Tesla, Grünheide

Tesla Grünheide: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Werksleiter

20.02.2026 - 05:39:12 | boerse-global.de

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Tesla-Werksleiter wegen übler Nachrede. Der Konflikt eskaliert kurz vor den Betriebsratswahlen und belastet das Verhältnis zwischen Konzern und Gewerkschaft.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt gegen den Chef von Teslas Giga Berlin. Der Vorwurf: üble Nachrede. Es ist der bisherige Höhepunkt eines erbitterten Machtkampfes zwischen dem US-Konzern und der IG Metall, der sich kurz vor den Betriebsratswahlen dramatisch zuspitzt.

Ein Vorfall mit Folgen

Auslöser war eine Betriebsratssitzung am 10. Februar. Die Tesla-Geschäftsführung wirft einem anwesenden Gewerkschaftssekretär vor, die vertrauliche Sitzung heimlich aufgezeichnet zu haben. Das Unternehmen rief die Polizei, stellte den Laptop sicher und erstattete Anzeige. Werksleiter André Thierig begründete das Vorgehen in einer E-Mail an die Belegschaft mit der Pflicht, für Recht und Ordnung zu sorgen.

Die IG Metall weist die Vorwürfe entschieden zurück. Sie spricht von einer inszenierten Kampagne. Ihr Vertreter sei ohne Beweise beschuldigt und habe sich nicht verteidigen können. Die Gewerkschaft sieht darin einen gezielten Versuch, ihre Kandidaten vor der wichtigen Wahl zu diskreditieren.

Die juristische Offensive der Gewerkschaft

Als Reaktion ging die IG Metall zum Gegenangriff über. Sie zeigte Thierig wegen übler Nachrede an – was nun zum Ermittlungsverfahren führte. Parallel beantragte sie beim Arbeitsgericht eine einstweilige Verfügung, um die weitere Verbreitung der Behauptungen zu unterbinden. Die Verhandlung ist für den 26. Februar angesetzt.

Zusätzlich bereitet die Gewerkschaft eine Klage wegen „Union Busting“ vor, also der Behinderung gewerkschaftlicher Arbeit. Um die Ermittlungen zu beschleunigen, hat der betroffene Sekretär den Behörden sogar sein Passwort für den Laptop angeboten. Die IG Metall hofft auf ein Ergebnis noch vor der Wahl Anfang März.

Alte Konflikte, neue Brisanz

Der Streit ist nur der jüngste Ausbruch eines Dauerkonflikts. Die IG Metall kämpft seit langem für einen Tarifvertrag für die rund 11.000 Beschäftigten. Tesla lehnt dies kategorisch ab und setzt auf eigene Vergütungssysteme.

Die anstehende Betriebsratswahl vom 2. bis 4. März gibt dem Konflikt zusätzliche Schärfe. Derzeit ist die IG Metall zwar stärkste Fraktion, hat aber keine Mehrheit. Die Wahl entscheidet über die künftige Machtbalance im Werk. Die juristischen Entwicklungen könnten die Stimmung der Wähler nun entscheidend beeinflussen.

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Offener Ausgang mit Signalwirkung

Die doppelten Ermittlungen lassen den Ausgang völlig offen. Sollten sich die Vorwürfe gegen eine Seite erhärten, wären die Folgen weitreichend. Eine Verurteilung wegen Behinderung der Gewerkschaftsarbeit würde das Management schwer beschädigen. Ein Nachweis der heimlichen Aufzeichnung untergräbe die Glaubwürdigkeit der IG Metall.

Eines ist bereits jetzt klar: Das ohnehin angespannte Verhältnis ist weiter vergiftet. Der Fall wird über Brandenburg hinaus genau beobachtet. Er zeigt exemplarisch, wie schwer sich deutsche Mitbestimmungsmodelle mit der Kultur eines US-Techkonzerns vertragen. Die kommenden Wochen werden zeigen, wer in Grünheide gestärkt aus diesem Machtkampf hervorgeht.

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