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Steuerreform 2026: Höhere Pendlerpauschale und dauerhaft reduzierte Gastronomie-Mehrwertsteuer

06.03.2026 - 07:30:48 | boerse-global.de

Das neue Steueränderungsgesetz bringt ab 2025 eine einheitliche Pendlerpauschale von 38 Cent pro Kilometer und eine dauerhafte Mehrwertsteuersenkung für Restaurantessen auf 7 Prozent.

Steuerreform 2026: Höhere Pendlerpauschale und dauerhaft reduzierte Gastronomie-Mehrwertsteuer - Foto: über boerse-global.de
Steuerreform 2026: Höhere Pendlerpauschale und dauerhaft reduzierte Gastronomie-Mehrwertsteuer - Foto: über boerse-global.de

Seit Jahresbeginn profitieren Millionen Arbeitnehmer und die gesamte Gastronomie von einer umfassenden Steuerentlastung. Das Steueränderungsgesetz 2025 bringt spürbare finanzielle Erleichterungen, vor allem für Pendler und Restaurantbesucher. Die Neuregelungen sollen die Folgen der Inflation abfedern und strukturelle Unterstützung bieten.

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Einheitliche Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer

Die wohl spürbarste Änderung betrifft die Entfernungspauschale. Statt des bisher gestaffelten Systems gilt nun ein einheitlicher Satz von 38 Cent pro Kilometer – und das bereits ab dem ersten Kilometer. Bisher wurden für die ersten 20 Kilometer nur 30 Cent angerechnet.

Ein Beispiel macht den Unterschied deutlich: Ein Arbeitnehmer mit 20 Kilometern einfacher Strecke an 220 Arbeitstagen kann nun Werbungskosten von 1.672 Euro geltend machen. Unter den alten Regeln waren es nur 1.320 Euro. Das bedeutet eine steuerliche Entlastung von 352 Euro. Die Regelung gilt unabhängig vom Verkehrsmittel – ob Auto, Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel.

Dauerhaft sieben Prozent Mehrwertsteuer für Restaurantessen

Parallel dazu hat die Gastronomie eine lang ersehnte Steuervereinfachung erhalten. Die Mehrwertsteuer für Speisen, die im Restaurant verzehrt werden, wurde dauerhaft auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent gesenkt. Bisher lag sie bei 19 Prozent.

Damit entfällt der oft kritisierte Unterschied zwischen Speisen zum Mitnehmen und zum Verzehr vor Ort. Allerdings gilt die Ermäßigung ausschließlich für Lebensmittel. Getränke – auch nichtalkoholische – werden weiterhin mit 19 Prozent besteuert. Für Kombi-Angebote wie Buffets oder Menüs mit Getränken gibt es eine Vereinfachungsregel: 30 Prozent des Preises werden Getränken zugeordnet, 70 Prozent den Speisen.

Weitere Entlastungen und gesellschaftliche Impulse

Das Steuerpaket enthält weitere Maßnahmen zur finanziellen Entlastung. Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro. Das soll verhindern, dass inflationsbedingte Lohnsteigerungen durch die kalte Progression aufgefressen werden.

Auch das Ehrenamt wird gestärkt: Die Übungsleiterpauschale erhöht sich auf 3.300 Euro jährlich, die Ehrenamtspauschale auf 960 Euro. Immobilienexperten spekulieren zudem, dass die höhere Pendlerpauschale den Wohnungsmarkt in ländlichen Regionen beleben könnte, da längere Anfahrtswege steuerlich attraktiver werden.

Geteilte Reaktionen: Wirtschaft versus Klimaschutz

Die Reaktionen auf die Reform fallen gespalten aus. Die Gastronomie, vertreten durch den DEHOGA, begrüßt die dauerhafte Mehrwertsteuersenkung als überfälligen Schritt zu mehr Steuergerechtigkeit. Ob die Ersparnis an die Gäste weitergegeben wird, bleibt jedem Betrieb selbst überlassen.

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Kritik kommt dagegen von Umweltverbänden. Sie sehen in der erhöhten Pendlerpauschale ein falsches Signal in der Verkehrswende, da sie insbesondere das Auto subventioniere. Finanzexperten weisen zudem darauf hin, dass die Entlastung vor allem Besserverdiener mit hohem Grenzsteuersatz nutzen. Geringverdiener unterhalb des Grundfreibetrags profitieren kaum – es sei denn, sie erhalten den Mobilitätszuschlag.

Was Verbraucher und Unternehmen jetzt beachten müssen

Für Arbeitnehmer heißt es: Dokumentation ist alles. Wer die volle Pendlerpauschale nutzen will, sollte Arbeitstage, Homeoffice-Tage und Fahrtwege genau erfassen. Die Angaben fließen dann in die Steuererklärung für 2026 ein, die 2027 fällig wird.

Gastronomiebetriebe müssen sicherstellen, dass ihre Kassensysteme die unterschiedlichen Steuersätze für Speisen und Getränke korrekt ausweisen. Die Finanzämter werden dies bei ihren Prüfungen genau kontrollieren. Die Reform markiert eine spürbare Wende in der deutschen Steuerpolitik – mit direkten Auswirkungen auf Portemonnaie und Alltag.

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