Telefonbetrüger, Psychotricks

Telefonbetrüger setzen auf KI und Psychotricks

12.02.2026 - 21:50:12

Polizei warnt vor massivem Anstieg raffinierter Telefonbetrugsmaschen mit KI-Stimmenklonung, die zu hohen sechsstelligen Einzelschäden führen. Experten sprechen von Vishing 2.0.

Eine Welle raffinierter Telefonbetrugsmaschen überzieht Deutschland und verursacht Millionenschäden. Polizeiwarnungen der letzten Tage belegen einen massiven Anstieg von Schockanrufen und den Einsatz von KI-Stimmenklonung.

Aktuelle Warnungen: Täter setzen Bürger unter Druck

Die Polizei im Rhein-Pfalz-Kreis warnte am 11. Februar dringend vor einer Häufung betrügerischer Anrufe. Die Täter geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Bankmitarbeiter aus und täuschen Notlagen vor. Ihr Ziel: Opfer durch psychologischen Druck zur Geldübergabe bewegen. Auch aus Sachsen melden sich derzeit fast täglich Geschädigte.

Eine besonders perfide Masche läuft im Kreis Soest. Opfer erhalten erst eine Phishing-E-Mail ihrer vermeintlichen Bank, dann folgt der Anruf eines „Mitarbeiters“. Dieser überredet sie, TANs preiszugeben, um angebliche Betrugsfälle zu stoppen – und vollendet so den Diebstahl selbst.

KI-Stimmenklonung macht Betrug täuschend echt

Traditionelle Maschen wie der Enkeltrick erreichen durch Künstliche Intelligenz eine neue Gefahrenstufe. IT-Experten warnen vor Voice Cloning. Kriminellen genügen oft Sekunden Audiomaterial aus sozialen Netzwerken, um mit Software eine synthetische Stimme zu erzeugen.

Für das menschliche Ohr ist der KI-Klon kaum vom Original zu unterscheiden. Opfer glauben, mit einem Familienmitglied in Not zu sprechen, und geben Geld oder Daten preis. Experten bezeichnen diese Kombination aus Technologie und Manipulation als Vishing 2.0.

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Einzelschäden erreichen hohe sechsstellige Summen

Die finanzielle Zerstörungskraft ist immens. Ein aktueller Fall aus der Schweiz zeigt das Ausmaß: Ein 65-Jähriger verlor Ende Januar durch Telefonbetrug über eine halbe Million Franken. Die Täter gaben sich als Bankmitarbeiter aus und überzeugten ihn, eine Fernzugriffssoftware zu installieren – und räumten sein Konto leer.

Das Bundeskriminalamt warnt, dass bei Schockanrufen oft Beträge bis 100.000 Euro gefordert werden. Die gesamtgesellschaftlichen Kosten sind alarmierend: Der Schaden durch Cyberkriminalität in Deutschland belief sich 2024 bereits auf rund 178,6 Milliarden Euro.

Wie können Sie sich schützen?

Bis flächendeckende KI-Abwehrlösungen verfügbar sind, raten Polizei und Verbraucherschützer zu erhöhter Wachsamkeit. Halten Sie sich an diese Grundregeln:

  • Beenden Sie verdächtige Anrufe sofort. Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln.
  • Rufen Sie selbst zurück. Kontaktieren Sie die Person oder Institution über eine bekannte, offizielle Nummer. Nutzen Sie nie die Rückruffunktion des Anrufers.
  • Geben Sie nie Daten preis. Weder persönliche Informationen noch Bankdaten, Passwörter oder TANs gehören ans Telefon.
  • Vereinbaren Sie ein Familien-Codewort. So können Sie sich in angeblichen Notsituationen sicher identifizieren.
  • Erstatten Sie Anzeige. Melden Sie jeden Betrugsversuch bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.
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