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The Smiths: Comeback-Hoffnung oder nur Nostalgie?

14.02.2026 - 09:59:57

Warum ausgerechnet jetzt wieder alle über The Smiths reden – und was das für Fans in Deutschland bedeutet.

Kaum eine Gitarrenband der 80er sorgt 2026 noch für so viele Diskussionen wie The Smiths. Auf X, TikTok und in Reddit-Threads überschlagen sich die Posts: Neue Box-Sets, Interview-Schnipsel, wieder aufflammende Reunion-Gerüchte – und immer die gleiche Frage: Kommen The Smiths doch noch mal zurück auf eine Bühne in Europa? Für viele deutsche Fans wäre das der ultimative Indie-Traum, für andere reicht schon die Aussicht auf unveröffentlichtes Material oder hochwertige Reissues.

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Die Realität: Stand Februar 2026 gibt es keine bestätigte Reunion-Tour der Originalbesetzung. Aber es brodelt. Morrissey spielt weiterhin Solo-Shows, Johnny Marr ist ständig auf Tour, und Labels verdienen gut an Deluxe-Editionen, Anniversary-Vinyl und Streaming. Gleichzeitig entdecken Gen-Z-Fans die Band über TikTok-Sounds wie "There Is a Light That Never Goes Out" völlig neu – oft ohne zu wissen, welche Dramen, Streitigkeiten und politischen Debatten hinter dieser Band stecken.

Wir schauen uns an, was gerade wirklich passiert, wie realistisch Deutschland-Termine wären, welche Songs bei einem Comeback auf der Setlist stehen müssten – und warum die Fanbase zwischen unkritischer Verehrung und harter Cancel-Debatte hin- und hergerissen ist.

Hintergründe: Die aktuellen News im Detail

Um zu verstehen, warum im Netz wieder so viel über The Smiths geredet wird, muss man ein paar Baustellen gleichzeitig im Blick haben: Rechte an den Songs, das Verhältnis der Bandmitglieder untereinander, die Solo-Karrieren – und natürlich die große Nostalgiewelle, die seit Jahren durch Streamingdienste rollt.

Zum einen kursieren seit Monaten Berichte über neue Reissues und Box-Sets. Immer wieder tauchen Meldungen auf, dass das Debütalbum "The Smiths" oder Klassiker wie "The Queen Is Dead" erneut als limitierte Vinyl-Edition mit Bonusmaterial erscheinen sollen. In britischen Musikmedien wird vor allem darüber spekuliert, ob es noch unveröffentlichte Studio-Takes aus den Mid-80s gibt, die man in einer Deluxe-Box bündeln könnte. Für deutsche Sammler wäre das ein gefundenes Fressen – die letzten limitierten Pressungen waren hierzulande teils innerhalb weniger Tage ausverkauft.

Parallel dazu heizen Interviews von Johnny Marr die Gerüchteküche an, obwohl er inhaltlich eher auf die Bremse tritt. In mehreren Gesprächen der letzten Jahre hat Marr wiederholt betont, dass eine Smiths-Reunion "extrem unwahrscheinlich" sei. Begründung: zu viel vergangener Ärger, rechtliche Streitigkeiten, und ganz simpel unterschiedliche Lebensentwürfe. Trotzdem klammert sich ein Teil der Fanbase an jede Formulierung, die nicht komplett wie ein endgültiges Nein klingt. Wenn Marr irgendwo erwähnt, dass er "stolz auf das Erbe der Smiths" sei oder "die Songs liebe, die wir damals geschrieben haben", wird das auf Social Media sofort als heimliche Öffnung gedeutet.

Auf der anderen Seite steht Morrissey, der mit seinen umstrittenen Aussagen und politischen Positionen seit Jahren für Shitstorms sorgt. Viele ältere Fans trennen zwar strikt zwischen der Band und Morrisseys Solo-Phase, aber gerade jüngere Hörer in Deutschland diskutieren intensiv, ob man The Smiths 2026 noch bedenkenlos feiern kann, ohne Morrisseys Statements zu ignorieren. Musikforen und TikTok-Kommentare spiegeln diese Spaltung deutlich wider: Während die einen Lyrics wie "How Soon Is Now?" oder "This Charming Man" als Teil ihrer emotionalen Biografie verteidigen, sagen andere: "Ich höre die Songs, aber ich supporte Morrissey finanziell nicht mehr."

