TCM und Mind-Body-Therapien werden zum Mainstream
18.02.2026 - 20:53:12Integrative Schmerztherapie erreicht weltweit neue Meilensteine. Während die USA die flächendeckende Umsetzung diskutieren, treibt Singapur die Kostenerstattung für evidenzbasierte Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) voran. Der globale Trend heißt „Integrative Pain Management“ (IPM).
NIH-Experten diskutieren flächendeckende Umsetzung
Am Mittwoch, den 18. Februar 2026, stand ein zentrales Problem im Fokus einer NIH Grand Rounds-Veranstaltung: Wie lassen sich nicht-medikamentöse Schmerztherapien in die Regelversorgung integrieren? Die Experten Dr. Roni Evans und Dr. Kalyani Hadlandsmyth präsentierten konkrete Umsetzungsrahmen für Mind-Body-Therapien. Diese Techniken, die oft mit TCM-Prinzipien und Meditation überlappen, sollen gezielt sozioökonomisch benachteiligten Gruppen zugutekommen, die überproportional von chronischen Schmerzen betroffen sind.
Die Diskussion markiert einen Wendepunkt. Es geht nicht mehr um die Frage, ob integrative Ansätze wirken, sondern darum, wie sie in großem Maßstab in Kliniken und Praxen eingeführt werden können. Diese Strategie wird vom National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH) vorangetrieben, um die dualen Krisen chronischer Schmerzen und der Opioidabhängigkeit zu bekämpfen.
Singapur baut öffentliche TCM-Finanzierung massiv aus
Parallel zu den US-Diskussionen sendet Singapur ein starkes Signal. Das Gesundheitsministerium (MOH) prüft derzeit 18 neue Vorschläge, um die sogenannte TCM-Sandbox-Initiative auszuweiten. Bisher konzentrierte sich das Programm vor allem auf Akupunktur bei Rücken- und Nackenschmerzen.
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Die neuen Anträge zielen darauf ab, die Abdeckung auf Behandlungen für gastrointestinale Erkrankungen und andere chronische Schmerzzustände auszudehnen.
Bei Genehmigung würden diese Leistungen erstmals für staatliche Zuschüsse und die Nutzung von MediSave-Mitteln, dem obligatorischen Gesundheitskonto Singapurs, qualifiziert. Gesundheitsminister Ong Ye Kung betonte, es gehe nicht nur um das Hinzufügen von TCM-Dienstleistungen, sondern um ein echtes integratives Versorgungsmodell. Dabei sollen die Stärken beider Systeme genutzt werden: westliche Medizin für Akutversorgung und Diagnostik, TCM für Symptommanagement, Rehabilitation und chronische Schmerzlinderung.
Wirtschaftlichkeit macht integrative Ansätze attraktiv
Die politischen Vorstöße werden durch handfeste Wirtschaftlichkeitsdaten untermauert. Eine im ersten Quartal 2026 veröffentlichte Kosten-Nutzen-Analyse der „BackInAction“-Studie zeigt: Ein erweitertes Akupunkturprotokoll für ältere Erwachsene mit chronischen Rückenschmerzen ist nicht nur klinisch wirksam, sondern spart auch Kosten.
Im Vergleich zur reinen Standardversorgung senkte das Protokoll die jährlichen schmerzbedingten Gesundheitskosten pro Teilnehmer um etwa 491 US-Dollar. Diese Einsparungen resultierten vor allem aus einem Rückgang anderer Leistungen wie Operationen, Bildgebung und medikamentöser Interventionen. Für alternde Gesellschaften mit steigenden Gesundheitsausgaben werden integrative Therapien so von einer „alternativen“ Option zur fiskalischen Notwendigkeit.
Blaupause für Deutschland und Europa?
Die gleichzeitigen Entwicklungen in den USA und Singapur deuten auf einen sich schnell entwickelnden globalen Markt für integrative Schmerztherapie hin. Der Fokus liegt 2026 zunehmend auf der Standardisierung der wirksamsten Protokolle.
Für Patienten zeichnet sich eine Zukunft ab, in der Schmerzmanagement automatisch einen hybriden Ansatz bedeutet. Die Grenzen zwischen „modern“ und „traditionell“ verschwimmen zugunsten einer pragmatischen, multimodalen Versorgung.
Das erweiterte Sandbox-Modell Singapurs könnte eine Blaupause auch für Deutschland und andere europäische Staaten sein. Hier ist die Nachfrage nach TCM hoch, die Kostenerstattung durch Krankenkassen jedoch oft noch lückenhaft. Mit den Daten aus diesen groß angelegten Initiativen rechnet die medizinische Gemeinschaft mit weiteren Leitlinien, die die Rolle von Akupunktur und Mind-Body-Therapien in der Standardbehandlung chronischer Schmerzen festschreiben.
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