The ODP Corp, US6710441055

The ODP Corp-Aktie: Versteckter Turnaround-Wert – lohnt jetzt der Einstieg?

21.02.2026 - 11:17:28 | ad-hoc-news.de

Die ODP Corp meldet frische Zahlen und einen radikalen Umbau – doch die Aktie bleibt unter dem Radar deutscher Anleger. Welche Chancen und Risiken sich jetzt für mutige Investoren auftun, zeigt diese Analyse mit Blick auf US- und EU-Markt.

Bottom Line zuerst: Die Aktie von The ODP Corp (Office-Depot-Mutter, ISIN US6710441055) bleibt nach neuen Geschäftszahlen und laufender Restrukturierung ein kaum beachteter Nebenwert – mit überraschend soliden Cashflows, aber klaren Strukturproblemen im US-Einzelhandel.

Für deutsche Anleger ist die Aktie trotz niedriger Bewertung kein Selbstläufer: Entscheidend sind jetzt die Margen im B2B-Geschäft, der Umgang mit der Flaute im Retail-Segment und die Kapitalrückführung an Aktionäre.

Was Sie jetzt wissen müssen: Wie steht ODP operativ wirklich da, warum ist der Markt so skeptisch – und wo liegen realistische Chancen im Vergleich zu DAX- und MDAX-Titeln?

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

The ODP Corp ist die Holding hinter Office Depot und OfficeMax und hat sich in den vergangenen Jahren von einem klassischen Büromaterial-Händler zu einem diversifizierten B2B-Dienstleister mit Fokus auf Business-Lösungen und IT-Services entwickelt.

Der Markt bleibt dennoch skeptisch: Der strukturelle Rückgang im stationären Bürobedarf und die Nachwehen der Pandemie belasten die Story, obwohl die Bilanz deutlich robuster ist als noch vor einigen Jahren.

Für Investoren aus Deutschland ist ODP damit ein typischer „Special Situation“-Wert: fundamental interessant, aber mit klaren Risiken in der Geschäftsstruktur und in der US-Konjunktur.

Aktuelle Kurs- und Basisdaten im Überblick

Kennzahl Wert (gerundet) Einordnung
ISIN / Ticker US6710441055 / ODP US-Listing, Handel u.a. an der Nasdaq
Branche Bürobedarf, B2B-Services, IT-Lösungen zyklisch, von Unternehmensinvestitionen abhängig
Geschäftssegmente Business Solutions, Retail, Veyer Supply Chain Verschiebung weg vom reinen Retail hin zu B2B
Relevante Börse für deutsche Anleger US-Heimatmarkt (USD), in Deutschland i.d.R. als Auslandsaktie handelbar Währungsrisiko (EUR/USD) beachten

Die Performance der ODP-Aktie war in den vergangenen Jahren stark schwankend: Phasen deutlicher Kursanstiege nach Restrukturierungsfortschritten wurden immer wieder von Rücksetzern begleitet, wenn der Markt Zweifel an der Nachhaltigkeit der Margen im Kerngeschäft anmeldete.

Anders als große US-Technologiewerte korreliert ODP deutlich stärker mit den Erwartungen an die Realwirtschaft: Investitionszurückhaltung bei Unternehmen, Sparprogramme und Kostendruck schlagen direkt auf die Nachfrage nach Büroausstattung und Services durch.

Für deutsche Anleger bedeutet das: Die Aktie kann als konjunktursensibles Investment dienen – mit eigenem Profil, aber in Teilen vergleichbar mit Zyklikern im MDAX oder SDAX.

Strukturwandel: Vom Büroartikelhändler zum B2B-Dienstleister

Der zentrale Investment-Case bei The ODP Corp liegt heute nicht mehr im klassischen Retail, sondern im Umbau zum serviceorientierten B2B-Partner.

Dazu zählen unter anderem:

  • Business Solutions Division: Belieferung von Firmen- und Behördenkunden mit Bürobedarf, Möbeln und zunehmend auch IT-Lösungen.
  • Technology- und IT-Services: Beratung, Implementierung und Wartung von IT-Infrastruktur für kleine und mittlere Unternehmen.
  • Supply-Chain-Services (Veyer): Logistik, Lagerhaltung und Lieferkettenmanagement, auch für Drittanbieter.

Parallel dazu schreitet der Rückbau wenig profitabler stationärer Läden voran: Filialschließungen und Flächenoptimierungen sollen die Profitabilität erhöhen, führen aber kurzzeitig zu Restrukturierungskosten.

Warum das für den deutschen Markt relevant ist

Aus Sicht deutscher Investoren ist The ODP Corp in mehrfacher Hinsicht interessant:

  • Stellvertreter für US-Büro- und Dienstleistungsnachfrage: ODP bietet einen Einblick in Investitionsbereitschaft und Kostenstruktur von US-Unternehmen – ein Frühindikator auch für globale B2B-Trends.
  • Diversifikation jenseits von Tech und DAX-Schwergewichten: Viele deutsche Portfolios sind stark in heimische Industrie- und US-Big-Tech-Werte konzentriert. ODP bietet ein anderes Risiko-/Renditeprofil.
  • Währungshebel: Wer in Euro denkt, spielt mit ODP indirekt auch die Entwicklung des US-Dollar. Bei schwächerem Euro kann ein Teil der Performance allein aus der Währung kommen.

Gleichzeitig ist die Liquidität geringer als bei Standardwerten, und der Informationsfluss für deutschsprachige Anleger ist deutlich dünner – ein zusätzlicher Risikofaktor, der auch Chancen bietet, wenn der Markt ein Unternehmen zu stark pauschal „abschreibt“.

