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Sprott Physical Gold (PHYS): Was der Gold-Boom für deutsche Anleger jetzt bedeutet

16.02.2026 - 18:52:58 | ad-hoc-news.de

Gold kratzt an neuen Hochs – und Sprott Physical Gold (PHYS) wird zur stillen Depot-Versicherung vieler Profis. Doch wie solide ist das Papier wirklich – und lohnt der Einstieg für Anleger in Deutschland jetzt noch?

Bottom Line zuerst: Der Goldpreis notiert nahe historischer Hochstände, die Zuflüsse in physisch besicherte Vehikel wie Sprott Physical Gold Trust (PHYS) ziehen an – und damit rückt dieses Wertpapier auch für deutsche Anleger in den Fokus, die ihr Depot aktiv gegen Inflation, Rezessionsrisiken oder geopolitische Schocks absichern wollen.

Gerade weil PHYS physisches Gold im Tresor hält, ist das Papier für viele eine Alternative zu Xetra-Gold, klassischen Gold-ETFs oder dem direkten Barren-Kauf. Entscheidend ist: Wie reagiert PHYS auf die jüngste Gold-Rally, wie liquide ist es für Anleger in Deutschland – und welches Risiko gehen Sie wirklich ein?

Was Sie jetzt wissen müssen, bevor Sie PHYS als "Versicherung" ins Depot legen...

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Analyse: Die Hintergründe des Kursverlaufs

Sprott Physical Gold Trust (PHYS) ist ein in Kanada domizilierter, börsengehandelter Trust, der nahezu vollständig in physische Goldbarren investiert. Diese werden überwiegend in kanadischen Hochsicherheits-Tresoren gelagert. Im Unterschied zu vielen synthetischen Gold-ETFs besitzt PHYS tatsächlich das Metall – mit regelmäßigen Audit-Berichten.

Für Anleger in Deutschland ist das Produkt primär über US-Börsen (NYSE Arca) und die kanadische Börse (TSX) handelbar. Viele deutsche Neo- und Direktbroker bieten PHYS inzwischen an, teils mit Handel in Euro via außerbörslichen Handelspartnern. Das macht den Trust zu einer praktischen Brücke zwischen physischem Gold und der gewohnten Wertpapierwelt im Depot.

Marktumfeld: Gold im Spannungsfeld von Zinsen, Inflation und Geopolitik

Der jüngste Kursverlauf von PHYS spiegelt die Dynamik am Goldmarkt: Erwartungen an fallende US-Leitzinsen, hartnäckige Kerninflation und anhaltende geopolitische Spannungen stützen die Nachfrage nach dem Edelmetall. Institutionelle Investoren, aber auch vermögende Privatkunden erhöhen wieder ihre Goldquote – nicht zuletzt, weil die Korrelation von Gold zu Aktien in Stressphasen historisch gering ist.

Parallel setzen große Zentralbanken, darunter die der Schwellenländer, ihre Nettokäufe fort. Das begrenzt das Abwärtsrisiko beim Goldpreis und stärkt Produkte wie PHYS, die eins zu eins vom Spotpreis abhängig sind – abzüglich Verwaltungsgebühr und eventueller Bewertungseffekte.

So bildet PHYS den Goldpreis ab

Der Trust gibt Anteile aus, die durch physische Goldbestände gedeckt sind. Die Kennzahl, auf die Profis achten, ist der sogenannte Net Asset Value (NAV), also der innere Wert je Anteil basierend auf dem aktuellen Goldpreis. An der Börse notiert PHYS meist nahe am NAV, kann aber kurzzeitig mit kleinem Auf- oder Abschlag handeln – je nach Marktstimmung.

Faktor Bedeutung für PHYS Relevanz für deutsche Anleger
Goldspot-Preis (USD) Haupttreiber des PHYS-Kurses; nahezu 1:1-Abbildung Indirekte Währungswette auf USD, sofern im Auslandsdepot in USD gehalten
USD/EUR-Wechselkurs Wirkt auf Euro-Rendite, wenn der Broker die Position in USD führt Starker Dollar erhöht den Euro-Gewinn, schwacher Dollar drückt ihn
Verwaltungsgebühr des Trusts Leichter, stetiger Wertverlust relativ zu physischem Gold Längerer Anlagehorizont verstärkt diesen Effekt; als "Versicherungsprämie" zu sehen
Liquidität an US/kanadischen Börsen Bestimmt Spreads und Ausführungsgüte Zu Handelszeiten der Wall Street meist enge Spreads und ordentliche Tiefe
Regulatorischer Status in Deutschland Kein inländischer Fonds, sondern ausländischer Trust Wichtige Unterschiede bei Besteuerung und Meldepflichten beachten

