Tech-Giganten pumpen 700 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur
13.02.2026 - 01:18:12Der globale KI-Boom zwingt die Tech-Riesen zu einem beispiellosen Infrastruktur-Wettrennen. Neue Analysen prognostizieren kollektive Investitionen von fast 700 Milliarden Euro für 2026. Die Lieferketten ächzen unter dem Druck, wie die explodierenden Auftragsbücher des Infrastrukturanbieters Vertiv zeigen: ein Plus von 252 Prozent im Jahresvergleich.
Die Nachfrage nach Rechenleistung für generative KI ist ins Unermessliche gestiegen. Sie hat sich vom Experiment zum Kerngeschäft entwickelt. Die großen US-Hyperscaler Amazon, Microsoft und Google werden ihre Investitionen 2026 voraussichtlich um über 60 Prozent steigern. Das Ziel: monumentale Auftragsbestände abzubauen, die in die Hunderte Milliarden gehen.
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Der Kampf um Chips, Strom und Flächen
Das Investitionsvolumen ist historisch. Die fünf größten Player – Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta und Oracle – planen gemeinsam Ausgaben zwischen 660 und 690 Milliarden Euro. Doch Geld allein löst das Problem nicht. Die Engpässe ziehen sich durch die gesamte Lieferkette.
Networking-Riese Cisco beklagt sich über einen branchenweiten Mangel an Speicherchips. Chip-Champion Nvidia reagiert strategisch: Samsung hat bereits mit der Auslieferung der nächsten HBM4-Speichergeneration für Nvidias kommende „Vera Rubin“-KI-Chips begonnen. Gleichzeitig baut Nvidia seinen Hauptsitz in Taipeh aus, um näher am Partner TSMC zu sein.
Die größte Hürde ist jedoch oft nicht der Chip, sondern der Strom. Der Energiebedarf von KI-Rechenzentren ist immens. Der globale Stromverbrauch dieser Zentren dürfte sich zwischen 2022 und 2026 verdoppeln. Microsofts unerfüllter Auftragsbestand von 80 Milliarden Euro ist direkt auf Engpässe bei der Stromversorgung zurückzuführen. Ein neuer Goldrausch um gut angebundene Flächen mit hoher Leistungskapazität ist entbrannt.
Von der Euphorie zur Ernüchterung an der Börse
Der aktuelle Investitionszyklus unterscheidet sich grundlegend von früheren Hardware-Upgrades. Der Fokus verschiebt sich vom einmaligen KI-Training hin zur dauerhaften KI-Inferenz – dem Abruf trainierter Modelle. Diese skaliert mit jeder Nutzeranfrage und schafft eine utility-artige, wiederkehrende Nachfrage nach Rechenleistung.
Doch die Börse beobachtet das Milliardenspiel mit Skepsis. Trotz der klaren Nachfrage reagierten die Kurse von Amazon und Alphabet auf die gewaltigen Investitionsankündigungen zuletzt mit Verlusten. Die Anleger fragen sich: Wann rechnen sich diese gewaltigen Ausgaben? Die Stimmung kippt von KI-Euphorie hin zur nüchternen Frage nach Profitabilität.
Ein Wettlauf gegen die Zeit
Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Ein fundamentales Problem bleibt: Die Innovationszyklen der KI-Hardware sind viel kürzer als die Bauzeit für die nötige Infrastruktur. Nvidia bringt mittlerweile jährlich neue GPU-Generationen wie die für Ende 2026 erwartete „Rubin“-Plattform auf den Markt.
Die Planung, Genehmigung und der Bau eines neuen Rechenzentrums mit gesicherter Stromversorgung dauert jedoch mehrere Jahre. Solange dieses Missverhältnis besteht, werden Rückstände und Lieferengpässe das Bild prägen. Der Hochrisiko-Wettlauf der Tech-Giganten um die Infrastruktur der Zukunft hat gerade erst begonnen.
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