Telegram: KI-Update trifft auf EU-Regulierung und Krypto-Crash
12.01.2026 - 09:30:12Der Messenger-Riese Telegram startet turbulent ins Jahr 2026. Während das Unternehmen ein datenschutzorientiertes KI-Update ausrollt, gerät es unter massiven Druck aus Brüssel und kämpft mit einem Absturz seiner eigenen Kryptowährung.
Am 5. Januar brachte Telegram sein erstes großes Update des Jahres heraus. Im Fokus standen neue, dezentrale KI-Tools. Kernstück ist das „Cocoon“-Netzwerk, das KI-Zusammenfassungen langer Kanalbeiträge ermöglicht. Der Clou: Die Verarbeitung soll verschlüsselt und dezentral erfolgen, ohne dass Daten auf Telegrams Servern gespeichert werden. Parallel führte das Unternehmen ein neues „Liquid Glass“-Design mit Transparenzeffekten ein, das Nutzer bei Bedarf deaktivieren können.
Diese Innovationen unterstreichen Telegrams strategischen Kurs. Während Konkurrenten wie WhatsApp auf zentrale Cloud-KI setzen, pocht der Messenger auf Privatsphäre. Doch genau dieses Versprechen steht in Europa plötzlich auf dem Spiel.
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EU erklärt Telegram den Krieg – Durov kontert
Zum Jahreswechsel trat die neue EU-Richtlinie DAC8 in Kraft. Sie verpflichtet Krypto-Dienstleister, Transaktionsdaten von Nutzern automatisch an Steuerbehörden zu melden. Für Telegram, das seine eigene Wallet und die Kryptowährung Toncoin (TON) tief in die App integriert hat, ist das ein massiver Einschnitt.
Telegram-CEO Pavel Durov reagierte scharf. Am 7. Januar brandmarkte er die Regelung in sozialen Medien als „Krieg gegen die Privatsphäre“ durch europäische Bürokraten. Die DAC8-Richtlinie zwinge zur Sammlung von Steuer-Identifikationsnummern und zur Meldung von Transaktionshistorien. Das stehe im fundamentalen Widerspruch zu Telegrams Anspruch als sichere und private Plattform.
Rechtsexperten sehen Telegram nun in der Zwickmühle. Das Unternehmen müsste seine europäischen Nutzer abkapseln oder Krypto-Features in der EU deaktivieren, um hohe Strafen für Nichtbefolgung zu vermeiden. Ein Schritt, der den Wert des „Super Apps“-Konzepts erheblich schmälern würde.
Finanzielle Bauchlandung durch Toncoin-Absturz
Die regulatorischen Probleme werden von einer finanziellen Krise überschattet. Die mit Telegram verbundene Kryptowährung Toncoin erlebte einen dramatischen Sturzflug. Nach Höchstständen um 8 US-Dollar 2025 notierte sie zuletzt nur noch zwischen 1,46 und 1,89 US-Dollar.
Diese Talfahrt trifft Telegram direkt ins Mark. Analysten rechnen für das Geschäftsjahr 2025 mit einem Nettoverlust von über 200 Millionen US-Dollar, hauptsächlich verursacht durch die Wertminderung der firmeneigenen Krypto-Bestände. Das „Death Cross“-Muster in den Toncoin-Charts vom 10. Januar nährte weitere Ängste der Anleger.
Die finanzielle Instabilität kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. Telegram soll bereits Teile seiner TON-Bestände verkauft haben, um Liquidität zu schaffen. Damit gerät das werbefreie, privatsphäre-zentrierte Geschäftsmodell unter Druck. Der Absturz betrifft nicht nur die Firmenkasse, sondern dämpft auch die Entwickler-Community rund um „Mini-Apps“ und digitale Sammlerstücke.
Was bedeutet das für Nutzer?
Die Entwicklung zwingt vor allem europäische Nutzer zu Entscheidungen:
* KI-Privatsphäre: Die KI-Zusammenfassungen sind standardmäßig aktiviert. Wer maximale Datentrennung will, kann sie unter Einstellungen > Privatsphäre > KI-Features deaktivieren.
* Krypto-Transaktionen: Nutzer des integrierten Wallets sollten beachten, dass ihre Transaktionsdaten unter DAC8 meldepflichtig sein können. Experten raten für absolute Privatsphäre zu Non-Custodial-Wallets (eigene Verwahrung).
* App-Performance: Die „Liquid Glass“-Effekte können unter Einstellungen > Energiesparen angepasst oder deaktiviert werden, um die Akkulaufzeit älterer Geräte zu schonen.
Ausblick: Ein Drahtseilakt mit ungewissem Ausgang
Die Gleichzeitigkeit von KI-Innovation, regulatorischem Gegenwind und Finanzkrise zeigt, auf welchem schmalen Grat Telegram im Jahr 2026 wandert. Durovs konfrontativer Kurs erinnert an frühere Konflikte mit russischen oder brasilianischen Behörden. Doch die DAC8-Richtlinie ist eine systemische Veränderung des europäischen Rechtsrahmens für digitale Assets, die sich nicht einfach durch Verschlüsselung umgehen lässt.
Für das erste Quartal 2026 wird erwartet, dass Telegram die KI-Features auch für Android-Nutzer ausrollt. Der Erfolg des „Cocoon“-Netzwerks wird genau beobachtet werden – es könnte einen neuen Standard für KI-Integration setzen.
Die Stabilisierung des Toncoin-Kurses ist jedoch überlebenswichtig. Scheitert eine Erholung über die 2-Dollar-Marke, dürfte Telegram alternative Einnahmequellen wie eine Ausweitung des Premium-Abos oder mehr Werbung prüfen. Beides könnte die privatsphäre-bewusste Kernnutzerschaft vergraulen. Der Rechtsstreit mit der EU droht derweil zu eskalieren. Bei fortgesetzter Nichtbefolgung drohen hohe Strafen oder Dienst-Einschränkungen. Für den Messenger-Riesen wird es eng.
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