Tanken, Deutschland

Tanken in Deutschland: Neue Regeln treffen auf Rekordpreise

01.04.2026 - 13:00:31 | boerse-global.de

Eine neue Regelung begrenzt Preiserhöhungen an Tankstellen auf einmal täglich. Gleichzeitig treiben hohe CO2-Preise und geopolitischer Druck die Spritkosten auf Rekordhöhen.

Tanken in Deutschland: Neue Regeln treffen auf Rekordpreise - Foto: über boerse-global.de

Ab heute dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen. Die neue „Mittagsregel“ soll für mehr Transparenz sorgen, trifft jedoch auf einen Markt im Ausnahmezustand. Hohe CO2-Preise und die Eskalation im Nahen Osten treiben die Spritkosten auf Rekordniveau.

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Die „Mittagsregel“: Einmal täglich rauf, immer runter

Die größte Änderung für Autofahrer ist die Einführung des sogenannten „österreichischen Modells“. Seit heute dürfen die rund 14.000 Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur noch um 12:00 Uhr mittags anheben. Senkungen sind dagegen jederzeit möglich. Die Bundesregierung verspricht sich davon mehr Planbarkeit und ein Ende des „Raketen-und-Feder“-Effekts, bei dem Preise schnell steigen, aber nur langsam fallen.

Bisher war der Markt hektisch: Das Bundeskartellamt verzeichnete bis zu 22 Preisanpassungen pro Tag und Station. Für Verbraucher war es kaum möglich, den günstigsten Zeitpunkt zum Tanken zu finden. Erste Analysen des ADAC deuten an, dass die späten Vormittagsstunden nun die beste Zeit sein könnten, kurz vor der möglichen Mittagserhöhung.

Doppelter Preisschock: CO2-Preis und Geopolitik

Die neuen Spielregeln treffen auf einen perfekten Sturm aus Kostensteigerungen. Seit Januar gilt ein marktbasierter CO2-Preis zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne für Kraftstoffe. Das allein schlug mit etwa 3 Cent pro Liter zu Buche.

Der Haupttreiber des aktuellen Preis-Schocks ist jedoch die Krise im Nahen Osten. Die Blockade der Straße von Hormus durch Iran hat den Ölpreis über 100 US-Dollar pro Barrel getrieben. Die Folge: Diesel kostet im Schnitt etwa 2,31 Euro, Super E10 rund 2,11 Euro pro Liter. Besonders Dieselpreise steigen schneller als der Rohölpreis – eine Folge von Logistikengpässen und dem vollständigen Stopp russischer Dieselimporte in die EU.

Biokraftstoffe gewinnen an Boden

In der Krise festigen alternative Kraftstoffe ihre Position. HVO100, ein synthetischer Diesel aus Abfallfetten, ist mittlerweile an über 3.000 Stationen erhältlich. Der Preisvorteil von fossilem Diesel schmilzt: Lag die HVO100-Prämie früher bei 15-20 Cent, sind es heute nur noch 8-10 Cent. In Süddeutschland war der Biokraftstoff zeitweise sogar günstiger.

Der ADAC warnt jedoch: Nicht jedes Auto ist für HVO100 oder B10 freigegeben. Fahrer älterer Diesel sollten die Kompatibilitätslisten des DAT konsultieren.

Kartellamt wacht mit neuer Abteilung

Damit die Mittagsregel nicht zu Nachteilen führt, hat das Bundeskartellamt aufgerüstet. Eine neu geschaffene 13. Beschlussabteilung überwacht nun automatisiert die Echtzeitpreisdaten der Markttransparenzstelle. Sie sucht nach Anzeichen abgestimmten Verhaltens oder unberechtigten „Risikoaufschlägen“.

Die Behörde kann zwar keine Preise festsetzen, übt aber Druck auf Mineralölkonzerne aus. Sie müssen erklären, warum Großhandels-Rabatte oft nur mit großer Verzögerung an der Tankstelle ankommen. Verbraucherschützer bleiben skeptisch: Die Regel könnte Tankstellen verleiten, ihre Mittagspreise vorsorglich höher anzusetzen.

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Blick nach vorn: Der Weg zum EU-Emissionshandel

Deutschlands nationale Regeln sind nur eine Übergangslösung. Schon 2027/2028 soll das EU-Emissionshandelssystem ETS II für Gebäude und Verkehr starten und die nationale CO2-Bepreisung ablösen.

Die nächsten zwei Jahre werden den Markt weiter verändern. Neben E10 und B10 gewinnen paraffinische Kraftstoffe und E-Fuels an Bedeutung. Der Erfolg der Mittagsregel wird sich daran messen, ob sie den täglichen „Preisjäger-Stress“ für Pendler mindern kann. Der Rat des ADAC bleibt vorerst einfach: Tank-Apps nutzen und die Mittagsstunde nach 12:00 Uhr möglichst meiden.

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