Tangle, Startup

Tangle: Startup erhält 29 Millionen für KI-gestützte Wenn-Dann-Pläne

07.01.2026 - 14:52:12

Der Fokus der Produktivitätsbranche verschiebt sich von reiner Willenskraft hin zu KI-gestützter Automatisierung von Absichten. Startups und Hyperautomatisierung setzen auf 'Intention Design'.

Die klassische Willenskraft hat ausgedient. Das zeigt sich auf der CES 2026 und in aktuellen Marktanalysen. Statt auf pure Selbstdisziplin setzt die neue Produktivitätswelle auf die Verschmelzung von Psychologie und KI-Automatisierung. Im Zentrum steht eine alte Strategie: die “Implementation Intentions” oder “Wenn-Dann”-Pläne.

Startup Tangle setzt auf “Intention Design”

Das deutlichste Signal für diesen Trend sendet das Startup West Co. Es erhielt für seine neue Plattform “Tangle” eine Finanzierung von 29 Millionen US-Dollar. Die App stellt die Logik sozialer Netzwerke auf den Kopf. Statt eines endlosen Feeds fragt sie: “Was ist deine Intention für heute?”.

Ihr Kernmechanismus basiert auf “Wenn-Dann”-Algorithmen. Diese konfrontieren Nutzer nur mit Inhalten, die ihren selbst gesetzten Zielen dienen. Branchenbeobachter werten dies als Startschuss für “Intention Design”. Die Software soll die Lücke zwischen Plan und Ausführung schließen, anstatt sie durch Ablenkung zu vergrößern.

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Hyperautomatisierung übernimmt die “Wenn-Dann”-Logik

Während Apps das Privatleben strukturieren, revolutioniert “Hyperautomatisierung” die Arbeitswelt. Marktanalysen prognostizieren für 2026 einen massiven Anstieg KI-gestützter Workflows. Diese basieren auf derselben Logik wie die psychologischen “Wenn-Dann”-Pläne.

Die Grenze zwischen menschlicher Planung und maschineller Ausführung verschwimmt. KI-Agenten in Tools wie Microsoft Copilot lernen die Absichten ihrer Nutzer. Ein Beispiel: Statt sich vorzunehmen, sofort auf Beschwerden zu reagieren, übernimmt ein KI-Workflow diesen Schritt automatisch. Er erkennt den Auslöser und bereitet die Antwort vor.

  • 91 Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen in solche Technologien bis Ende 2026 ausweiten.
  • Das Ziel ist nicht primär Personaleinsparung, sondern die Reduktion von Entscheidungsmüdigkeit.
  • Durch die Delegation routinierter “Wenn-Dann”-Entscheidungen bleiben kognitive Ressourcen für kreative Aufgaben frei.

Vom Wunschdenken zum “designten Erfolg”

Auch kulturell verliert das Konzept der reinen Willenskraft an Boden. Ein aktueller Artikel thematisiert den Wandel von “wishful thinking” hin zu “designed success”. Die bloße Motivation (“Ich will produktiver sein”) reicht nicht. Entscheidend ist die Verknüpfung mit einem konkreten Auslöser (“Wenn es 9 Uhr ist, dann starte ich Projekt X”).

Neu ist die Datenlage zur Effektivität in hybriden Arbeitsumgebungen. Aktuelle Auswertungen zeigen: Mitarbeiter, die Ziele in explizite “Wenn-Dann”-Protokolle übersetzen, halten Deadlines signifikant besser ein. Die Integration dieser Prinzipien in digitale Tools wird als “Nudging 2.0” bezeichnet. Das System präsentiert zum richtigen Zeitpunkt nicht nur eine Erinnerung, sondern sofort die notwendigen Arbeitsunterlagen.

KI kann Disziplin erleichtern, aber nicht Sinn ersetzen

Die “Implementation Intention” wandelt sich von einer kognitiven Selbsthilfetechnik zu einer digitalen Kernkompetenz. Wirtschaftspsychologen sehen jedoch Grenzen der Technik. Die Forschung betont: Die Effektivität der Pläne hängt weiterhin stark von der persönlichen Identifikation mit dem Ziel ab. Ein Algorithmus kann die Ausführung erleichtern, aber nicht die Sinnhaftigkeit ersetzen.

Dennoch zeigt der Boom: Der Markt ist bereit, für “externe Disziplin” zu zahlen. Der Produktivitätsfokus verschiebt sich. Es geht 2026 weniger um “mehr Arbeit in weniger Zeit”, sondern um “konsistentere Arbeit durch bessere Auslöser”. Die Automatisierung des Anfangs rückt in den Mittelpunkt.

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