Supermicro-Mitgründer, KI-Chip-Schmuggels

Supermicro-Mitgründer wegen mutmaßlichen KI-Chip-Schmuggels angeklagt

21.03.2026 - 01:39:50 | boerse-global.de

Ein Top-Manager von Super Micro Computer wird beschuldigt, ein Netzwerk zum illegalen Export von Nvidia-Chips nach China betrieben zu haben. Die Aktie des KI-Serverherstellers verlor daraufhin massiv an Wert.

Supermicro-Mitgründer wegen mutmaßlichen KI-Chip-Schmuggels angeklagt - Foto: über boerse-global.de
Supermicro-Mitgründer wegen mutmaßlichen KI-Chip-Schmuggels angeklagt - Foto: über boerse-global.de

Die US-Justiz wirft einem Top-Manager des Serverherstellers vor, ein 2,5-Milliarden-Euro-Schmuggelnetz nach China betrieben zu haben. Die Aktie des KI-Profiteurs brach ein.

In einem der größten Fälle mutmaßlicher Exportkontroll-Verstöße hat das US-Justizministerium schwere Vorwürfe gegen einen Mitgründer des KI-Serverherstellers Super Micro Computer (Supermicro) erhoben. Yih-Shyan „Wally“ Liaw, auch Senior Vice President des Unternehmens, soll mit zwei Komplizen ein komplexes Netzwerk aufgebaut haben, um hochleistungsfähige Nvidia-Chips im Wert von rund 2,5 Milliarden Euro illegal nach China zu schleusen. Die Nachricht traf den Börsenliebling hart: Die Aktie verlor zeitweise über 25 Prozent.

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Das System der Tarnfirmen und Attrappen

Laut der am Donnerstag in New York veröffentlichten Anklage nutzten die Beschuldigten seit 2024 eine ausgeklügelte Methode, um die strengen US-Sanktionen zu umgehen. Diese verbieten den Export modernster KI-Chips nach China aus Gründen der nationalen Sicherheit. Kern des Plans war eine Tarnfirma in Südostasien.

Die mit begehrten Nvidia-GPUs bestückten Supermicro-Server wurden offiziell an dieses Unternehmen geliefert. Von dort aus, so die Ermittler, gingen sie auf eine Reise durch die Region: Sie wurden in andere Länder transportiert, in neutrale Kartons umgepackt und schließlich an Endkunden in China verschickt. Um Kontrollen zu täuschen, erstellte das Netzwerk gefälschte Papiere und platzierte sogar „Dummy-Server“ – nicht funktionsfähige Attrappen – in Lagern, um den Anschein zu wahren, die Ware sei noch vor Ort.

Unternehmen suspendiert Manager, Aktie bricht ein

Supermicro selbst wurde nicht als Firma angeklagt. Der Konzern aus San Jose, einer der großen Gewinner des KI-Booms, reagierte umgehend. Man kooperiere voll mit den Behörden, hieß es in einer Stellungnahme. Liaw und der ebenfalls beschuldigte Vertriebsmanager Ruei-Tsang „Steven“ Chang wurden suspendiert. Die Geschäftsbeziehung zum dritten Beschuldigten, Auftragnehmer Ting-Wei „Willy“ Sun, wurde beendet.

Dennoch traf die Nachricht die Anleger wie ein Schock. Der Kursrutsch beendet vorläufig die rasante Hausse der Supermicro-Aktie. Das Unternehmen betonte, das mutmaßliche Verhalten verstoße klar gegen interne Richtlinien und Compliance-Programme.

Schlag gegen Chinas Technologie-Beschaffung

Der Fall ist ein deutliches Signal Washingtons. Die USA verschärfen seit Jahren den Druck, um den Transfer von Spitzentechnologie nach China zu unterbinden. Hintergrund sind Befürchtungen, Peking könne die Chips für militärische oder Überwachungszwecke nutzen. Das US-Justizministerium und das FBI warnten vor der Bedrohung der nationalen Sicherheit durch ein „verschlungenes Netz aus Lügen“.

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Nvidia, dessen H100- und A100-Chips im Zentrum des Skandals stehen, erklärte, man halte sich strikt an alle Vorschriften. Der Fall zeigt jedoch die Schwierigkeiten, globale Lieferketten lückenlos zu überwachen.

Weitreichende Folgen für die Tech-Branche erwartet

Den Beschuldigten drohen bei einer verurteilung bis zu 30 Jahre Haft. Chang wird noch gesucht. Der Prozess dürfte langwierig werden und weit über Supermicro hinaus Strahlkraft entfalten.

Für die gesamte Technologiebranche, einschließlich deutscher Zulieferer und Konkurrenten wie SAP im Enterprise-Bereich, dient der Fall als Weckruf. Analysten erwarten einen massiven Druck, Lieferketten transparenter zu gestalten und Endkunden strenger zu überprüfen. Für Supermicro bleibt trotz Distanzierung ein erheblicher Reputationsschaden – die Vorwürfe gegen einen Mitgründer werfen ein schlechtes Licht auf die internen Kontrollen des Konzerns.

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