Makrorisiken: Zinsen, Inflation, Remote Work

Für die Kursentwicklung von ODP sind drei externe Faktoren entscheidend:

  • Zinsniveau in den USA: Höhere Finanzierungskosten treffen zwar vor allem hochverschuldete Geschäftsmodelle; dennoch belasten hohe Zinsen allgemein die Investitionslaune der Unternehmen, was die Nachfrage nach Büroausstattung dämpfen kann.
  • Inflation und Kostendruck: Steigende Löhne und Logistikkosten müssen an Kunden weitergegeben werden. Gelingt das nicht, erodieren Margen.
  • Remote Work & Hybrid Office: Je mehr dauerhaft im Homeoffice gearbeitet wird, desto weniger klassische Büroflächen werden benötigt. ODP versucht, dies mit Services und Lösungen rund um hybride Arbeitsmodelle zu kompensieren.

Diese Themen kennen auch deutsche DAX-Konzerne: Von Bürovermietern über IT-Consultants bis zu Büroausstattern stehen alle vor der Frage, wie das Arbeiten der Zukunft aussieht – und wie man daran verdient.

Chancen: Cashflow, Bilanz, Aktionärsrendite

Positiv für langfristig orientierte Anleger: ODP hat in den vergangenen Jahren sichtbar an der Bilanz gearbeitet, Schulden reduziert und die operative Effizienz gesteigert.

Hinzu kommt, dass das Unternehmen wiederholt Programme zur Kapitalrückführung an die Aktionäre umgesetzt hat, etwa in Form von Aktienrückkäufen oder Dividendenanpassungen, sofern es die Ertragslage zulässt.

Für Value-orientierte deutsche Investoren, die jenseits der bekannten Blue Chips nach Sondersituationen suchen, kann ODP damit ein Kandidat für die Watchlist sein – vorausgesetzt, man akzeptiert Volatilität und Geschäftsrisiken.

Risiken: Wettbewerbsdruck und struktureller Rückgang

Die Kehrseite der Medaille ist klar: Der klassische Büroartikelmarkt schrumpft strukturell und steht in direkter Konkurrenz zu E-Commerce-Giganten wie Amazon sowie spezialisierten Onlineanbietern.

ODP muss daher zweierlei leisten: den Rückgang im traditionellen Retail-Geschäft abfedern und gleichzeitig im B2B- und Servicesegment genügend Wachstum generieren, um den Konzern insgesamt auf einen nachhaltigen Wachstumspfad zu bringen.

Gelingt dieser Spagat nicht, könnte der Markt die Aktie dauerhaft mit einem Bewertungsabschlag versehen – unabhängig von einzelnen guten Quartalen.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Die number of aktiven Analysten, die The ODP Corp regelmäßig covern, ist im Vergleich zu großen US-Standardwerten überschaubar – typisch für einen Mid Cap in einem eher unattraktiven Sektor.

Unabhängig voneinander berichten größere Finanzportale und Datenanbieter jedoch von einem gemischten bis leicht positiven Stimmungsbild: Viele Analysten sehen die Restrukturierung grundsätzlich auf Kurs, weisen aber explizit auf die inhärenten Sektorrisiken hin.

Quelle Rating-Tendenz Kernaussage
US-Broker & Research-Häuser (Auswertung mehrerer Berichte) Überwiegend "Halten" bis "Moderates Kaufinteresse" Restrukturierung fortgeschritten, Bewertung günstig; allerdings begrenztes Wachstum und Sektorrisiken
Finanzportale mit Konsensdaten Vorsichtiger Optimismus Potenzial bei Erfolgsfortschritt im B2B- und IT-Servicesegment; Fokus auf Cashflow und Kapitalrückführung

Für deutsche Anleger ist besonders wichtig, die Zeitachse zu beachten: Analysten, die positiv gestimmt sind, argumentieren häufig mit einem Horizont von mehreren Jahren und setzen eine Fortsetzung der Effizienzprogramme voraus.

Kurzfristig kann die Aktie hingegen empfindlich auf Konjunktursorgen, Signale aus dem US-Retail und Meldungen zu Filialschließungen oder Restrukturierungskosten reagieren.

Fazit aus Analystensicht: ODP ist kein „Muss im Depot“, aber für risikobewusste Anleger mit Faible für Turnaround- und Value-Stories ein möglicher Baustein, sofern man die Volatilität aushält und eng am Nachrichtenflow bleibt.

Was das für Ihre Strategie als deutscher Anleger bedeutet

  • Konservative Anleger: Sollten ODP eher als Beobachtungswert behandeln und auf klarere Signale für stabiles Wachstum und Margenstärkung warten.
  • Renditejäger mit Fokus auf Sondersituationen: Können bei Rücksetzern selektiv Positionen aufbauen, sollten aber eine strikte Risikobegrenzung (Positionsgröße, Stop-Loss) definieren.
  • Breit diversifizierte ETF-Investoren: Spielen ODP ohnehin indirekt über US-Small- und Mid-Cap-Indizes – ein Einzelinvestment ist dann nur sinnvoll, wenn man gezielt ein Übergewicht in dieser Nische will.

Hinweis für Privatanleger in Deutschland: Die ODP-Aktie ist ein spezialisierter US-Nebenwert. Vor einem Investment sollten Sie neben den üblichen Unternehmensrisiken insbesondere das Währungsrisiko (USD/EUR), die geringere Analystenabdeckung und die zyklische Abhängigkeit vom US-Unternehmenssektor berücksichtigen.

Wie immer gilt: Diese Analyse ersetzt keine individuelle Anlageberatung, sondern soll Ihnen einen strukturierten Überblick geben, um die Aktie von The ODP Corp besser einordnen zu können – und sie im Kontext Ihres persönlichen Risikoprofils mit Alternativen an deutschen und internationalen Märkten zu vergleichen.

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