Speedbird Aero greift mit frischem Kapital den US-Drohnenmarkt an
21.02.2026 - 14:11:12 | boerse-global.deDer globale Markt für Drohnenlieferungen steht vor einem Wendepunkt. Neue Finanzierungsrunden und ein technologischer Durchbruch bei der Flugdauer ebnen den Weg für den internationalen Durchbruch der autonomen Luftlogistik.
Brasilianischer Pionier fordert Amazon und Alphabet heraus
Der brasilianische Drohnenlogistik-Spezialist Speedbird Aero hat am Freitag eine strategische Finanzierungsrunde in Höhe von 5,8 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital, unter anderem vom lateinamerikanischen Lieferriesen iFood, ist explizit für den Markteintritt in den USA vorgesehen. Damit stellt sich das Unternehmen einem direkten Wettbewerb mit etablierten Playern wie Amazon Prime Air und Alphabets Wing.
Speedbird ist in Südamerika bereits Marktführer und betreibt seit 2020 kommerzielle Drohnenlieferungen für iFood. Die Expansion nach Nordamerika ist mehr als nur eine Finanzspritze. Das Unternehmen muss nun die strengen Zertifizierungsprozesse der US-Luftfahrtbehörde FAA meistern, um auch außerhalb der Sichtweite operieren zu dürfen. Seine umfangreichen Betriebserfahrungen aus Brasilien, wo die Regulierung bereits fortgeschritten ist, könnten hier ein entscheidender Vorteil sein.
Batterie-Durchbruch verdoppelt potenzielle Reichweite
Während Speedbird neue Märkte erschließt, wurde diese Woche ein langjähriges technologisches Hindernis überwunden: die begrenzte Flugdauer. Das kanadische Unternehmen NEO Battery Materials testete erfolgreich eine neue Silizium-Anoden-Batterie speziell für Drohnen.
Das Ergebnis ist spektakulär. Die „NBM Drone Cell“ verlängerte die durchschnittliche Flugzeit in Tests mit einem südkoreanischen Hersteller um 98 Prozent im Vergleich zu Standardbatterien. Für Logistikunternehmen ist dies ein Game-Changer. Eine nahezu verdoppelte Flugzeit vervierfacht rechnerisch das potenzielle Versorgungsgebiet eines einzelnen Drohnen-Hubs.
Bislang mussten Betreiber stets ein Gleichgewicht zwischen Nutzlast und Batteriegewicht finden. Die neue Technologie könnte es ermöglichen, schwerere Pakete über weitere Strecken zu transportieren – ohne teure, größere Fluggeräte anschaffen zu müssen. Das senkt die Kosten pro Lieferung erheblich und macht Drohnen für eine breitere Warenpalette attraktiv.
Multimodale Logistik: Drohnen und Bodenroboter im Team
Der Trend zur Autonomie beschränkt sich nicht auf die Luft. Im britischen Barnsley testet der Paketdienstleister Evri seit dieser Woche autonome, vierbeinige Lieferroboter. Diese Bodenmodelle sind für den „letzten Meter“ konzipiert und navigieren auf Gehwegen bis zur Haustür.
Diese Entwicklung unterstreicht einen wachsenden Trend zur multimodalen autonomen Logistik. Während Drohnen die „mittlere Meile“ oder schnelle Strecken über Verkehrswege überbrücken, übernehmen Bodenroboter die Feinverteilung in dicht besiedelten Wohngebieten. Die Zukunft liegt wahrscheinlich in einem hybriden Ökosystem verschiedener Technologien.
Multimodale Lieferketten bringen neue Herausforderungen – besonders beim sicheren Umschlag zwischen Drohne, Hub und Bodenfahrzeug. Wer Pakete effizient und rechtssicher transportieren will, braucht klare Regeln für die Ladungssicherung in allen beteiligten Transportphasen. Ein kostenloser Leitfaden zeigt Fuhrparkleitern und Logistikverantwortlichen praxisnah, wie sie Ladungssicherung in multimodalen Abläufen umsetzen und teure Schäden vermeiden. Unterweisung zur Ladungssicherung jetzt kostenlos downloaden
Wettbewerb und Regulierung unter Druck
Die gleichzeitigen Entwicklungen bei der Marktexpansion und der Batterietechnik deuten darauf hin, dass die Branche aus der Experimentier- in die operative Phase eintritt. Das Jahr 2026 könnte ein Schüsseljahr für regulatorische Harmonisierung und grenzüberschreitenden Wettbewerb werden.
Der Eintritt internationaler, erfahrener Akteure wie Speedbird in den US-Markt dürfte den Druck auf die FAA erhöhen, ihre Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Bislang expandieren heimische Giganten wie Amazon eher langsam. Der neue Wettbewerb könnte das Tempo von Innovation und Einsatz deutlich erhöhen.
Die Branche blickt auf ein ereignisreiches Frühjahr. Nach Speedbirds Finanzierung werden bald offizielle Anträge für FAA-Zertifizierungen erwartet. Parallel dürften Batteriehersteller darum wetteifern, die neue Silizium-Anoden-Technologie in die nächste Drohnengeneration zu integrieren. Die Frage verschiebt sich damit von „Können wir das per Drohne liefern?“ hin zu „Wie integrieren wir Tausende Drohnen in einen gemeinsamen Luftraum?“. Die Hardware und das Kapital dafür sind jetzt da.
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