Threema, Deutscher

Threema: Deutscher Investor übernimmt Schweizer Sicherheits-Messenger

13.01.2026 - 16:40:12

Die Münchner Comitis Capital übernimmt den datenschutzfokursierten Messenger Threema. Ziel ist die internationale Expansion, während die Kernwerte Privatsphäre und Sicherheit erhalten bleiben.

Der Schweizer Sicherheits-Messenger Threema geht in deutsche Hände über. Die Münchner Investmentfirma Comitis Capital hat die Anteile an dem datenschutzfokussierten Dienst von den bisherigen Eigentümern übernommen. Die Transaktion soll noch in diesem Monat abgeschlossen werden und leitet eine neue Wachstumsphase für die App ein, die auf strenge Datensouveränität setzt.

Strategischer Schachzug im hart umkämpften Markt

Hinter dem Deal steht eine klare Wachstumsstrategie. Comitis Capital sieht in Threema das ideale Instrument, um von globalen Megatrends zu profitieren: der steigenden Nachfrage nach abhörsicheren Kommunikationslösungen, dem europäischen Drang zur digitalen Souveränität und immer schärferen Compliance-Vorschriften. „Threema ist perfekt positioniert, um von diesen strukturellen Wachstumstrends zu profitieren“, erklärt Nikolaus Bethlen, Managing Partner bei Comitis Capital.

Für die Nutzer soll sich zunächst wenig ändern. Das Unternehmen betont, dass Management und strategische Ausrichtung bestehen bleiben. Die operative Kontinuität sei gewährleistet. Das Ziel der neuen Eigentümer ist es vielmehr, die etablierte Marke und die führende Technologie zu nutzen, um die internationale Expansion zu beschleunigen.

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Das Fundament: „Privacy-by-Design“ aus der Schweiz

Threema hat sich als datenschutzorientierte Alternative zu Massen-Messengern wie WhatsApp einen Namen gemacht. Der Kern des Dienstes ist das Prinzip „Privacy-by-Design“. Die Architektur folgt einem Zero-Knowledge-Ansatz: Der Anbieter selbst hat keinen Zugang zur Nutzerkommunikation. Alle Nachrichten, Anrufe und Dateien sind Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Als Schweizer Unternehmen unterliegt Threema dem strengen nationalen Datenschutzgesetz (DSG) und ist vollständig mit der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) konform. Ein entscheidender Unterschied zu vielen Konkurrenten: Threema kann anonym genutzt werden, ohne Verknüpfung mit Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Die gesamte Server-Infrastruktur steht in Hochsicherheits-Rechenzentren in der Schweiz.

Threema Work: Die Antwort auf regulatorischen Druck

Der Markt für sichere Business-Kommunikation boomt. Vorschriften wie die DSGVO, die kommende NIS2-Richtlinie und DORA setzen Unternehmen unter Druck, ihre digitalen Kommunikationswege abzusichern. Genau hier setzt „Threema Work“ an, die Business-Plattform des Anbieters.

Sie bietet ein zentral verwaltetes, sicheres Tool für die interne Zusammenarbeit, das teure Compliance-Verstöße verhindern soll. Über 5.000 Unternehmen und Organisationen vertrauen bereits auf diese Lösung. Der vorherige Mehrheitseigentümer, die Beteiligungsgesellschaft Afinum, hatte Threema 2020 übernommen und in eine Wachstumsphase geführt – unter anderem durch die Veröffentlichung des Quellcodes als Open-Source.

Was bedeutet die Übernahme für die Zukunft?

Mit dem frischen Kapital und der strategischen Unterstützung von Comitis Capital will Threema nun durchstarten. Der Fokus liegt auf der internationalen Verbreitung, sowohl der Consumer-App als auch der Business-Lösung. Die Branche beobachtet gespannt, ob und wie sich die Strategie in Bereichen wie Marketing, Benutzerfreundlichkeit oder Preismodellen entwickeln wird.

Eines scheint sicher: Das fundamentale Versprechen von Privatsphäre und Sicherheit bleibt unantastbar. Doch der Schub könnte zu neuen Funktionen und einer offensiveren Marktbearbeitung führen. In einem globalen Umfeld, das nach vertrauenswürdiger und konformer Kommunikation sucht, könnte Threema so seine Position als Nischenanbieter festigen und ausbauen.

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