Für deutsche Fans ist zudem spannend, dass sowohl Marr als auch Morrissey regelmäßig solo in Europa touren. Immer wenn neue Daten auftauchen, wächst der Wunsch: Vielleicht stehen sie irgendwann doch wieder zusammen auf einer Bühne – zumindest für ein, zwei Smiths-Songs. Bisher blieb es bei Covermomenten: Marr spielt bei seinen Shows immer wieder "There Is a Light That Never Goes Out" oder "Bigmouth Strikes Again", Morrissey performt seinerseits Smiths-Klassiker in eigenen, leicht veränderten Arrangements.

Die Implikation für die deutsche Szene: Selbst wenn es keine echte Reunion gibt, ist die Präsenz von Smiths-Songs live so hoch wie seit den 80ern nicht mehr. Festivals in Europa buchen Morrissey oder Marr als Headliner oder Co-Headliner, Indie-Partys in Berlin, Hamburg oder Köln haben fast immer mindestens einen Smiths-Block, und neue Bands beziehen sich offen auf den Sound der Gruppe. Für eine Generation, die die Originalzeit nicht erlebt hat, fühlt sich das an wie ein lebendiger Mythos, der ständig neu erzählt wird.

Die Setlist & Show: Was dich erwartet

Auch wenn es aktuell keine offizielle The Smiths-Tour gibt, lässt sich ziemlich präzise abschätzen, wie eine Setlist im Jahr 2026 aussehen würde – einfach, weil Johnny Marr und Morrissey auf ihren Solo-Touren regelmäßig auf den Backkatalog zugreifen. Diese Shows funktionieren für viele Fans wie ein inoffizielles Smiths-Revival.

Ein Blick auf typische Johnny-Marr-Setlists der letzten Jahre zeigt ein klares Muster. Meistens tauchen folgende Smiths-Songs auf:

  • "This Charming Man"
  • "There Is a Light That Never Goes Out"
  • "How Soon Is Now?"
  • "Bigmouth Strikes Again"
  • "Please, Please, Please, Let Me Get What I Want"

Diese Tracks decken die wichtigsten Emotionen ab, die Fans mit The Smiths verbinden: Sehnsucht, Melancholie, schrägen Humor und diese schwer zu erklärende Mischung aus Trost und Verzweiflung. Live funktioniert das immer noch brutal gut. Wenn bei "There Is a Light That Never Goes Out" der Refrain einsetzt, singen selbst Leute mit, die 15 Jahre nach der Auflösung der Band geboren wurden.

Morrissey wiederum greift gerne auf Songs wie:

  • "Suedehead" (Solo, aber im gleichen emotionalen Kosmos)
  • "Girlfriend in a Coma"
  • "Shoplifters of the World Unite"
  • "Half a Person"
  • "Last Night I Dreamt That Somebody Loved Me"

Seine Shows wirken oft dunkler, theatralischer. Während Marr auf der Bühne der sympathische Gitarrennerd ist, der grinsend zwischen Rickenbacker und Fender wechselt, inszeniert Morrissey eher das gefallene Idol – Hemd offen, dramatische Gesten, Zwischenansagen, die sofort auf Social Media landen. Rein musikalisch sind beide Varianten für Smiths-Fans spannend, aber auf komplett unterschiedliche Art.

Atmosphärisch kannst du bei einer Show mit starkem Smiths-Fokus Folgendes erwarten: Vor der Halle schon Vintage-Bandshirts, 80s-Frisuren, aber auch viele Leute, die erst Mitte 20 sind und sich auf TikTok in die Ästhetik der Band verliebt haben. Im Innenraum laufen vor Beginn oft Songs von Joy Division, The Cure oder anderen Manchester-Acts, die den Vibe verstärken. Sobald die ersten Akkorde von "This Charming Man" oder "Panic" erklingen, merkst du, wie sich der Raum verändert – Smartphones gehen hoch, aber genauso viele Menschen schließen einfach die Augen und schreien die Texte raus.

