Texas, Instruments

Texas Instruments bringt Superchips für autonomes Fahren

15.01.2026 - 11:30:12

Texas Instruments revolutioniert mit einer neuen Chip-Generation den Markt für autonomes Fahren. Der TDA5 verspricht Rechenleistung für Level 4 – zu Massenmarkt-Preisen.

DALLAS – Der Halbleiter-Riese Texas Instruments (TI) stellt die Weichen für das autonome Fahren der nächsten Dekade. Mit der neuen TDA5-Chipfamilie liefert das Unternehmen die Rechenpower für fortgeschrittene Fahrassistenzsysteme (ADAS) bis hin zu vollständig fahrerlosen Fahrzeugen. Die nach der CES 2026 vorgestellte Technologie soll hochautomatisiertes Fahren für breite Fahrzeugklassen erschwinglich machen.

Herzstück der Ankündigung ist das skalierbare TDA5 System-on-Chip (SoC). Es löst die bisherige Jacinto-Generation ab und bietet eine gewaltige Leistungsspanne: von 10 TOPS (Billionen Operationen pro Sekunde) für grundlegende ADAS-Funktionen bis zu 1.200 TOPS für Hochleistungsrechnen. Diese obere Leistungsklasse ist entscheidend für Level-4-Autonomie, die ein supercomputerähnliches Architektur für komplexe Entscheidungen in fahrerlosen Fahrzeugen erfordert.

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„Die Branche bewegt sich klar in Richtung zentralisierte Computerarchitekturen“, erklärt Roland Sperlich, Vice President of Processors bei TI. Der TDA5 integriere Wahrnehmung, Sensorfusion und Gateway-Funktionen auf einem einzigen Chip. Das ermögliche die dynamische Ressourcenzuteilung, die für höhere Autonomiestufen nötig sei. Analysten sehen in der 1.200-TOPS-Marke einen direkten Angriff auf High-End-Konkurrenzprodukte.

4D-Radar: Die Augen für alle Wetterlagen

Zur Prozessorleistung gesellt sich ein neuer Sensorkniff: der AWR2188 4D-Imaging-Radar-Transceiver. Autonome Systeme sind auf zuverlässige „Augen“ bei jedem Wetter angewiesen – eine Schwachstelle herkömmlicher Kameras.

Der kompakte Single-Chip-Transceiver vereint acht Sender und acht Empfänger. Er macht komplexe Antennenarrays überflüssig und kann Objekte auf über 350 Meter Entfernung präzise erfassen. Diese Reichweite ist lebenswichtig für Level-3- und Level-4-Systeme auf Autobahnen, wo Fahrzeuge Sekunden Vorwarnzeit für sichere Entscheidungen brauchen.

„Halbleiter sind zentral für die Vision einer Zukunft ohne Hände am Steuer“, sagt Mark Ng, Director of Automotive Systems bei TI. Die Kombination aus Radar und TDA5-Prozessoren solle die robusten „Augen und Gehirne“ für die kommerzielle Umsetzung liefern.

Daten-Autobahn im Fahrzeug

Damit die gewaltigen Datenmengen blitzschnell fließen, präsentiert TI zudem den DP83TD555J-Q1. Dieser Ethernet-Baustein (PHY) erweitert das Fahrzeugnetzwerk bis zum letzten Sensor und ermöglicht Nanosekunden-genaue Synchronisation.

Diese Entwicklung ist fundamental für die Software-definierte Fahrzeugarchitektur (SDV). Sie ersetzt schwere, komplexe Kabelbäume durch schlanke Ethernet-Netzwerke. Das reduziert Fahrzeuggewicht und Produktionskosten und erhöht gleichzeitig die Zuverlässigkeit der Datenübertragung für sicherheitskritische Funktionen.

Strategie: Skalierbarkeit für die ganze Modellpalette

Die Ankündigung sendet deutliche Signale in die Automobilbranche. Während sich Wettbewerber oft auf Premium-Segmente oder Robotaxis konzentrieren, setzt TI auf Skalierbarkeit. Eine Architektur von 10 bis 1.200 TOPS erlaubt es Herstellern, ihre Software-Investitionen über alle Fahrzeugklassen hinweg zu nutzen.

Ein Automobilkonzern könnte den Einstiegs-TDA5 für einen Kompaktwagen mit Level-2+-Features und die Hochleistungsvariante für eine Luxuslimousine mit Level-4-Fähigkeiten verwenden – mit derselben Softwarebasis. Zur Beschleunigung der Entwicklung kooperiert TI mit Synopsys für ein virtuelles Entwicklungskit. Dieser „Digitale Zwilling“ erlaubt Software-Entwicklung lange vor Verfügbarkeit der Hardware und könnte die Entwicklungszeit um bis zu ein Jahr verkürzen.

Ausblick: Erste Chips noch 2026

Die ersten Muster des TDA54-Q1, des führenden SoC der neuen Familie, sollen ausgewählten Automobilkunden bis Ende 2026 zur Verfügung stehen. Im Wettrennen um „Eyes-off“-Fahrerlebnisse wird verfügbare, effiziente Hochleistungs-Hardware zum entscheidenden Faktor.

Mit der TDA5-Familie positioniert sich Texas Instruments nicht nur als Mitläufer, sondern als Infrastruktur-Anbieter für die nächste Welle der Automobilinnovation. Die Strategie, Hochleistung mit Massenmarktfähigkeit zu verbinden, könnte Level-4-Autonomie aus der Nische holen und zum Standard auf deutschen Straßen machen.

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