Starlink, Kundendaten

Starlink nutzt Kundendaten künftig für KI-Training

31.01.2026 - 07:39:12

Starlink hat seine Datenschutzrichtlinie geändert und erlaubt nun die Nutzung personenbezogener Daten zum Training von KI-Systemen. Die Einwilligung gilt standardmäßig, Nutzer müssen aktiv widersprechen.

Starlink erlaubt sich umfassende Nutzung von Nutzerdaten für künstliche Intelligenz – Kunden müssen aktiv widersprechen. Die umstrittene Änderung der globalen Datenschutzrichtlinie trat bereits Mitte Januar in Kraft und betrifft Millionen Nutzer weltweit. Sie wirft ein Schlaglicht auf die wachsenden KI-Ambitionen von Elon Musk.

Umstrittene Opt-out-Klausel für Drittpartner

Besonders brisant: Die neue Richtlinie erlaubt nicht nur SpaceX selbst die Nutzung personenbezogener Daten zum Training eigener KI-Systeme. In bestimmten Fällen dürfen diese Informationen auch an „Drittpartner“ weitergegeben werden – für deren „unabhängige Zwecke“. Datenschützer kritisieren das standardmäßige Einverständnis, das ohne aktive Bestätigung der Kunden gilt.

„Für eine derart weitreichende Datenweitergabe sollte eine ausdrückliche Zustimmung erforderlich sein“, argumentieren Experten. Das aktuelle Opt-out-Verfahren verlagere die Verantwortung vollständig auf die Nutzer.

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Welche Daten fließen in die KI-Modelle?

Laut der aktualisierten Datenschutzerklärung kann Starlink verschiedene Kundendaten für das KI-Training verwenden. Dazu gehören:
* Persönliche Informationen wie Name, Adresse und Kontaktdaten
* Bestell- und Zahlungsinformationen

Das Unternehmen betont jedoch, dass sensible Daten wie Browserverlauf, individuelle Nutzungsmuster und genaue Standortdaten nicht mit Partnern geteilt werden. Hauptziel sei die Verbesserung eigener Dienste – etwa durch optimierte KI-gestützte Kundenbetreuung.

Bereits jetzt nutzt Starlink den von Musks KI-Firma xAI entwickelten Chatbot Grok für Support-Anfragen. Die gesammelten Daten könnten solche Tools weiter verbessern. Doch welche Partner konkret Zugriff erhalten und was „unabhängige Zwecke“ bedeuten, bleibt vage.

So können Kunden die Datennutzung verhindern

Nutzer, die nicht einverstanden sind, müssen aktiv werden:
1. Im Starlink-Konto einloggen
2. „Profil bearbeiten“ auswählen
3. Häkchen bei „Persönliche Daten mit vertrauenswürdigen Partnern teilen, um KI-Modelle zu trainieren“ entfernen

Die Kritik am Verfahren ist grundsätzlicher: „Opt-out bei so sensiblen Daten ist nicht zeitgemäß“, meinen Verbraucherschützer. Die automatische Einwilligung aller Bestands- und Neukunden sei weder transparent noch nutzerfreundlich.

Musks strategischer Datenzugriff

Die Richtlinienänderung festigt Musks Position im KI-Wettlauf. Der Unternehmer, der neben SpaceX auch Tesla und xAI führt, erhält Zugang zu einem wertvollen globalen Datenschatz. Medien berichten sogar über eine mögliche Fusion von SpaceX und xAI – was die Synergien zwischen Satellitennetz und KI-Entwicklung unterstreichen würde.

Die Reichweite wächst ständig: Die Fluggesellschaft Swiss rüstet ihre Flotte ab diesem Jahr mit Starlink-Internet aus. Passagiere an Bord unterliegen dann denselben Datenschutzbestimmungen und müssten ebenfalls aktiv widersprechen.

Europäische Regulierung als mögliche Hürde

Spannend wird die Frage, wie europäische Aufsichtsbehörden das Opt-out-Modell bewerten. Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verlangt grundsätzlich eine informierte, freiwillige Einwilligung. Ob das aktuelle Verfahren diesen Anforderungen genügt, ist unklar.

Der Fall zeigt einen Branchentrend: Der Hunger nach Trainingsdaten für KI-Systeme kollidiert zunehmend mit Datenschutzbedenken. Während Unternehmen auf Innovationsdruck verweisen, fordern Verbraucherschützer mehr Transparenz und echte Wahlfreiheit.

Für Starlink-Nutzer weltweit bleibt ein dringender Rat: Kontoeinstellungen prüfen und bewusst entscheiden, ob die eigenen Daten die nächste KI-Generation trainieren sollen.

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