Musikalisch stehen bei einem Smiths-lastigen Set vor allem diese Elemente im Mittelpunkt:

  • Gitarrenarbeit: Johnny Marrs perlende, verzahnte Riffs, oft in cleanen oder leicht angezerrten Sounds, bestimmen den Charakter. Viele aktuelle Indie-Bands versuchen das zu kopieren, aber live spürst du, wie eigen dieser Stil eigentlich ist.
  • Dramatische Dynamik: Songs wie "How Soon Is Now?" bauen ihre Spannung langsam auf, mit dem ikonischen Tremolo-Gitarrensound und hypnotischem Groove. Live zieht sich das oft länger, was dem Stück fast einen post-punkigen Trance-Effekt gibt.
  • Mitsing-Refrains: Auch wenn The Smiths nie als Stadionband geplant waren, haben Songs wie "There Is a Light That Never Goes Out" oder "Ask" fast schon hymnische Züge. In mittelgroßen Hallen in Deutschland – sagen wir 2.000 bis 5.000 Leute – funktioniert das perfekt.

Wenn es irgendwann doch zu einer Teil-Reunion oder Special-Show kommen sollte, würden zusätzlich Fan-Favoriten wie "The Boy With the Thorn in His Side", "Heaven Knows I'm Miserable Now" und "The Queen Is Dead" nahezu sicher auf der Setlist stehen. Gerade in Deutschland haben diese Songs dank alternativer Radiostationen und Indie-Partys Kultstatus. Ein Abend, an dem diese Stücke alle in Original- oder Fast-Originalbesetzung gespielt würden, wäre für viele Fans ein einmaliges Erlebnis.

Spannend ist auch, wie sich ein moderner Smiths-Abend visuell anfühlen könnte. Originaltouren in den 80ern waren relativ schlicht – ein paar Projektionen, etwas Licht, viel Rauch. 2026 würden Production-Teams vermutlich mit Retro-Visuals, VHS-Ästhetik, politischen Bildzitaten und Manchester-Stadtansichten arbeiten, um die DNA der Band ins Heute zu holen, ohne sie zu verwässern. Gleichzeitig könnten LED-Wände Morrisseys Textzeilen quasi live mitlaufen lassen – perfekt für Fans, die jedes Wort mitsprechen wollen.

Die Gerüchteküche: Was Fans vermuten

Wer sich 2026 durch Reddit-Threads, Discord-Server und TikTok-Kommentare zu The Smiths scrollt, landet schnell in einer eigenen Welt. Dort wird nicht nur diskutiert, welche Pressung von "The Queen Is Dead" am besten klingt, sondern vor allem: Wie realistisch ist eine Reunion? Die Meinungen gehen weit auseinander.

In vielen Subreddits kursiert ein halb ironischer, halb ernst gemeinter Running Gag: "Every year since 1987 is the year The Smiths reunite." Jedes Interview-Snippet von Johnny Marr wird analysiert, jede Andeutung eines britischen Festivalbookers sofort in die Richtung gedeutet, dass da etwas Größeres vorbereitet wird. Einige Fans verweisen darauf, dass andere zerstrittene Bands wie My Bloody Valentine oder sogar Guns N' Roses irgendwann doch wieder zusammengefunden haben – warum also nicht auch The Smiths?

Auf TikTok entstehen parallel Fan-Edits mit Fake-Postern: "The Smiths – European Reunion Tour 2027", inklusive fiktiver Dates in Berlin, Hamburg, Köln und München. Viele Creator markieren die Clips als "Fanmade" oder "Wishful Thinking", aber in den Kommentaren liest man trotzdem: "Ich würde 300 Euro für Tickets zahlen" oder "Ich würd mein Studium hinschmeißen, nur um die einmal live zu sehen". Genau an diesem Punkt startet die nächste Debatte: Wie teuer dürfte so eine Tour überhaupt sein, ohne komplett an der eigenen Working-Class- und Außenseiter-DNA vorbeizugehen?

In deutschen Musikgruppen wird heftig über Ticketpreise spekuliert. Nach dem Preisdruck der letzten Jahre – mit VIP-Paketen, Dynamic Pricing und absurden Servicegebühren – wünschen sich viele, dass eine Smiths-Tour bewusst dagegenhält. Vorschläge, die viral gingen, reichen von "Flat 50 Euro pro Ticket, egal wo" bis „Limitierte Vorverkäufe für Fans, die nachweisen können, dass sie seit Jahren Vinyls kaufen". Realistisch ist das alles nicht, aber es zeigt, wie emotional das Thema aufgeladen ist. The Smiths sind für viele eben mehr als nur eine Band – sie stehen für einen bestimmten Blick auf die Welt, für Outsider-Romantik und Anti-Mainstream-Haltung.

