Tarifvertrag für Busfahrer: Mehr Geld und Schutz vor Roboter-Kollegen
01.03.2026 - 20:09:46 | boerse-global.deNach einem Warnstreik haben Gewerkschaft und Arbeitgeber in Schleswig-Holstein einen neuen Manteltarifvertrag für 1.500 Busbeschäftigte bis Ende 2029 vereinbart. Der Kompromiss verbessert die Arbeitsbedingungen deutlich und bereitet den Boden für die Ära des autonomen Fahrens.
Finanzielle Verbesserungen und faire Zuschläge
Der neue Vertrag bringt spürbare finanzielle Erleichterungen. Die jährliche Sonderzahlung steigt stufenweise um insgesamt 1.400 Euro auf künftig 2.600 Euro. Ein zentraler Erfolg für die Beschäftigten sind die neuen Regelungen zu belastenden Arbeitszeiten.
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Der Nachtzuschlag wird künftig bereits ab 21 Uhr fällig. Zuschläge berechnen sich zudem auf Basis der individuellen Entgeltstufe, was zu mehr Gerechtigkeit führt. Für ungeliebte „geteilte Dienste“ mit langen Pausen verdoppelt sich die Pauschale von 4,50 auf 9,00 Euro. Eine neue „Einspringprämie“ soll kurzfristiges Einspringen an freien Tagen honorieren.
Weichenstellung für die Zukunft des Nahverkehrs
Über das Geld hinaus stellt der Vertrag die Weichen für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) der Zukunft. Bis Mitte 2028 sollen die Tätigkeitsprofile modernisiert und in einer neuen Eingruppierungsordnung abgebildet werden.
Die wohl zukunftsweisendste Klausel betrifft das autonome Fahren. Sobald Roboterbusse im Linienverkehr eingesetzt werden, müssen die Tarifparteien verpflichtend einen „Zukunftstarifvertrag“ aushandeln. Ziel ist es, die Beschäftigten vor den Risiken der Automatisierung zu schützen und neue Perspektiven zu eröffnen.
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Ein Kompromiss an der Belastungsgrenze
Die Reaktionen auf den Deal fallen gemischt aus. Verdi-Verhandlungsführer Sascha Bähring sprach von einem „guten und vertretbaren Kompromiss“. Nun liege der Fokus auf den Entgeltverhandlungen, die ab Juli starten.
Die Arbeitgeberseite bewertet den Abschluss als finanziellen Kraftakt. Man sei „über die Grenzen des Machbaren“ gegangen, so ein Verhandlungsführer. Angesichts der angespannten Finanzlage der Verkehrsbetriebe und der Kosten der Dekarbonisierung sei der Deal mehr als anspruchsvoll. Dennoch hofft man, die Attraktivität der Jobs steigern zu können.
Was kommt als nächstes?
Der Kompromiss muss noch von den Gewerkschafts- und Arbeitgebergremien formell abgesegnet werden – was als Formsache gilt. Damit sind vorerst weitere Streiks vom Tisch, die erst am vergangenen Freitag den Busverkehr in mehreren Städten lahmlegten.
Die eigentliche Bewährungsprobe steht jedoch noch bevor: die Lohnverhandlungen ab Juli. Angesichts hoher Inflation und klammen Kassen der Betriebe dürften sie hart werden. Der heutige Rahmenvertrag hat aber immerhin eine wichtige Vertrauensbasis geschaffen.
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