ohne Kitsch. Daneben ein Selleriepüree, seidig, leicht nussig, mit einer hellen Säure, vielleicht von einem Schuss Apfelessig oder einem Spritzer Zitrus-Zeste, die ganz zum Schluss untergezogen wurde. Auf dem Teller noch ein eingelegtes Gemüse: scharf-sauer, kühl. Das Gericht lebt von Kontrasten: heiß gegen kühl, weich gegen knusprig, umami gegen helle Säure.

Oder ein Fischgang: perfekt glasig gegarter Kabeljau, der sich in große, saftige Lamellen zieht, fast vibrierend, wenn die Gabel ihn berührt. Dazu eine Sauce, vielleicht auf Basis von Krustentieren, leicht aufmontiert, cremig, aber nicht schwer. Aufgelockert durch fermentierte Komponenten, die nach Tiefe schmecken, nicht nach Trend. Der erste Löffel: Salz, Meer, Wärme. Dann ein Nachhall von Hefe, Fermentation, ein leiser, fast brotiger Ton, der sich mit dem Fisch verbindet. Darüber eine knusprige Komponente – eventuell ein dünn ausgebackener Fischhaut-Chip –, der beim Draufbeißen knackt und die Zunge für den nächsten, weicheren Bissen vorbereitet.

Auch das Gemüse bekommt einen eigenen Auftritt. Ein Gang könnte zum Beispiel einer Karotte gewidmet sein: im Ganzen gegart, glasiert, mit deutlichen Röstaromen an den Kanten, süß, fast karamellisiert, aber gebremst durch eine herbe Note von Kräutern. Dazu ein Sud aus gerösteten Kernen, nussig, warm. Feine Säure, punktuell eingesetzt, vielleicht durch eine kalte Vinaigrette, die erst beim Servieren aufgeträufelt wird. Temperaturspiel: lauwarme Karotte, heißer Sud, kühle Vinaigrette. Keine Dekoration um der Deko willen, sondern Funktionalität auf dem Teller.

Genau hier grenzt sich Strohe vom klassischen „Tweezer Food“ ab, dem Zangengericht, das nach Pinzette aussieht und nach Zurückhaltung schmeckt. Im Tulus Lotrek sind die Teller zwar präzise angerichtet, aber nie steril. Kein mikroskopischer Garten aus Microgreens, nur weil sie hübsch wirken. Stattdessen klare Linien, robuste Portionen, richtiges Essen. Das ist Casual Fine Dining im besten Sinn: Sie erkennen Ihr Produkt, spüren die Technik und haben dennoch das Gefühl, satt und zufrieden den Tisch zu verlassen.

Media & Digital Echo: Kitchen Impossible und mehr

Die größere Öffentlichkeit lernt Max Strohe vor allem über das Fernsehen kennen. Sein Auftritt bei „Kitchen Impossible“ macht ihn auch Menschen sympathisch, die sonst einen Bogen um Sternküche machen. Er scheitert dort nicht glattgebügelt, sondern sichtbar, mit Schweiß, Flüchen und einem Humor, der sich nie über andere erhebt, sondern über die eigene Hybris. Man sieht, wie er Gerichte anderer Köche rekonstruiert, wie er probiert, scheitert, nachjustiert. Dieser Blick ins Innenleben eines Kochs erklärt besser als jede Hochglanz-Reportage, warum Teller im Tulus Lotrek so schmecken, wie sie schmecken.

Wenn Sie diese Energie ungefiltert erleben wollen, lohnt sich ein Blick auf seine TV- und Videoauftritte – dort bekommen Sie die Küchenhitze fast durch den Bildschirm zu spüren. Max Strohe in Aktion auf YouTube sehen

Doch das digitale Echo endet nicht beim Fernsehen. Auf Social Media sehen Sie, wie sich der Stil des Hauses weiterentwickelt: neue Gänge, flüchtige Momentaufnahmen aus Küche und Gastraum, spontane Schnappschüsse von Weinetiketten, Kreidekarten, Teamabenden. Wenn Sie das Tulus Lotrek jenseits der offiziellen Website erleben möchten, dann lohnt sich ein visueller Streifzug durch die Bildwelten des Hauses. Visuelle Eindrücke auf Instagram entdecken