Ein weiterer Dauerbrenner in der Gerüchteküche: Neue Musik aus alten Sessions. Immer wieder taucht die Idee auf, dass es in irgendwelchen Archiven noch komplette, ungehörte Songs gibt – nicht nur alternative Takes oder Demos, sondern tatsächliche, hochwertige Stücke. Bisher gibt es dafür keine handfesten Beweise, aber einzelne Produzenten- oder Engineer-Statements aus der Vergangenheit werden regelmäßig zitiert und ausgeschlachtet. In Fan-Theorien heißt es dann: "Das Label hält sich die Aufnahmen für eine große 40-Jahre-Jubiläumsbox von 'The Queen Is Dead' zurück."

Gleichzeitig verläuft eine ganz andere Diskussionslinie: Darf man The Smiths 2026 überhaupt noch bedingungslos hypen? Vor allem auf TikTok und Instagram, wo politische und kulturelle Debatten eng mit Musikempfehlungen verwoben sind, äußern sich jüngere Fans kritisch zu Morrisseys Aussagen der letzten Jahre. Manche posten Listen mit "Smiths-Songs, die ich liebe, obwohl Morrissey problematisch ist" und erklären, wie sie versuchen, den Musiker als Person von seinem Werk zu trennen – oder bewusst Streams auf alternative Plattformen lenken, damit möglichst wenig Tantiemen an ihn fließen.

Diese Spannung ist Teil der heutigen The-Smiths-Fankultur: pure Nostalgie einerseits, reflektierter Umgang mit problematischen Statements andererseits. Viele deutsche Fans wünschen sich deshalb eine Art kreative Fortführung ohne Morrissey: z.B. All-Star-Shows, bei denen unterschiedliche Sänger:innen Smiths-Songs interpretieren, während Johnny Marr als musikalischer Leiter agiert. In Foren tauchen Fantasie-Line-ups auf, mit Gästen von Sam Fender bis Phoebe Bridgers oder deutschsprachigen Acts mit Indie-Schwerpunkt. Ob so ein Projekt jemals Realität wird, ist völlig offen – aber die Ideen zeigen, wie lebendig dieses Erbe immer noch ist.

Alle Daten auf einen Blick

Auch ohne offizielle The-Smiths-Tour gibt es ein paar harte Daten, die für Fans in Deutschland wichtig sind – von historischen Fakten bis zu typischen Solo-Livesituationen der Bandmitglieder.

JahrEreignisOrt / Bezug
1984Veröffentlichung des Debütalbums "The Smiths"UK-Release, später Kultstatus in Deutschland
1985Album "Meat Is Murder" erscheintWichtige Songs: "The Headmaster Ritual", "I Want the One I Can't Have"
1986"The Queen Is Dead" wird veröffentlichtGilt vielen als bestes Album der Band, stark in deutschen Indie-Charts
1987"Strangeways, Here We Come" & Auflösung der BandLetztes Studioalbum, danach Trennung von The Smiths
späte 80er / 90erMorrissey startet Solo-KarriereDeutschland-Tourneen solo, Smiths-Songs teils im Set
2000erJohnny Marr arbeitet mit verschiedenen Bandsu.a. mit Modest Mouse, The Cribs; Smiths-Erbe bleibt präsent
2010erZunehmende Reunion-SpekulationenImmer wieder von Johnny Marr dementiert
2020erTikTok-Revival von Songs wie "There Is a Light That Never Goes Out"Neue Fan-Generation in Deutschland entdeckt The Smiths
2026Solo-Touren von Marr/Morrissey in Europa möglich, aber keine Smiths-Reunion bestätigtDeutsche Fans hoffen weiter auf besondere Shows oder Reissues

Häufige Fragen zu The Smiths

Weil die Diskussionen im Netz oft dieselben Themen drehen, hier ausführliche Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um The Smiths – speziell für Fans in Deutschland.

1. Wird es 2026 eine Reunion von The Smiths geben?

Aktuell spricht so gut wie nichts für eine echte Reunion im Original-Line-up. Johnny Marr hat in mehreren Interviews klar gemacht, dass er mit seinem Leben und seiner Solo-Karriere zufrieden ist und kein Interesse an einer Rückkehr zu alten Konflikten hat. Morrissey wiederum wirkt nicht wie jemand, der plötzlich bereit wäre, alte Streitigkeiten beiseitezulegen. Hinzu kommen komplizierte Rechtefragen und die Tatsache, dass beide künstlerisch längst ihre eigenen Wege gehen.