Deutscher Kontext: Absicherung gegen DAX-Risiken

Für Anleger in Deutschland wird PHYS besonders interessant, wenn sie ihr Aktiendepot – etwa DAX-, MDAX- oder US-Tech-Exposure – antizyklisch stabilisieren möchten. In Stressphasen (Finanzkrisen, geopolitische Schocks, harte Rezessionsszenarien) zeigte Gold historisch oft eine negative Korrelation zu Aktienindizes.

Das bedeutet: Während DAX & Co. unter Druck stehen, kann Gold steigen oder zumindest stabil bleiben. PHYS dient damit als liquide Krisenwährung im Depot, ohne dass Sie physische Barren lagern oder versichern müssen. Wichtig: Die optimale Goldquote liegt nach vielen Studien im Bereich von 5–15 % des Gesamtvermögens, abhängig von Risikoprofil und Anlagehorizont.

Währungsaspekt: Doppelter Hebel oder doppeltes Risiko

Da Gold weltweit überwiegend in US-Dollar gehandelt wird, tragen Sie mit PHYS in der Praxis zwei Risiken: den Goldpreis selbst und die Entwicklung des USD/EUR-Kurses. In Szenarien, in denen Investoren in den "sicheren Hafen" Dollar flüchten, kann sich dies positiv auf Euro-Anleger auswirken: Steigt Gold und wertet der Dollar gegenüber dem Euro auf, profitieren Sie doppelt.

Umgekehrt kann ein schwächerer Dollar Ihre in Euro gerechnete Goldrendite mindern – selbst bei stabilem oder leicht steigendem Goldpreis. Wer das nicht möchte, muss entweder zu Euro-besicherten Gold-ETCs greifen oder das Währungsrisiko durch andere Positionen im Depot aktiv managen.

Steuern: PHYS ist kein klassischer deutscher Gold-ETC

Ein wichtiger Punkt für Anleger in Deutschland ist die steuerliche Behandlung. Während bei physisch ausgeliefertem Gold und einigen in Deutschland gelisteten Gold-ETCs unter bestimmten Bedingungen nach einem Jahr Haltedauer Steuerfreiheit winken kann, gilt dies für ausländische Wertpapiere wie PHYS in der Regel nicht automatisch.

PHYS wird hierzulande meist als Investmentvermögen bzw. ausländischer Fonds/Trust behandelt, dessen Kursgewinne und (ggf. fiktive) Erträge der Abgeltungsteuer unterliegen. Die genaue Einstufung hängt vom jeweiligen Broker und der steuerlichen Einordnung ab. Wer signifikante Beträge investieren will, sollte vorab mit Steuerberater oder Bank klären, wie PHYS im Einzelfall behandelt wird.

Liquidität und Handel für deutsche Privatanleger

Große deutsche Online-Broker wie Trade Republic, Scalable Capital, ING, Consors & Co. haben den Zugang zu US-Börsen stark vereinfacht. PHYS ist dort häufig über Partner wie LS Exchange, Lang & Schwarz oder direkt über NYSE Arca handelbar. Die Spreads sind zu US-Handelszeiten in der Regel eng genug für langfristige Anleger.

Wichtig für Sie als deutscher Anleger:

  • Order möglichst in den überlappenden Handelszeiten mit den USA platzieren (Nachmittag bis Abend).
  • Limit-Orders statt Marktorders nutzen, um unliebsame Ausreißer zu vermeiden.
  • Auf Fremdwährungskosten und eventuelle Depotbank-Gebühren achten.

Das sagen die Profis (Kursziele)

Für PHYS selbst veröffentlichen große Investmentbanken in der Regel keine klassischen Kursziele, weil es sich nicht um ein operatives Unternehmen, sondern um einen Gold-Trust handelt. Stattdessen fokussieren sich Analysten auf ihre Goldpreis-Prognosen – und genau die sind für Sie als PHYS-Anleger entscheidend.

