Tesla, Aktie

Tesla Aktie: Robotaxis statt Absatz

03.04.2026 - 20:10:21 | boerse-global.de

Teslas Quartalsauslieferungen verfehlen die Erwartungen, während die Robotaxi-Pläne und die Expansion in Japan die langfristige Kursfantasie prägen.

Tesla Aktie: Robotaxis statt Absatz - Foto: über boerse-global.de

Tesla ist mit einem Dämpfer ins Jahr 2026 gestartet. Im ersten Quartal lieferte der Konzern rund 358.000 Fahrzeuge aus — und blieb damit spürbar hinter den Wall-Street-Erwartungen von 365.000 bis 370.000 Einheiten zurück. Gleichzeitig lag die Produktion mit gut 408.000 Fahrzeugen deutlich höher, was zeigt: Die Nachfrage hält derzeit nicht mit dem Fertigungstempo Schritt. Die Aktie quittierte die Zahlen mit einem Kursverlust von über fünf Prozent und steht seit Jahresbeginn mit rund 18 Prozent im Minus.

Japan als Wachstumswette

Während die großen Märkte stocken, setzt Tesla auf unerschlossenes Terrain. In Japan, wo Elektroautos bislang kaum Fuß gefasst haben und Hybridfahrzeuge die Käuferpräferenzen dominieren, plant der Konzern eine deutliche Ausweitung des Händler- und Servicenetzes auf mindestens 60 Standorte. Aktuell sind es 35 Läden und 14 Servicezentren. Mit dem neuen sechssitzigen Model Y L, das in Japan seit dieser Woche bestellbar ist, soll die Käuferschaft über technikaffine Erstkäufer hinaus verbreitert werden.

Das Ziel ist ambitioniert: Noch 2027 will Tesla zur meistverkauften Importmarke in Japan aufsteigen — aktuell führt Mercedes-Benz mit knapp 51.000 verkauften Fahrzeugen im Jahr 2025. Im ersten Quartal 2026 verkaufte Tesla dort bereits rund die Hälfte des gesamten Vorjahresvolumens.

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Der Flywheel-Effekt als Kursargument

Die eigentliche Kursfantasie liegt für viele Investoren woanders. Morgan-Stanley-Analyst Andrew Percoco bezeichnete die Skalierung der unbeaufsichtigten Robotaxi-Flotte als den zentralen Kurstreiber für 2026. Das Argument: Jede gefahrene Robotaxi-Meile verbessert das Full-Self-Driving-System, schärfere Autonomiefähigkeiten steigern die FSD-Nachfrage, und das wiederum stärkt die Cashflows — ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Der Produktionsstart des Cybercabs ist laut Morgan Stanley weiterhin für April 2026 geplant. Den kommerziellen Robotaxi-Betrieb hatte Tesla bereits im Juni 2025 in Austin gestartet, zunächst in begrenztem Rahmen. Der Analyst warnt allerdings vor einem kurzfristigen Cash Burn von rund acht Milliarden Dollar und sieht Fortschritte beim persönlichen FSD als Voraussetzung, um die Fahrzeugmargen wieder anzuheben. Morgan Stanley bewertet die Aktie mit „Equal Weight" und einem Kursziel von 425 Dollar.

Die Energiespeichersparte bleibt zwar ein Wachstumsfeld, doch Wettbewerbsdruck und Zolleffekte dürften die Margen dort 2026 belasten. Die Auslieferungszahlen liefern kurzfristig Gegenwind — ob das Robotaxi-Geschäft die Lücke füllen kann, wird sich an den konkreten Hochlaufzahlen des Cybercabs in den nächsten Quartalen ablesen lassen.

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