Stocker, Wirtschaftskrieg

Stocker warnt vor Wirtschaftskrieg zwischen EU und USA

16.01.2026 - 19:51:12

Bundeskanzler Christian Stocker sieht die transatlantischen Handelsbeziehungen vor einer gefährlichen Eskalation. Hintergrund sind wachsender politischer Druck aus Washington und schwelende Konflikte um Zölle und Digitalgesetze. Für die exportstarke österreichische Wirtschaft stehen Milliarden auf dem Spiel.

Die aktuelle Krise baut auf einem brüchigen Deal vom Sommer 2025 auf. Damals vereinbarten die EU und die USA pauschale Zölle von 15 Prozent auf die meisten europäischen Exporte, um einen offenen Handelskrieg abzuwenden. Stocker bezeichnete die Einigung damals als schmerzhaft, aber notwendig.

Die wirtschaftliche Abhängigkeit ist enorm:
* Die USA sind Österreichs zweitwichtigster Handelspartner nach Deutschland.
* 2023 exportierten heimische Unternehmen Waren im Wert von über 14,7 Milliarden Euro in die USA.
* Besonders die Hochtechnologie- und Maschinenbaubranche hängen am US-Geschäft.

Neue Zölle und Digital-Streit heizen die Krise an

Das Jahr 2026 droht die Lage drastisch zu verschärfen. Prognosen sagen voraus, dass die Kosten durch US-Zölle für EU-Exporte auf das Zehnfache des Niveaus von 2023 steigen könnten.

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Zusätzlichen Zündstoff liefert der Streit um digitale Dienstleistungen. Washington betrachtet europäische Regeln wie den Digital Services Act (DSA) als Handelshemmnis. Diese Blockade verzögert die endgültige Fassung des Handelsabkommens. Eine Abstimmung im EU-Parlament wird nicht vor Februar erwartet – eine gefährliche Unsicherheit für die Wirtschaft.

Wirtschaft als politisches Druckmittel?

Die Handelskonflikte bekommen eine neue, politische Dimension. Medienberichten zufolge zielt eine neue US-Sicherheitsstrategie darauf, den Einfluss in ausgewählten EU-Ländern wie Österreich zu verstärken und so die europäische Einheit zu schwächen.

Kanzler Stocker wies solche Einmischungsversuche bereits Ende 2025 entschieden zurück. Seine jetzige Warnung vor einer wirtschaftlichen Eskalation liest sich wie eine Antwort auf diese Taktik. Er betont zwar die Wichtigkeit der transatlantischen Partnerschaft, nennt die Entwicklungen aber einen “Weckruf für Europa”.

Was kommt jetzt auf die Wirtschaft zu?

Die kommenden Wochen sind entscheidend. Gelingt keine Einigung im Digital-Streit und scheitert die Ratifizierung im EU-Parlament, droht eine Negativspirale aus neuen Zöllen und Gegenzöllen. Analysten deuten Stockers Warnung als doppelte Botschaft: ein Appell zur Deeskalation an Washington und ein Aufruf zu mehr Geschlossenheit an die europäischen Partner.

Die österreichische Regierung wird weiter auf diplomatische Lösungen drängen. Die heimische Wirtschaft aber muss sich auf ein unsicheres Jahr einstellen, das die transatlantischen Beziehungen neu definieren könnte.

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