Tesla, Luxus-Elektroautos

Tesla stellt Luxus-Elektroautos ein – für Roboter-Produktion

31.01.2026 - 13:43:12

Tesla stellt die Produktion seiner Luxusmodelle ein, um humanoide Roboter in Serie zu fertigen. Dies befeuert einen historischen Nachfrageanstieg nach leistungsstarken Solid-State-Batterien.

Tesla beendet die Fertigung seiner Modelle S und X, um Platz für die Serienproduktion von humanoiden Robotern zu schaffen. Diese strategische Wende befeuert einen historischen Boom bei Hochleistungsbatterien.

Solid-State-Batterien: 1500-facher Nachfrage-Sprung erwartet

Der Markt für humanoide Roboter droht die Batterieindustrie umzukrempeln. Eine Studie des Analysehauses TrendForce prognostiziert einen beispiellosen Anstieg der Nachfrage nach Solid-State-Batterien. Sie soll von bescheidenen 0,05 Gigawattstunden (GWh) im Jahr 2026 auf über 74 GWh bis 2035 explodieren – eine Steigerung um das 1500-Fache.

Der Grund ist simpel, aber gewichtig: Die Ausdauer aktueller Roboter reicht nicht aus. Modelle wie der H1 von Unitree oder Teslas erster Optimus-Prototyp nutzen klassische Lithium-Ionen-Batterien. Sie ermöglichen nur zwei bis vier Stunden aktiven Betrieb. Für einen wirtschaftlichen Einsatz in Industrie oder Haushalt sind aber fünf bis acht Stunden nötig – ohne dass das Roboter-Gewicht in die Höhe schießt.

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Solid-State-Batterien gelten als Schlüssel zur Lösung. Sie ersetzen den flüssigen Elektrolyten durch einen festen. Das bedeutet mehr Energie pro Kilogramm und größere Sicherheit. Beides ist entscheidend für Maschinen, die eng mit Menschen zusammenarbeiten sollen.

Tesla: Vom Autobauer zum „physischen KI“-Unternehmen

Die Industrie vollzieht eine radikale Wende – und Tesla geht voran. Konzernchef Elon Musk verkündete am 28. Januar im Rahmen der Bilanzpressekonferenz zum vierten Quartal 2025, dass die Produktion der Luxusmodelle Model S und Model X bis Mitte 2026 eingestellt wird. Die freiwerdenden Kapazitäten im Stammwerk in Fremont, Kalifornien, werden für die Serienfertigung des Optimus-Roboters genutzt.

Für Beobachter markiert dieser Schritt den endgültigen Übergang Teslas vom Automobilhersteller zu einem Unternehmen für „physische Künstliche Intelligenz“. Musk peilt die Hochskalierung der Produktion des Optimus Gen 3 für Ende 2026 an. Das langfristige Ziel: Millionen Einheiten pro Jahr. Die Ankündigung überzeugte auch Investoren: Die Analysefirma Morningstar erhöhte ihren Fair-Value für Tesla-Aktien und verwies auf den vorgezogenen Zeitplan für die Roboter-Produktion.

Börse setzt auf Batterie-Pioniere

Die Konvergenz von Robotik und Batterietechnik lässt bereits die Finanzmärkte reagieren. Aus Südkorea wurde bekannt, dass LG Energy Solution in Lieferverhandlungen für Teslas Optimus-Programm ist. Die Meldung trieb die Aktie des Batterieriesen um etwa 11 Prozent nach oben.

Auch Samsung SDI profitiert vom Hype. Deren Aktienkurs ist seit Jahresbeginn Ende Januar bereits um fast 40 Prozent gestiegen. Anleger setzen gezielt auf Unternehmen mit ausgereiften Solid-State-Roadmaps. Sie gelten als die großen Gewinner des kommenden Roboter-Booms.

Die absoluten Zahlen für 2026 mögen mit 0,05 GWh noch klein wirken. Doch das Wachstum ist exponentiell. TrendForce schätzt, dass der Absatz humanoidier Roboter 2026 bereits 50.000 Einheiten übersteigen wird – ein Plus von mehr als 700 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die große Hürde: Energie-Dichte

Trotz des Optimismus warnen Experten vor technischen Hürden. Das Beratungsunternehmen Gartner sprach am 31. Januar eine „Realitätsprüfung“ aus. Energieengpässe und Integrationsprobleme könnten die breite Einführung verzögern. Die Firma sagt voraus, dass bis 2028 weniger als 20 Unternehmen die Serienproduktion von humanoiden Robotern erfolgreich hochskalieren werden.

Die zentrale Herausforderung bleibt die Energiedichte. Aktuell benötigen Roboter schwere Batteriepacks, die viel Platz im Torso beanspruchen und Beweglichkeit sowie Traglast limitieren. Solid-State-Technologie verspricht hier den Durchbruch. Während ein Roboter mit einer Standard-Lithium-Ionen-Batterie vielleicht zwei Stunden dynamisch laufen kann, könnte eine gleich schwere Solid-State-Batterie die Laufzeit auf über vier Stunden verdoppeln – und damit die Schwelle zur wirtschaftlichen Rentabilität überschreiten.

Die Symbiose aus humanoiden Robotern und Solid-State-Batterien scheint die Energiespeicher-Landschaft nachhaltig zu verändern. Während Tesla ganze Fabriken umrüstet und Batteriegiganten wie LG und Samsung um Lieferverträge konkurrieren, wird das Zeitalter der „physischen KI“ schnell zur industriellen Realität.

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