Tarifkonflikt, Länder

Tarifkonflikt der Länder: Warnstreiks legen Deutschland lahm

08.02.2026 - 07:06:12

Bundesweite Arbeitsniederlegungen im öffentlichen Dienst erhöhen den Druck vor der dritten Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaften fordern deutliche Lohnsteigerungen, während die Arbeitgeber auf leere Kassen verweisen.

Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder eskaliert: Zehntausende Beschäftigte streiken bundesweit und erhöhen so den Druck vor der entscheidenden Verhandlungsrunde. Die Gewerkschaften fordern deutliche Gehaltserhöhungen, um Kaufkraftverluste auszugleichen und dem Fachkräftemangel zu begegnen. Bislang fehlt ein substanzielles Angebot der Arbeitgeber.

Öffentliches Leben kommt zum Stillstand

Seit Anfang Februar rollt eine Welle von Arbeitsniederlegungen durch Deutschland. Sie treffen gezielt Bereiche der Länder: Universitätskliniken, Hochschulen, Landesverwaltungen und Finanzämter stehen still. Bereits zu Monatsbeginn legten koordinierte Streiks den Nahverkehr in Metropolen wie München und Berlin lahm.

Die Gewerkschaft ver.di kündigte weitere Eskalationen an. Für Dienstag, den 10. Februar, ist ein bundesweiter Großstreik geplant. Am Mittwoch soll in München erneut der gesamte Nahverkehr bestreikt werden. Die Botschaft ist klar: Die Ungeduld wächst, die Arbeitgeber müssen endlich ein Angebot vorlegen.

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Verhandlungen: Forderungen prallen auf leere Kassen

Die Fronten sind verhärtet. Ver.di, GEW und der dbb fordern für rund 2,6 Millionen Beschäftigte sieben Prozent mehr Lohn, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Die Laufzeit des Vertrags soll nur zwölf Monate betragen.

Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) lehnt dies als finanziell untragbar ab. Statt eines konkreten Angebots legte sie in der letzten Runde lediglich „Eckpunkte“ vor. Diese sehen eine Erhöhung knapp über der Inflationsrate vor – gestreckt auf 29 Monate bis 2028. Die Gewerkschaften lehnen diesen Vorschlag als völlig unzureichend ab.

Hintergrund: Der Kampf um Köpfe und Kompetenz

Die Gewerkschaften argumentieren nicht nur mit Inflation. Der öffentliche Dienst leidet unter einem massiven Fachkräftemangel. Laut dbb fehlen bereits heute über 600.000 Beschäftigte. Das führt zu Überlastung und gefährdet die Grundversorgung.

Ohne konkurrenzfähige Gehälter, so die Befürchtung, wandern noch mehr qualifizierte Kräfte in die Privatwirtschaft ab. Eine faire Bezahlung sei daher eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Staates. Die Arbeitgeber erkennen das Problem an, verweisen aber auf die angespannte Haushaltslage der Bundesländer.

Entscheidung in Potsdam steht bevor

Alles hängt nun an der dritten Verhandlungsrunde am 11. und 12. Februar in Potsdam. Sie gilt als richtungsweisend. Bleibt auch dort ein verhandlungsfähiges Angebot aus, droht eine weitere deutliche Verschärfung der Streiks.

Gewerkschaftsvertreter signalisieren hohe Streikbereitschaft. Im Falle eines Scheiterns könnten sie eine Urabstimmung über unbefristete Streiks einleiten. Das würde weite Teile des öffentlichen Leben auf unbestimmte Zeit lahmlegen. Die kommende Woche wird zeigen, ob eine Einigung möglich ist – oder ob Deutschland einem flächendeckenden Arbeitskampf entgegengeht.

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