Thyssenkrupp, Aktie

Thyssenkrupp Aktie: Umbau unter Druck

09.03.2026 - 23:41:27 | boerse-global.de

Thyssenkrupp meldet einen Nettoverlust von 334 Millionen Euro im ersten Quartal und erwartet für das Gesamtjahr einen noch höheren Fehlbetrag. Der Umbau von Stahl- und Handelssparten verläuft unter großem Druck.

Thyssenkrupp Aktie: Umbau unter Druck - Foto: über boerse-global.de
Thyssenkrupp Aktie: Umbau unter Druck - Foto: über boerse-global.de

Thyssenkrupp stemmt sich gleichzeitig gegen einen schwachen Stahlmarkt und einen der komplexesten Konzernumbauten in der deutschen Industriegeschichte. Was dabei auf dem Spiel steht, zeigen die Zahlen des ersten Quartals: 334 Millionen Euro Nettoverlust – und das Gesamtjahr dürfte noch deutlich roter ausfallen.

Im Quartal von Oktober bis Dezember 2025 erwirtschaftete der Konzern zwar 7,2 Milliarden Euro Umsatz und ein bereinigtes EBIT von 211 Millionen Euro. Doch Restrukturierungskosten von 401 Millionen Euro allein bei Steel Europe verwandelten das operative Ergebnis in einen substanziellen Verlust. Für das Gesamtjahr 2025/26 stellt das Management einen Nettoverlust zwischen 400 und 800 Millionen Euro in Aussicht – ein breites Band, das die Unsicherheit rund um den laufenden Umbau widerspiegelt.

Drei Baustellen, ein Zeitplan

Die eigentliche Komplexität liegt in der parallelen Bearbeitung mehrerer strategischer Großprojekte. Die Handelssparte Materials Services – mit 11,4 Milliarden Euro Umsatz und mehr als 15.000 Mitarbeitern eine der größten Einheiten – muss bis Ende März operative Fortschritte nachweisen, um ihre geplante Verselbstständigung voranzutreiben. Als mögliche Wege prüft Thyssenkrupp einen Börsengang noch im Herbst 2026, eine Abspaltung an die Aktionäre oder einen vollständigen Verkauf.

Gleichzeitig laufen Due-Diligence-Gespräche mit Jindal Steel International über die Stahlsparte Steel Europe. Zwei Meilensteine sind bereits abgehakt: ein Tarifvertrag zur Restrukturierung im Dezember 2025 und ein Term Sheet mit Salzgitter zum Gemeinschaftsunternehmen HKM im Februar. Die Übertragung der HKM-Anteile ist für den 1. Juni 2026 terminiert.

Weniger reibungslos verläuft der grüne Wandel: Ein Ausschreibungsverfahren zur Beschaffung von grünem Wasserstoff für das Duisburger Werk wurde ausgesetzt, weil die Angebote „deutlich höher" als erwartet ausgefallen sind. Am Kernprojekt, dem Bau einer Direct Reduction Iron-Anlage, hält der Konzern dennoch fest. Dass die Transformation zur grünen Stahlproduktion kostspielig und zeitaufwendig ist, war bekannt – die stockende Wasserstoffbeschaffung macht es greifbar.

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Marine Systems als Stabilitätsanker

Während die Stahl- und Handelssparten Umbaulasten tragen, liefert die Marinesparte Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) ein anderes Bild. Seit Oktober 2025 eigenständig börsennotiert und seit Dezember im MDAX, hält Thyssenkrupp noch 51 Prozent der Anteile. Der Auftragsbestand von 18,7 Milliarden Euro zum Jahresende 2025 untermauert die solide Pipeline: zwölf U-Boote für Kanada, zwölf Boote der Klasse 212CD für Deutschland und Norwegen sowie acht Fregatten im F127-Programm. TKMS dürfte auf absehbare Zeit der verlässlichste Ergebnisbeitrag im Portfolio bleiben.

Bemerkenswert ist außerdem eine aktuelle Stimmrechtsmitteilung: Investor Sunil Jagwani meldete eine Position von 9,13 Prozent – ausschließlich über Derivate wie Equity Swaps und Put-Optionen. Das operative Geschäft berührt das nicht, zeigt aber, dass institutionelle Akteure die laufende Restrukturierung aufmerksam begleiten.

Am Aktienmarkt schlägt sich die Gesamtlage nieder: Die Aktie hat in den vergangenen 30 Tagen rund 23 Prozent verloren und notiert mit deutlichem Abstand unterhalb ihrer gleitenden Durchschnitte. Den nächsten konkreten Fixpunkt setzt der Halbjahresbericht am 12. Mai 2026. Bis dahin entscheidet sich, ob Materials Services die operative Hürde nimmt und ob aus den Jindal-Gesprächen ein verbindliches Angebot wird – zwei Fragen, von denen die weitere Kursentwicklung maßgeblich abhängt.

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