Tesla schafft Standard-Autopilot ab und setzt auf FSD-Abos
23.01.2026 - 21:11:12Tesla stellt den Verkauf seines legendären Autopilot-Pakets als Standardausstattung ein. Ab sofort erhalten Neukäufer in Nordamerika nur noch eine einfache Tempomat-Funktion. Der Schritt zwingt Kunden zum teureren „Full Self-Driving“-Abo und markiert eine radikale strategische Wende.
Die Änderung, die diese Woche im Online-Konfigurator des Unternehmens umgesetzt wurde, bedeutet: Neue Fahrzeuge kommen nur noch mit „Traffic-Aware Cruise Control“ (TACC) vom Band. Dieses System regelt Geschwindigkeit und Abstand, bietet aber keine automatische Lenkung oder Spurhaltung mehr – die Kernfunktionen des bisherigen Standard-Autopiloten. Wer diese Features will, muss direkt zum kostenpflichtigen „FSD (Supervised)“-Paket greifen.
Vom Markenzeichen zum kostenpflichtigen Extra
Jahrelang war der Autopilot ein zentrales Verkaufsargument und gehörte zur Grundausstattung eines Tesla. Dass das Unternehmen diese Errungenschaft nun zurücknimmt, sorgt für Diskussionen. Kritiker merken an, dass viele Konkurrenten vergleichbare Spurhalte-Assistenten inzwischen selbst in preisgünstigen Modellen serienmäßig anbieten.
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Für Tesla ist die Entfernung des Autopiloten jedoch ein kalkulierter Schachzug. Das Ziel: Das Angebot vereinfachen und eine klare Trennung zwischen einfachen Fahrhilfen und der hochpreisigen FSD-Technologie schaffen. Bestandskunden behalten ihre Autopilot-Funktion, doch für alle Neuwagen wird der Sprung zu FSD teurer und bedeutender.
Der große Push für Abo-Einnahmen
Die Änderung ist eng mit einer übergeordneten Strategie verknüpft. Tesla-Chef Elon Musk kündigte an, den einmaligen Kauf von FSD für 8.000 US-Dollar nach dem 14. Februar 2026 abzuschaffen. Danach ist der Zugang zur Technologie nur noch über ein monatliches Abo für derzeit 99 Dollar möglich.
Musk deutete zudem an, dass der Abo-Preis steigen wird, sobald die FSD-Fähigkeiten zunehmen. Seine Vision: Ein „unbeaufsichtigtes“ FSD soll den Wert der Fahrzeuge dramatisch erhöhen und sie zu autonomen Robotaxis machen. Das Abo-Modell soll diesen erwarteten Mehrwert monetarisieren und eine planbare Einnahmequelle mit hoher Marge schaffen. Für Tesla ist eine steigende FSD-Akzeptanzrate ein zentrales Geschäftsziel.
Nach Jahren der Kritik: Das Ende des Autopilot-Namens
Die Abschaffung der Autopilot-Marke folgt auf Jahre regulatorischer Prüfungen und rechtlicher Auseinandersetzungen. Behörden wie das kalifornische Verkehrsministerium (DMV) hatten die Bezeichnung als irreführend kritisiert. Sie argumentierten, Begriffe wie „Autopilot“ oder „Volles Selbstfahren“ suggerierten eine Autonomie, die die Systeme nicht besäßen, und könnten zu Fahrer-Fahrlässigkeit führen.
Tesla reagierte bereits zuvor auf den Druck, indem es den Zusatz „(Supervised)“ (beaufsichtigt) in Marketing und Software einfügte. Die vollständige Streichung des Autopilot-Namens bei Neufahrzeugen ist der nächste logische Schritt. Sie entfernt den umstrittenen Branding-Ballast und positioniert FSD gleichzeitig als einziges Premium-Angebot.
Wohin steuert Tesla? Eine FSD-zentrierte Zukunft
Mit dem Ende des Standard-Autopiloten setzt Tesla alles auf die Akzeptanz seines FSD-Abonnements. Die unmittelbare Folge für Kunden: Ein klarer, aber auch kostspieligerer Weg zu fortgeschrittenen Fahrassistenzfunktionen.
Der langfristige Erfolg dieser Strategie hängt entscheidend davon ab, ob Tesla seine Versprechen einlösen kann. Die Roadmap des Unternehmens sieht den Meilenstein eines „unbeaufsichtigten“ FSD vor – ein Quantensprung in der Autonomietechnologie. Bis zur Februar-Deadline für den Einmalkauf stehen Interessenten vor einer grundsätzlichen Entscheidung: Einmalig investieren oder sich auf ein Abomodell mit unklaren künftigen Kosten einlassen. Die strategische Wende unterstreicht, dass Tesla sich nicht mehr primär als Autobauer, sondern als Roboter- und KI-Unternehmen versteht, bei dem Software und Daten die Kernprodukte sind.
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