Trotzdem ist die Hoffnung nicht völlig aus der Luft gegriffen – allein deshalb, weil die Musikindustrie immer wieder gezeigt hat, dass selbst scheinbar unmögliche Comebacks irgendwann passieren. Aber: Wenn so etwas real würde, würde es sehr wahrscheinlich riesig angekündigt und nicht heimlich in kleinen Clubs stattfinden. Halte also eher Ausschau nach großen Festival-Headlines oder offiziellen Statements der Beteiligten statt auf dubiose "Leak"-Screenshots in sozialen Medien zu vertrauen.

2. Wie kann ich als deutscher Fan The Smiths aktuell live erleben?

Die realistischste Möglichkeit sind Solo-Shows von Johnny Marr oder Morrissey. Beide touren immer wieder durch Europa, Deutschland ist in der Regel Teil dieser Routen – mit Stops in Städten wie Berlin, Hamburg, Köln oder München. In den Setlists tauchen regelmäßig Smiths-Songs auf, teils nah am Original, teils in modifizierten Versionen.

Daneben gibt es in vielen deutschen Städten Tribute-Bands oder Themenabende in Clubs, bei denen The Smiths im Mittelpunkt stehen. Das ist natürlich kein Ersatz für die Originalbesetzung, aber oft eine liebevoll kuratierte Hommage mit Setlists, die tief in den Katalog eintauchen. Wer Lust auf Gemeinschaftserlebnis hat, ist dort richtig: Man trifft Gleichgesinnte, die dieselben Zeilen auswendig mitsprechen und dieselben Plattencover im Schrank haben.

3. Welche Alben von The Smiths sollte ich als Einsteiger zuerst hören?

Wenn du neu bei The Smiths bist, ist ein guter Startpunkt die Compilation "The Sound of The Smiths" oder "Hatful of Hollow", weil dort viele zentrale Singles und Radio-Session-Versionen gebündelt sind. So bekommst du einen Überblick, wie breit das Songwriting-Spektrum ist – von melancholischen Balladen bis zu schnelleren Gitarrenhits.

Danach lohnt sich der Fokus auf den Studioalben:

  • "The Queen Is Dead" (1986): Häufig als ihr Meisterwerk bezeichnet. Enthält Klassiker wie "There Is a Light That Never Goes Out", "I Know It's Over" und den Titeltrack.
  • "Meat Is Murder" (1985): politischer, kantiger, mit Songs wie "The Headmaster Ritual" und dem vegetarischen Statement-Titeltrack.
  • "Strangeways, Here We Come" (1987): oft unterschätzt, aber sehr atmosphärisch, mit Stücken wie "Last Night I Dreamt That Somebody Loved Me".

Über Streaming kannst du dir schnell einen Eindruck verschaffen, aber viele deutsche Fans schwören auf Vinyl, weil Artwork und Haptik für sie Teil des Erlebnisses sind. Gerade die Cover-Fotografie von The Smiths ist extrem ikonisch und wurde unzählige Male zitiert.

4. Wie gehe ich mit den kontroversen Aussagen von Morrissey um?

Das ist eine persönliche Entscheidung, die dir niemand abnehmen kann. Fakt ist: Viele Aussagen, die Morrissey in den letzten Jahren öffentlich gemacht hat, stoßen Menschen vor den Kopf und stehen für einige klar im Widerspruch zu den Werten, die sie mit The Smiths verbinden. In Deutschland – wo politische Sensibilität bei Themen wie Rassismus und Nationalismus besonders hoch ist – reagieren viele Fans entsprechend kritisch.

Ein häufiger Umgangsweg, der online diskutiert wird: Manche hören The Smiths weiterhin, supporten aber die Solo-Karriere Morrisseys nicht mehr aktiv, etwa durch Ticketkäufe oder Merch. Andere versuchen, das Werk komplett vom Künstler zu trennen – ähnlich wie bei anderen problematischen Persönlichkeiten in Musik und Film. Wieder andere sagen: "Ich kann die Musik nicht mehr genießen, ohne an diese Aussagen zu denken" und steigen ganz aus.

Wichtig ist, dass die Diskussion respektvoll geführt wird. Gerade jüngere Fans, die Themen wie Diversität und Awareness stark priorisieren, bringen hier oft berechtigte Perspektiven ein. Die Bandgeschichte gehört ihnen genauso wie den Fans, die in den 80ern schon dabei waren.

