Telegram, Einfluss-Vorwürfe

Telegram weist russische Einfluss-Vorwürfe entschieden zurück

07.01.2026 - 08:27:12

Der Messenger-Konzern weist Berichte über finanzielle Abhängigkeit zurück und verweist auf westliches Kapital, während starkes Umsatzwachstum durch Krypto-Verluste gedämpft wird.

Der Messenger-Riese Telegram stellt sich gegen Berichte über finanzielle Abhängigkeit von Russland. Das Unternehmen betont seine Unabhängigkeit von geopolitischen Einflüssen – eine klare Botschaft an Nutzer und potenzielle Investoren.

Finanzielle Unabhängigkeit als oberstes Gebot

Die Kontroverse brach am Dienstag aus, als die Financial Times berichtete, rund 500 Millionen Euro von Telegram-Anleihen seien im russischen Zentralverwahrer eingefroren. Grund seien westliche Sanktionen. Diese Meldung weckte sofort Befürchtungen, die Plattform könnte anfällig für Einflussnahme aus Moskau sein – ein sensibles Thema angesichts von Telegrams historischer Weigerung, Nutzerdaten an russische Behörden herauszugeben.

Telegram reagierte umgehend. Sprecher Remi Vaughn stellte klar: Bei den eingefrorenen Vermögenswerten handele es sich um eine Anleiheemission aus dem Jahr 2021. Diese sei ein völlig separates Finanzinstrument. Die entscheidende, große Kapitalaufnahme von 1,7 Milliarden Euro im Mai 2025 sei dagegen streng ohne russische Investoren abgewickelt worden.

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„Unsere aktuelle operative Liquidität ist fest in westlichen Märkten verankert“, so die Kernbotschaft des Unternehmens. Die großen Anleihen des vergangenen Jahres seien vor allem von US-amerikanischen und westlichen Institutionen gekauft worden. Diese Unterscheidung zwischen „Altlasten“ in russischer Infrastruktur und modernem Westkapital ist für Telegram überlebenswichtig. Sie soll Nutzern und Partnern weltweit die Autonomie der Plattform garantieren.

Starker Umsatzwachstum trifft auf Crypto-Dämpfer

Parallel zur Unabhängigkeitsdebatte zeigen neue Finanzdaten ein zwiespältiges Bild. In der ersten Hälfte 2025 erzielte Telegram einen Umsatz von 870 Millionen US-Dollar. Das ist ein beeindruckendes Plus von 65 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Offenbar greifen die Monetarisierungsstrategien wie Premium-Abos und Werbung.

Dennoch rutschte das Unternehmen in den ersten sechs Monaten 2025 mit einem Nettoverlust von etwa 222 Millionen US-Dollar tief in die roten Zahlen. Der Grund: massive Abschreibungen auf die eigenen Kryptowährungsreserven. Telegram hält große Bestände an Toncoin (TON), der ursprünglich vom eigenen Team entwickelten Digitalwährung. Ihr Wert brach 2025 um fast 70 Prozent ein.

Um liquide zu bleiben, verkaufte das Unternehmen im Laufe des Jahres Toncoin im Wert von rund 450 Millionen Dollar. Diese Notverkäufe finanzierten den Betrieb, zeigen aber auch die Abhängigkeit von der volatilen Kryptobranche. EinProblem, das traditionelle Börseninvestoren abschrecken könnte.

Börsengang bleibt langfristiges Ziel

Die Betonung der finanziellen Unabhängigkeit ist kein Zufall. Sie hängt direkt mit Telegrams strategischem Hauptziel zusammen: einem Börsengang (IPO) an einer westlichen Börse. Analysten sind sich einig: Eine klare Trennung vom russischen Finanzsystem ist dafür eine Grundvoraussetzung.

Gründer Pavel Durov steuert das Unternehmen durch einen komplexen Rechtsdschungel. Seit seiner vorläufigen Festnahme und Freilassung gegen Kaution in Frankreich Ende 2024 läuft dort ein Ermittlungsverfahren. Es dreht sich um Vorwürfe unzureichender Inhaltskontrolle und der Nutzung der Plattform für illegale Aktivitäten.

Vor einem Börsengang müssen diese rechtlichen Hürden ausgeräumt werden, wie das Management Investoren gegenüber signalisiert. Die aktuelle Kommunikation – Transparenz, westliches Kapital, Distanz zu Russland – wirkt wie eine gezielte Vertrauensoffensive gegenüber künftigen Aktionären und Aufsichtsbehörden in den USA und Europa.

Ausblick: Stabilität vor Spekulation

Für 2026 stehen zwei große Aufgaben an: die Finanzen stabilisieren und die rechtlichen Verfahren abschließen. Das volljährige Umsatzziel für 2025 liegt bei ambitionierten 2 Milliarden Dollar. Ob es trotz des Crypto-Einbruchs erreicht wurde, ist noch offen.

Erwartbar sind weitere Schritte, um die Einnahmen unabhängiger von Kryptowährungen zu machen. Gelingt es Durov, die französischen Ermittlungen zu bewältigen und die Stabilität der neuen Kapitalstruktur unter Beweis zu stellen, könnte ein IPO Ende 2026 oder 2027 wieder möglich sein. Bis dahin gilt: Unabhängigkeit betonen, Schulden managen und die Plattform für die eine Milliarde Nutzer am Laufen halten.

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