Spezifisches Gehirntraining senkt Demenzrisiko um 29 Prozent
18.02.2026 - 10:48:12 | boerse-global.deEine Langzeitstudie der US-Gesundheitsbehörde NIH zeigt erstmals, dass gezieltes kognitives Training das Demenzrisiko über 20 Jahre hinweg deutlich reduzieren kann. Die neuen Daten markieren einen Wendepunkt in der Präventionsmedizin.
Die Analyse der sogenannten ACTIVE-Studie liefert den bislang stärksten Beweis für die Wirksamkeit. Über 2.800 Teilnehmer wurden zwei Jahrzehnte lang begleitet. Das Ergebnis: Ein Training der visuellen Verarbeitungsgeschwindigkeit senkte das Risiko einer Demenzdiagnose um bis zu 29 Prozent.
Nur eine Trainingsform zeigte Wirkung
Die Studie verglich verschiedene kognitive Übungen. Herkömmliche Gedächtnis- oder Strategietrainings verbesserten zwar die Alltagsfunktionen. Einen signifikanten Schutz vor Demenz bot jedoch nur das spezifische „Speed of Processing“-Training.
Der Effekt war dosisabhängig. Teilnehmer, die zusätzliche Auffrischungseinheiten absolvierten, wiesen das geringste Risiko auf. Die Ergebnisse wurden kürzlich im Fachjournal Alzheimer’s & Dementia veröffentlicht.
So funktioniert das „Double Decision“-Verfahren
Der Erfolg basiert nicht auf Kreuzworträtseln, sondern auf einer neuropsychologischen Aufgabe namens „Double Decision“. Sie trainiert das „nutzbare Sehfeld“ und fordert das Gehirn auf zwei Ebenen:
* Zentrale Identifikation: Ein Objekt in der Bildschirmmitte muss erkannt werden.
* Periphere Aufmerksamkeit: Gleichzeitig muss ein Ziel am Bildschirmrand lokalisiert werden.
Die Schwierigkeit passt sich automatisch der Leistung an. Neurowissenschaftler gehen davon aus, dass diese Übung grundlegende neuronale Verarbeitungswege stärkt und kognitive Reserven aufbaut.
Deutsche Studie unterstreicht Präventionspotenzial
Die US-Erkenntnisse erhalten Rückenwind aus Deutschland. Eine aktuelle Analyse des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) kommt zum Schluss: Rund 36 Prozent aller Demenzfälle hierzulande wären durch modifizierbare Risikofaktoren vermeidbar.
Dazu zählen Bluthochdruck, Schwerhörigkeit und soziale Isolation. Die ACTIVE-Studie fügt diesem Puzzle nun ein aktives Werkzeug hinzu. Sie zeigt nicht nur die Notwendigkeit, sondern auch eine konkrete, wirksame Interventionsmöglichkeit auf.
Nicht jede „Gehirnjogging“-App hilft
Experten warnen jedoch vor Verallgemeinerungen. Die positiven Effekte lassen sich nicht auf alle Arten von Denkspielen übertragen. Sie sind spezifisch für das untersuchte Verfahren der Verarbeitungsgeschwindigkeit.
Kommerzielle Anbieter von Brain-Training-Apps stehen damit unter Zugwang. Ihre Wirksamkeitsversprechen müssen nun wissenschaftlich fundiert belegt werden. Programme, die auf der validierten Technologie basieren, erhalten durch die Studie Rückenwind.
Die ACTIVE-Studie macht deutlich, dass nur gezieltes, wissenschaftlich fundiertes Training schützt – nicht jede App bringt echten Nutzen. Der kostenlose Report „Gehirntraining leicht gemacht“ erklärt die 7 wichtigsten Prinzipien, bietet 11 alltagstaugliche Übungen und einen schnellen Selbsttest, mit denen Sie Ihre mentale Fitness systematisch stärken können. Jetzt kostenlosen Report „Gehirntraining leicht gemacht“ anfordern
Wird digitales Training zum Standard?
Die starken Langzeitdaten könnten den Weg für digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) ebnen. In Deutschland werden bestimmte Apps bereits von Krankenkassen erstattet. Künftig könnten spezifische kognitive Trainingsprogramme standardmäßig für Personen ab 60 empfohlen werden.
Die Technologie entwickelt sich weiter. Erste Neuro-Kopfhörer passen Trainingsaufgaben bereits in Echtzeit an die Hirnaktivität an. Die Kombination aus validierten Methoden und neuer Hardware hat das Potenzial, die Demenzprävention zu revolutionieren.
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