Stadttunnel Feldkirch: Land sucht PR-Agentur für Millionen
15.03.2026 - 01:39:35 | boerse-global.deDas Land Vorarlberg sucht eine PR-Agentur für die Kommunikation zum Stadttunnel Feldkirch. Der Auftrag übersteigt die EU-Schwelle von 216.000 Euro deutlich und entfacht eine Debatte über den Umgang mit Steuergeldern.
Kritiker hinterfragen, warum die Landespressestelle die Aufgaben nicht selbst übernimmt. Die Verantwortlichen betonen dagegen die Notwendigkeit professioneller Anrainerinformation während der heißen Bauphase.
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Haupttunnelbau hat begonnen – Informationsbedarf steigt
Anfang März fiel der Startschuss für den Vortrieb des Haupttunnels. Bis Herbst 2028 soll der Untergrund durchbrochen werden, 2030 ist die Inbetriebnahme geplant. Mit Sprengungen und Verkehrsbehinderungen wächst der Informationsbedarf der Anwohner massiv.
Das Land will Beschwerden proaktiv begegnen und die Akzeptanz für das 385-Millionen-Euro-Projekt sichern. Eine Ombudsstelle steht bereits bereit. Die externe Kommunikation soll nun bis ein Jahr nach Fertigstellung, voraussichtlich bis Ende 2031, laufen.
Leistungskatalog: Von Pressekonferenzen bis Social Media
Die ausgeschriebenen Leistungen sind detailliert. Die Agentur muss fünf Anrainer-Infoblätter, 24 Pressetexte und vier Pressekonferenzen inklusive Antwortlinien vorbereiten.
Hinzu kommen 22 Newsletter, Quartalsvideos, Social-Media-Beiträge und die Pflege der Projektwebsite. Ein umfangreiches Paket, das die EU-weite Ausschreibung nötig machte.
Kritik an externen Kosten in Millionenhöhe
Die Neuvergabe weckt Erinnerungen an frühere Kontroversen. Für vorbereitende Baumaßnahmen flossen bereits sechsstellige Beträge in externe Kommunikation. Die juristische Begleitung kostete bisher 2,1 Millionen Euro.
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Warum übernimmt das Land die PR nicht selbst? Auf Medienanfragen erklärte die Landespressestelle nur, die Leistungen seien intern abgestimmt worden. Die Diskussion erinnert an 2022, als personelle Verflechtungen zwischen Agentur und Landhaus für Aufruhr sorgten.
Verkehrsentlastung als Kernbotschaft
Trotz der Debatte stehen die Botschaften fest: Die PR soll die Vorteile des Tunnels betonen. Er soll den Verkehr an der Bärenkreuzung um 25 Prozent, den Schwerverkehr sogar um 60 Prozent reduzieren.
Ein unterirdischer Kreisverkehr macht Flächen an der Oberfläche frei. Bürgermeister Manfred Rädler verspricht mehr Raum für Fußgänger, Radler und den ÖPNV. Auch eine bessere Luftqualität durch weniger Feinstaub wird ein Argument sein.
Schmaler Grat zwischen Information und Imagepflege
Der Fall zeigt den Spagat bei Großprojekten. Experten betonen: Fehlende Kommunikation kann zu Verzögerungen führen, die teurer sind als jedes PR-Budget.
Doch wirken die Maßnahmen wie reine Imagepflege, kippt die Stimmung. Die geforderten Antwortlinien für kritische Fragen zeigen, dass sich das Land der Konfliktthemen bewusst ist. Der Ausgang des Verfahrens könnte für andere österreichische Megaprojekte richtungsweisend sein.
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