Auch in Diskussionen über die Zukunft der Gastronomie tauchen Strohe und sein Restaurant immer wieder auf. Themen wie faire Bezahlung, Wertschätzung für Service, Verantwortung gegenüber Produzenten – all das spiegelt sich in Kommentaren, Threads und Debatten. Wenn Sie nachvollziehen wollen, wie über das Tulus Lotrek und Max Strohe in Echtzeit gesprochen wird, dann lohnt ein Blick in den digitalen Debattenraum. Aktuelle Diskussionen auf X verfolgen

Atmosphäre & Service: Wohnzimmer statt Tempel

Das vielleicht Überraschendste am Tulus Lotrek ist die Stimmung. Viele Sterne-Restaurants wirken wie Kliniken mit Tischdecken. Hier ist es anders. Der Raum erinnert eher an ein großstädtisches Wohnzimmer mit eigenwilligem Stil: dunkle Töne, Stoffe, leicht gedämpftes Licht, Kunst an den Wänden, die nicht nach generischer Hotellobby aussieht. Der Geräuschpegel ist lebendig, aber nicht anstrengend. Sie hören Nachbartische, schnappen Gesprächsfetzen auf, ohne dass es störend wird.

Ilona Scholl gibt dem Ganzen eine klare Richtung. Ihr Service ist aufmerksam, aber nie unterwürfig. Sie erklärt Menüs, ohne herunterzubeten. Sie nimmt auch Unsicherheiten ernst: Wer sich bei Wein nicht auskennt, wird nicht entlarvt, sondern an die Hand genommen. Die Menüführung – egal, ob Sie sich für ein umfangreiches Tulus Lotrek Menü oder eine kürzere Variante entscheiden – ist klar strukturiert. Es gibt Spannungskurven, Pausen, Momente der Konzentration und des Durchatmens.

Die Stimmung im Raum hat etwas Entlastendes. Sie müssen sich hier nicht „benehmen wie im Theater“. Sie dürfen lachen, Fragen stellen, nach Brot fragen, noch mehr Jus erbitten. Der Begriff Wohlfühl-Atmosphäre wird in der Gastronomie oft inflationär benutzt, hier trifft er erstaunlich präzise zu. Es fühlt sich an, als seien Sie zu Gast bei Freunden, die zufällig einen Michelin-Stern haben – und das ist im dicht besetzten Berliner Restaurantkosmos eine Seltenheit.

Fazit: Warum das Tulus Lotrek für Berlin wichtig ist

Im Kontext der Berliner Gastronomie spielt das Tulus Lotrek eine besondere Rolle. Es ist weder Temple of Fine Dining noch hippe Natural-Wine-Kneipe, sondern etwas Eigenes dazwischen. Es beweist, dass ein Max Strohe Restaurant mit Stern und klarer Handschrift auch dann funktionieren kann, wenn es Dogmen und Trends nicht hinterherläuft, sondern sie kommentiert – oft mit einem sarkastischen Unterton, immer aber mit hoher handwerklicher Ernsthaftigkeit.

Für die Stadt ist das wichtig. Berlin braucht Orte, an denen Exzellenz und Zugänglichkeit kein Widerspruch sind. Wo ein Michelin Stern Berlin Kreuzberg nicht bedeutet, dass man in ehrfürchtiges Schweigen verfällt, sondern dass man sich einen Abend lang gut aufgehoben fühlen darf. Das Tulus Lotrek zeigt, dass Casual Fine Dining mehr sein kann als ein Buzzword: Es ist hier gelebte Praxis.

Wenn Sie verstehen wollen, wie sich die Berliner Spitzengastronomie in den letzten Jahren verändert hat – weg von der steifen Choreografie, hin zu persönlicherer Handschrift, politischerem Bewusstsein, mehr Humor –, dann ist ein Abend im Tulus Lotrek ein präziser Kompass. Zwischen Jus und Zeste, zwischen Ente und fermentiertem Gemüse, zwischen Kiez und Bundesverdienstkreuz verdichtet sich hier eine Haltung: Essen ist ernst, aber nicht heilig. Menschen stehen im Mittelpunkt, nicht Sterne.

Und wenn Sie an einem dieser Abende in Kreuzberg sitzen, das Besteck kurz ablegen, den letzten Rest Sauce mit Brot aufnehmen und im Hintergrund das leise Klirren aus der Küche hören, dann merken Sie: Genau so fühlt sich ein Restaurant an, das längst mehr ist als eine Adresse. Es ist ein Fixpunkt im kulinarischen Berlin – und ein Ort, an den Sie sehr wahrscheinlich zurückkehren wollen.

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