Swatch, AI-DADA

Swatch AI-DADA: Kunden designen jetzt ihre Uhren per KI

03.02.2026 - 11:30:12

Swatch setzt voll auf Künstliche Intelligenz für personalisierte Luxusuhren. Mit „AI-DADA“ können Kunden in Europa und der Türkei einzigartige Modelle per Texteingabe entwerfen – ein strategischer Schachzug des Schweizer Uhrenherstellers in schwierigen Marktzeiten.

Ab sofort generiert eine spezielle KI auf der Swatch-Website in unter zwei Minuten ein Uhrendesign basierend auf kreativen Textbefehlen. Nutzer beschreiben abstrakte Konzepte oder konkrete visuelle Themen. Das System, kompatibel mit dem „New Gent“-Modell (41 mm), wurde nicht mit allgemeinen Internetbildern trainiert. Stattdessen lernte es aus einem proprietären Datensatz mit über vier Jahrzehnten Swatch-Geschichte: alten Zifferblättern, Kollaborationen und Street-Art-Projekten.

„Das ist die ultimative Personalisierung“, sagt Konzernchefin Vivian Stauffer. Das Ziel sei eine Intelligenz, die die Marken-DNA verstehe. So soll jedes KI-Design einzigartig, aber dennoch erkennbar Swatch sein. Zur Wahrung der Exklusivität ist die Generierung auf drei Entwürfe pro Tag und Nutzer begrenzt. Bestellte Uhren erhalten ein „1/1“-Gravur auf der Rückseite – als Zertifikat für das Unikat.

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Premium-Preise und hybride Personalisierung

Der KI-Service ist deutlich teurer als Standardmodelle. In Europa kostet eine AI-DADA-Uhr 200 Euro, in der Schweiz 170 Franken und in Großbritannien 163 Pfund. In der Türkei sind es 9.550 Lira. Nach der KI-Generierung können Kunden noch manuell nachjustieren: Sie wählen die Farbe des Uhrwerks und den Stil der Indexe. Diese Mischung aus digitaler Kreativität und manueller Feinabstimmung soll besonders anspruchsvolle Kunden ansprechen.

Strategischer Pivot in turbulenten Zeiten

Der Launch kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. Der Swatch Group blickte auf ein herausforderndes Jahr 2025 zurück, geprägt von nachlassender Nachfrage in wichtigen asiatischen Märkten. Für 2026 zeigt sich der Konzern jedoch optimistisch, gestützt auf starke Verkäufe in Amerika und Europa.

Analysten deuten AI-DADA als strategische Wende hin zu margenstarken, personalisierten Produkten. Durch die Gamification des Designprozesses und künstliche Verknappung zielt Swatch auf eine junge, technikaffine Zielgruppe ab. Diese schätze Individualität höher als serienproduzierten Luxus. Der direkte Kundenkontakt über die digitale Plattform stärkt zudem den Direct-to-Consumer-Vertrieb.

Hommage an die Kunstgeschichte

Der Name „AI-DADA“ ist ein doppeldeutiges Wortspiel aus „Künstlicher Intelligenz“ und der Dada-Kunstbewegung. Dadaismus entstand 1916 in Zürich – einer Hochburg der Schweizer Uhrmacherei – und feierte das Absurde, Intuitive und Chaotische. Indem Swatch dieses Erbe beschwört, inszeniert es die KI nicht als bloßes Tool, sondern als kreativen Partner.

Die Systemgrenzen verhindern zwar urheberrechtlich geschützte oder anstößige Inhalte. Doch frühe Nutzer berichten: Gerade abstrakte und surreale Eingaben liefern die überzeugendsten Ergebnisse. Eine moderne Interpretation des dadaistischen Geistes.

Blaupause für die Luxusbranche?

Bisher ist der Service in Europa und der Türkei live. Eine Einführung in Nordamerika ist zwar noch nicht datiert, gilt aber aufgrund der digitalen Skalierbarkeit als wahrscheinlich. Der Erfolg von AI-DADA wird genau beobachtet. Er könnte ein Signal für die gesamte Luxus- und Modebranche sein: Generative KI wandelt sich vom Marketing-Gag zur zentralen Fertigungskapazität.

Sollte das Kundeninteresse den Erwartungen entsprechen, könnten ähnliche „Co-Creation“-Modelle das gesamte Portfolio der Swatch Group erfassen. Das würde grundlegend verändern, wie traditionsreiche Marken ihr Archiv nutzen und im digitalen Zeitalter mit ihrer Kundschaft interagieren.

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