Sparkassen, Behörden

Sparkassen und Behörden warnen vor neuer Betrugswelle

19.02.2026 - 01:01:12

Finanzinstitute und Behörden warnen vor einer neuen Generation von Phishing-Angriffen, die KI-generierte Texte und manipulierte QR-Codes in Briefen nutzen, um persönliche Daten zu stehlen.

Eine massive Angriffswelle zielt aktuell auf Bankkunden und Steuerzahler. Experten warnen vor täuschend echten Betrugsversuchen durch Künstliche Intelligenz und manipulierte QR-Codes per Brief.

Verbraucher in Deutschland sehen sich einer neuen, hochprofessionellen Welle von Betrugsversuchen ausgesetzt. Große Finanzinstitute und Bundesbehörden haben in den letzten Tagen dringende Warnungen veröffentlicht. Im Fokus stehen hybride Angriffe, die SMS, physische Briefe und KI-generierte Inhalte kombinieren.

Perfide Sparkassen-Masche und Behörden-Fakes

Die Sparkassen-Finanzgruppe warnte am 17. Februar explizit vor einer neuen Phishing-Kampagne. Kriminelle zielen laut dem Computer-Notfallteam der Bankengruppe auf Nutzer der „S-ID-Check“‑App ab. Unter dem Vorwand einer angeblichen Sicherheitsüberprüfung werden Kunden per E-Mail unter Druck gesetzt.

Die Betreffzeilen lauten etwa „Bitte führen Sie die Überprüfung Ihres S-ID-Check-Zugangs durch“. In den Nachrichten wird behauptet, dass ohne sofortige Bestätigung Online-Banking-Funktionen eingeschränkt würden. Wer dem Link folgt, landet auf einer professionell gefälschten Webseite, die Zugangsdaten und Kreditkarteninformationen abgreift.

Parallel dazu warnte das Bundesministerium der Justiz (BMJV) vor gefälschten E-Mails, die den Anschein erwecken, von der Behörde zu stammen. Diese Nachrichten drohen oft mit Bußgeldern oder gerichtlichen Vorladungen. Das Ministerium stellte klar: Solche Zahlungsaufforderungen werden niemals per E-Mail versendet.

„Quishing“: Der Betrug kommt per Brief

Eine besonders gefährliche Entwicklung ist der Anstieg des sogenannten „Quishing“ (QR-Code-Phishing).

Haushalte erhalten Briefe, die täuschend echt wie Schreiben von Banken aussehen. Darin werden Empfänger aufgefordert, einen abgedruckten QR-Code mit ihrem Smartphone zu scannen. Das Scannen führt die Opfer auf Phishing-Seiten, die auf dem mobilen Display oft schwerer als Fälschung zu erkennen sind.

Da viele Verbraucher gedruckten Briefen ein höheres Grundvertrauen entgegenbringen, ist die Erfolgsquote dieser Masche laut Branchenbeobachtern besorgniserregend hoch.

KI als Treiber: Fehlerfreie Täuschung

Ein wesentlicher Treiber für die Qualität der Angriffswelle ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wies darauf hin, dass KI-gestützte Social-Engineering-Angriffe eine neue Gefahrenstufe erreicht haben.

Während Phishing-Mails früher oft an schlechtem Deutsch zu erkennen waren, ermöglicht generative KI nun absolut fehlerfreie und kontextbezogene Texte. Diese KI-Modelle generieren auch authentisch wirkende Logos und Layouts.

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Psychologischer Druck als Waffe

Die aktuellen Kampagnen setzen stark auf psychologische Trigger. Ob drohende Kontosperrung, angebliche Bußgelder oder gefälschte Finanzamt-SMS: Das Ziel ist immer, rationales Denken durch Panik oder Zeitdruck auszuschalten.

Branchenanalysten sehen hierin eine Verschiebung der Taktik. Da technische Sicherheitsmaßnahmen besser werden, konzentrieren sich Angreifer auf den Menschen als schwächstes Glied. Die Kombination aus vertrautem Kanal und technisch perfekter Fälschung macht es selbst für digitale Profis schwer.

Die Verbraucherzentralen raten dringend: Klicken Sie niemals auf Links in unaufgeforderten Nachrichten. Prüfen Sie Nachrichten stattdessen immer über den direkten Login in der offiziellen App oder Webseite.

Steuer-Saison als nächstes Ziel?

Experten gehen davon aus, dass die Intensität der Angriffe hoch bleiben wird. Mit der näher rückenden Frist für Steuererklärungen rechnen Sicherheitsforscher mit einer Zunahme von Angriffen, die sich als Nachrichten der Steuerbehörden (ELSTER) tarnen.

Zudem warnt das LKA Baden-Württemberg vor einer Verlagerung von Betrugsmaschen auf Messenger-Dienste wie WhatsApp. Hierbei werden oft Investitionsmöglichkeiten oder familiäre Notlagen vorgetäuscht. Banken und Behörden dürften ihre Aufklärungskampagnen nun intensivieren.

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