TKMS Aktie: Milliardenchance
23.01.2026 - 09:09:31TKMS bringt sich für einen der größten Rüstungsaufträge seiner Geschichte in Stellung – und koppelt das Angebot an ein breit angelegtes Wirtschaftspaket für Kanada. Im Zentrum steht nicht nur der Bau von U-Booten, sondern ein ganzes Bündel an Investitionszusagen, das weit über das Kerngeschäft hinausgeht. Die Börse honoriert die neue Größenordnung der Story mit starken Kursgewinnen seit Jahresbeginn.
Strategiewechsel: Mehr als nur U-Boote
Anlass für den jüngsten Schub war ein Auftritt von CEO Oliver Burkhard am Montag beim offiziellen MDAX-Aufstieg an der Frankfurter Börse. Am Rande der Feier skizzierte er erstmals öffentlich die Linie für die kanadische U‑Boot-Ausschreibung mit einem Volumen von mehr als 10 Milliarden Euro.
Der entscheidende Punkt: TKMS will Kanada nicht nur U‑Boote liefern, sondern ein umfassendes Wirtschaftspaket schnüren. Burkhard betonte, „es geht nicht mehr nur um die U-Boote“, sondern vor allem um das, was darüber hinausgeht. Konkret verhandelt das Unternehmen mit deutschen und norwegischen Partnern über langfristige „Offset-Verpflichtungen“ – also Investitionszusagen über mehrere Jahrzehnte.
Im Fokus stehen dabei Zukunftsbranchen wie:
- Seltene Erden und Bergbau
- Künstliche Intelligenz
- Batterieproduktion für den Automobilsektor
- Verteidigungstechnologie
Unter anderem laufen Gespräche mit dem Raumfahrt-Startup Isar Aerospace über eine Beteiligung an diesem Paket. Zwischen 30 und 40 Spezialisten arbeiten bei TKMS derzeit ausschließlich daran, die Inhalte dieser Offset-Verpflichtungen über einen Zeitraum von rund 30 Jahren zu definieren und zu verhandeln.
Milliardenauftrag mit geopolitischer Komponente
TKMS tritt in Kanada gegen den südkoreanischen Konkurrenten Hanwha Ocean an. Es geht um bis zu zwölf moderne U‑Boote für die kanadische Marine. Die Regierung in Ottawa verknüpft die Ausschreibung ausdrücklich mit wirtschaftlichen Effekten: Wer den Zuschlag will, muss auch industriepolitisch liefern.
Hier setzt das breite Investitionspaket von TKMS an. Neben der maritimen Kompetenz – das Unternehmen bietet die gemeinsam mit Norwegen entwickelte Klasse 212CD an – spielen geopolitische Rahmenbedingungen eine Rolle. Kanada, mit der längsten Küstenlinie der Welt, ist sicherheitspolitisch eng mit NATO-Partnern verbunden. CFO Paul Glaser verwies bereits auf Spannungen im transatlantischen Umfeld (Stichwort „Greenland-Krise“), die Kanada stärker in Richtung europäischer Partner orientieren könnten.
Glaser sieht darin keinen allein entscheidenden, aber womöglich positiven Faktor für die Verhandlungen. TKMS bringt zudem Gewicht mit: Das Unternehmen kontrolliert nach eigenen Angaben rund 70 % der konventionellen NATO-U‑Boot-Flotte und bietet Kanada ein bewährtes Design, das bereits für Norwegen realisiert wird.
Die Fakten im Überblick
Die kanadische Ausschreibung trifft auf ein Unternehmen, das operativ deutlich zugelegt hat. Für das Geschäftsjahr 2024/2025 meldete TKMS:
- Auftragseingang: rund 8,8 Mrd. Euro (etwa sechsmal höher als im Vorjahr)
- Auftragsbestand: ca. 18,2 Mrd. Euro per 30. September 2025 (Rekordniveau)
- Umsatz: 2,2 Mrd. Euro (+9 % gegenüber Vorjahr)
- Bereinigte EBIT-Marge: 6,0 % (Vorjahr: 4,3 %)
Mittelfristig peilt das Unternehmen eine operative Marge von über 7 % an. Zusätzlich steht ein weiterer Großauftrag im Raum: TKMS befindet sich in finalen Verhandlungen mit dem indischen Staatskonzern Mazagon Dock Shipbuilders (MDL) über ein U‑Boot-Programm im Volumen von rund 8 Milliarden US‑Dollar. Laut CFO Glaser funktioniert die Partnerschaft mit MDL „sehr gut“, was den Verhandlungen Rückenwind verleiht.
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Damit stützt sich die aktuelle Bewertung nicht nur auf Hoffnungen rund um Kanada, sondern auf einen prall gefüllten Auftragsbestand und konkrete Wachstumsprojekte.
Kursentwicklung: Aufstieg im Gleichschritt mit den Aussichten
Die Börse reagierte in den vergangenen Tagen positiv auf die Einblicke in die Verhandlungsstrategie. Noch wichtiger ist jedoch der Blick auf die Bewegung seit Jahresbeginn. Gestern schloss die TKMS‑Aktie bei 100,60 Euro und markierte damit zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch.
Einige Kennzahlen zur aktuellen Lage:
- Kursgewinn der letzten 30 Tage: +50,49 %
- Performance seit Jahresanfang: +44,96 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief von 57,45 Euro: +75,11 %
- Kursaufschlag gegenüber dem 50‑Tage-Durchschnitt (73,74 Euro): rund +36 %
Auffällig ist dabei der Relative-Stärke-Index (RSI 14 Tage) von 32,4 Punkten – ein Wert, der eher auf eine abklingende Überhitzung hindeutet als auf extreme Überkauft-Signale. Gleichzeitig signalisiert eine annualisierte 30‑Tage-Volatilität von knapp 54 %, dass die Aktie deutlich schwankungsanfälliger ist als der Durchschnittsmarkt. Kein Wunder bei der aktuellen Nachrichtenlage und den in Aussicht stehenden Großprojekten.
Mit einer Marktkapitalisierung von rund 6,3 Milliarden Euro und 63,5 Millionen ausstehenden Aktien preist der Markt somit bereits einen Teil der erwarteten Wachstumsstory ein, ohne dass die kanadische Entscheidung gefallen ist.
Nächste Schritte und Zeithorizont
Operativ und strategisch bündeln sich derzeit mehrere Katalysatoren: der Rekord-Auftragsbestand, die Margenverbesserung, der potenzielle Indien-Deal und die kanadische Ausschreibung mit einem Volumen von über 10 Milliarden Euro. CEO Burkhard rechnet damit, dass Kanada noch im Jahr 2026 über den U‑Boot-Auftrag entscheidet. Bereits im März sind weitere Gespräche vor Ort geplant, an denen auch das Bundeskanzleramt sowie die deutschen Wirtschafts- und Verteidigungsministerien beteiligt sind.
Kurzfristig rücken zunächst zwei Termine in den Fokus: Am 25. Februar 2026 legt TKMS die nächsten Quartalszahlen vor, zwei Tage später folgt die Hauptversammlung in Essen am 27. Februar. Dort dürfte das Management nicht nur zur aktuellen Geschäftsentwicklung, sondern auch zur Großprojektsituation – insbesondere Kanada und Indien – detaillierter Stellung nehmen. Damit erhält der Markt schon in den kommenden Wochen neue Ansatzpunkte, um die ambitionierte Bewertung und den eingeschlagenen Wachstumskurs einzuordnen.
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