Aktuelle Einschätzungen namhafter Häuser (Stand laut jüngsten Research-Updates):

  • Goldman Sachs sieht Gold mittelfristig in einem Umfeld strukturell niedrigerer Realzinsen als attraktive Beimischung. In ihren Rohstoffausblicken werden Zielspannen genannt, die tendenziell einen freundlichen Preisverlauf unterstellen.
  • Deutsche Bank verweist in ihrem Research auf Gold als strategischen Hedge gegen geopolitische Unsicherheit und rät vielen institutionellen Kunden zu einer stabilen Goldquote im Portfolio.
  • JP Morgan betont die Rolle von Gold als "letzter Hafen" in Szenarien erhöhter Marktvolatilität und erwartet in Deflations- wie Inflationsängsten eine solide Nachfragebasis.

Die Quintessenz: Die Mehrheit der großen Häuser betrachtet Gold aktuell nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Risikopuffer im Multi-Asset-Portfolio. PHYS profitiert direkt von diesem Blickwinkel, weil es – anders als Minenaktien – keine Unternehmensrisiken wie Kostenexplosionen, Managementfehler oder politische Eingriffe in Förderländer trägt.

Wie diese Einschätzungen auf deutsche Portfolios wirken

Für Anleger in Deutschland bedeutet das: Wer ohnehin breit über ETFs in Aktien (MSCI World, S&P 500, DAX) investiert ist, kann mit PHYS gezielt auf die Goldkomponente setzen – ohne sich über einzelne Minengesellschaften oder Rohstoffzyklen Gedanken machen zu müssen.

Ein typischer Profi-Ansatz, der sich auch für Privatanleger eignet:

  • 5–10 % Goldquote im Gesamtportfolio, abhängig von Risikotoleranz und Anlagehorizont.
  • Staffelkäufe bei Rücksetzern des Goldpreises, statt All-in-Einstieg auf einem Hoch.
  • Regelmäßiges Rebalancing: Läuft Gold deutlich besser als Aktien, Gewinne teilweise realisieren und in untergewichtete Anlageklassen umschichten.

Risiken, die Sie nicht unterschätzen dürfen

  • Zinswende: Steigende reale Zinsen könnten den Opportunitätsnachteil von Gold (keine laufenden Erträge) wieder stärker ins Blickfeld rücken und Druck auf den Goldpreis ausüben.
  • Starke Konjunkturerholung: Setzt sich ein Boom-Szenario mit hoher Risikobereitschaft durch, fließt Kapital verstärkt in Aktien, was Gold tendenziell relativ schwächer aussehen lässt.
  • Regulatorik & Steuern: Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Auslandsprodukten oder Rohstoff-Investments in Deutschland könnten sich auf die Nettorendite auswirken.
  • Produkt- und Gegenparteirisiko: Auch wenn PHYS physisch besichert ist, bleiben Risiken etwa in Bezug auf Verwahrung, Administration und mögliche Strukturänderungen des Trusts.

Für wen PHYS in Deutschland besonders sinnvoll ist

PHYS passt vor allem zu Anlegern, die:

  • bereits ein breit diversifiziertes ETF-Portfolio haben und einen soliden Goldbaustein ergänzen möchten,
  • kein physisches Gold lagern wollen oder können,
  • bereit sind, das USD-Risiko mitzutragen und die steuerliche Behandlung bewusst in Kauf zu nehmen,
  • Gold eher als Versicherung denn als kurzfristigen Trade sehen.

Weniger geeignet ist PHYS für Anleger, die auf kurze Sicht schnelle Kursgewinne erwarten oder ausschließlich in Euro denominierten Produkten ohne Währungsrisiko investieren wollen. Für diese Zielgruppe können in Deutschland gelistete, physisch hinterlegte Gold-ETCs oder Barrenmünzen (Krügerrand, Maple Leaf etc.) die passendere Lösung sein.

Fazit für Anleger in Deutschland

PHYS ist kein Zockerpapier, sondern ein strategisches Stabilitätsinstrument im Depot. Wer den Goldbaustein bewusst setzen will, profitiert von der klaren, physisch hinterlegten Struktur und der einfachen Handelbarkeit über gängige Broker – muss aber Währungs- und Steuerfragen im Blick haben.

Im aktuellen Umfeld aus geopolitischer Unsicherheit, Schuldenbergen und Zinsdiskussionen bleibt Gold für viele Investoren ein unverzichtbarer Baustein. Für deutsche Anleger, die keine Tresortür schließen wollen, kann Sprott Physical Gold Trust eine pragmatische Lösung sein – vorausgesetzt, Sie nutzen das Papier diszipliniert als Beimischung und nicht als All-in-Wette.

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