5. Warum sind The Smiths für so viele heutige Indie-Acts noch immer ein Vorbild?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Musikalisch war Johnny Marrs Gitarrenspiel wegweisend: Statt dicker Powerchords setzte er auf komplexe, aber eingängige Pickings, offene Akkorde und ineinander verschachtelte Linien. Das hat einen ganzen Zweig von Indie- und Alternative-Gitarrenbands geprägt – von den frühen Oasis über The Housemartins bis zu Acts der 2000er-Indie-Welle.

Inhaltlich traf Morrisseys Art, über Einsamkeit, Außenseitertum, queere Codes und Alltagsfrust zu schreiben, einen Nerv, der bis heute nachhallt. Viele aktuelle Künstler:innen, auch aus Deutschland, zitieren The Smiths als Einfluss, wenn es um ehrliche, verletzliche Texte geht. Dazu kommt die visuelle Ästhetik: Die melancholischen Cover, die typischen Fonts, die schwarz-weißen Promofotos werden ständig in Mode-Editorials, Musikvideos und Insta-Feeds aufgegriffen.

Für Gen Z wirkt das Ganze zugleich vintage und erstaunlich zeitnah. Themen wie soziale Unsicherheit, psychische Gesundheit oder das Gefühl, nicht in diese Welt zu passen, sind 2026 vielleicht sogar aktueller als in den 80ern. The Smiths liefern dafür einen musikalischen Code, der sich in Playlists, Memes und kurzen Clips gut übersetzen lässt.

6. Gibt es spezielle Bezüge von The Smiths zu Deutschland?

Direkte Deutschland-Songs wie bei manchen anderen Bands gibt es zwar nicht, aber die Verbindung ist trotzdem stark. In den 80ern liefen The Smiths in einigen alternativen deutschen Radiosendern und in Studentenkreisen rauf und runter, besonders in Städten mit lebendiger Indie- und Postpunk-Szene. Viele heutige deutsche Indie-Musiker:innen erzählen in Interviews, dass ältere Geschwister oder Eltern Smiths-Platten hatten, die sie prägten.

Hinzu kommt, dass deutschsprachige Medien – von Musikmagazinen bis zu Blogs – The Smiths über Jahrzehnte als Referenzgröße behandelt haben. Wenn es um melancholischen Indie geht, taucht fast automatisch der Vergleich "klingt ein bisschen wie The Smiths" auf. Bei Solo-Touren von Marr oder Morrissey sind die Hallen hierzulande meist gut gefüllt, und in Berlin, Hamburg oder Köln gibt es regelmäßig Partys mit expliziten Smiths-/Manchester-Schwerpunkten.

Ob es irgendwann noch einmal ein echtes The-Smiths-Event auf deutschem Boden geben wird, ist offen. Aber selbst ohne Reunion ist der Einfluss der Band auf die lokale Szene klar spürbar – von Vintage-Secondhand-Looks bis zu Gitarrensounds neuer Indie-Acts.

7. Lohnt es sich 2026 noch, physische Releases von The Smiths zu kaufen?

Wenn du nur schnell in die Musik reinhören willst, reicht Streaming natürlich völlig. Aber physische Releases bieten dir 2026 einen deutlichen Mehrwert. Erstens klingen gut gemasterte Vinylpressungen – vorausgesetzt, du hast einen ordentlichen Plattenspieler – oft voller und lebendiger als stark komprimierte Streams. Zweitens sind Artwork, Liner Notes und Fotos ein eigener Teil der Smiths-Erfahrung.

Gerade bei The Smiths kommt hinzu, dass viele Pressungen Sammlerwert haben. Limitierte Reissues, farbige Vinyls oder Box-Sets steigen oft im Preis, wenn sie ausverkauft sind. Wenn dich das Sammelfieber einmal gepackt hat, macht es Spaß, auf deutschen Flohmärkten, Plattenbörsen oder in spezialisierten Indie-Shops nach seltenen Versionen zu jagen. Wichtig: Vorher informieren, welche Ausgaben wirklich besonders sind – nicht jede "Limited Edition" ist automatisch rar.

Unterm Strich gilt: The Smiths sind 2026 keine harmlose Retro-Band, sondern ein lebendig diskutiertes Kapitel Popgeschichte, das ständig neu bewertet wird. Ob du lieber im Moshpit zu "Panic" ausrastest, stille Nächte mit "I Know It's Over" verbringst oder stundenlang Reddit-Threads über Bootlegs liest – die Band liefert immer noch genug Stoff.


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