Sommerausfallgeld, Gerüstbauer

Sommerausfallgeld: Gerüstbauer erhalten erstmals Hitzefrei mit Lohnausgleich

12.01.2026 - 00:12:12

Ab Mai 2026 bekommen Gerüstbauer bei extremer Hitze bezahlte Arbeitsausfälle. Das neue Sommerausfallgeld markiert eine historische Wende im Umgang mit klimabedingten Baustopps.

Während der branchenspezifische Mindestlohn zum Jahreswechsel bereits auf 14,35 Euro pro Stunde stieg, dominiert jetzt eine echte Innovation die Personalabteilungen: Erstmals erhalten Beschäftigte im Gerüstbau-Handwerk eine finanzielle Absicherung für hitzebedingte Arbeitsausfälle. Der zwischen Bundesverband Gerüstbau und IG BAU ausgehandelte Tarifvertrag schafft ein klimatisches Pendant zum Winter-Ausfallgeld.

Vom 1. Mai bis 31. August 2026 können Arbeitgeber bei „zwingenden Witterungsgründen“ wie extremer Hitze, Sturm oder Starkregen die Arbeit einstellen – die Beschäftigten erhalten trotzdem 75 Prozent ihres Stundenlohns. Pro Kalenderjahr sind maximal 50 Stunden entschädigungsfähig.

Anzeige

Arbeitgeber müssen jetzt nicht nur Zahlungen leisten, sondern auch Arbeits‑ und Ausfallzeiten rechtssicher dokumentieren – sonst drohen Rückfragen bei Prüfungen oder Abrechnungspannen. Ein kostenloses E‑Book für Personaler erklärt Schritt für Schritt, wie Sie die Arbeitszeiterfassung gesetzeskonform umsetzen, fertige Mustervorlagen in Ihre Lohnsoftware integrieren und Pausen‑ sowie Ruhezeiten korrekt nachweisen. Praktische Checklisten helfen, die Prozesse noch vor dem 1. Mai einzurichten. Arbeitszeiterfassung jetzt gratis herunterladen

Administrative Herausforderungen für Lohnbüros

Obwohl die ersten Auszahlungen erst im Mai fällig werden, müssen die administrativen Weichen jetzt gestellt werden. Lohnsoftware-Anbieter wie DATEV rollen bereits Updates aus, um die neuen Entgeltcodes zu integrieren.

Die Sozialkasse des Gerüstbaugewerbes wird noch im Januar detaillierte Antragsrichtlinien veröffentlichen. Arbeitgeber müssen die Wetterlage dokumentieren und erhalten neben der Erstattung des ausgezahlten Betrags pauschal 32 Prozent für Sozialabgaben zurück. Ein bürokratischer Aufwand, der sich laut Verbandsvertretern aber langfristig auszahlen soll.

Blaupause für die gesamte Bauwirtschaft

Das Sommerausfallgeld betrifft zunächst nur die etwa 25.000 Beschäftigten im Gerüstbau. Doch die IG BAU hat bereits klargestellt: Dieser Tarifvertrag soll Modellcharakter für die gesamte Bauhauptgewerbe haben.

„Mit steigenden Hitzetagen über 30 Grad wird der Gesundheitsschutz zur zentralen tarifpolitischen Frage“, erklärt eine Gewerkschaftssprecherin. Dachdecker haben seit 2020 bereits ähnliche Regelungen, doch das Gerüstbau-Modell ist systematischer angelegt.

Experten prognostizieren, dass bis zur Tarifrunde 2027 eine standardisierte Klimazulage für alle Außenberufe zur Norm werden könnte. Die aktuelle Einführung dient als Praxistest unter Realbedingungen.

Wirtschaftlicher Kontext und Ausblick

Die Neuregelung kommt in schwieriger Branchenlage. Während im Ziegel- und Fliesenhandwerk noch verhandelt wird, setzt das Gerüstbau-Modell bereits Maßstäbe für klimagerechte Arbeitsbedingungen.

Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Produktivität trotz potenziell häufigerer Hitzestopps zu halten. Das Sommerausfallgeld soll dabei helfen, Fachkräfte zu binden und Planungssicherheit zu erhöhen.

Für Lohnabteilungen gilt: Software-Updates prüfen und frühzeitig mit der Sozialkasse die Abrechnungsmodalitäten klären. Der 1. Mai kommt schneller, als viele denken.

Anzeige

PS: Wenn Sie Lohnsoftware‑Updates und Anträge bei der Sozialkasse vorbereiten, sparen Sie mit fertigen Vorlagen enorm Zeit und minimieren Fehler. Dieses kostenlose E‑Book liefert anwendbare Vorlagen für Stundenzettel, Ausfallmeldungen und Erstattungsanträge sowie eine praktische Checkliste zur Dokumentation von Hitzestopps, Sozialabgaben und Erstattungsverfahren. So machen Sie Ihre Abrechnung rechtssicher und belastbar gegenüber Prüfungen. Jetzt E-Book mit Mustervorlagen downloaden

@ boerse-global.de