Software-Schwachstellen, Regierung

Software-Schwachstellen: Regierung und Google in Notfallmodus

18.02.2026 - 07:43:12

US-Behörden müssen eine kritische Sicherheitslücke in BeyondTrust-Software binnen drei Tagen schließen, während Google ein Notfall-Update für Chrome herausgibt. Die Schwachstellen werden bereits aktiv ausgenutzt.

Washington D.C. – Eine Welle kritischer Sicherheitslücken in weit verbreiteter Software hat Regierungsbehörden und Tech-Giganten in Alarmbereitschaft versetzt. Die Bundesbehörden müssen eine schwere Schwachstelle in Remote-Software binnen drei Tagen schließen, während Millionen Chrome-Nutzer ein Notfall-Update installieren müssen.

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA ordnete am vergangenen Freitag an, dass alle Bundesbehörden eine kritische Lücke in der Remote-Support-Software von BeyondTrust bis Mittwoch abdichten müssen. Die als CVE-2026-1731 erfasste Schwachstelle ermöglicht Angreifern die Ausführung von Code ohne Authentifizierung – ein Einfallstor für die vollständige Übernahme von Systemen. Die dreitägige Frist unterstreicht die Dringlichkeit, zumal die Lücke bereits aktiv ausgenutzt wird.

Parallel dazu veröffentlichte Google ein Notfall-Update für seinen Chrome-Browser. Die als CVE-2026-2441 identifizierte Zero-Day-Lücke in der Font-Verarbeitung wird bereits von Angreifern ausgenutzt. Ein Besuch einer manipulierten Webseite könnte ausreichen, um Schadcode auf dem Gerät des Nutzers auszuführen. Google drängt alle Nutzer zur sofortigen Installation des Updates.

Die allgegenwärtige Gefahr durch Zero-Day-Lücken

Die aktuellen Warnungen sind Teil eines besorgniserregenden Trends: Immer mehr hochkomplexe Cyberangriffe zielen auf Alltagssoftware. Bereits zu Monatsbeginne hatte Microsoft mit seinen Februar-Updates 59 Schwachstellen geschlossen, darunter sechs Zero-Day-Lücken, die aktiv attackiert wurden. Sie betrafen Windows Shell, Microsoft Office und Remote Desktop Services.

Die schiere Anzahl der entdeckten und ausgenutzten Schwachstellen zeigt den immensen Druck auf Sicherheitsteams. Für Angreifer reicht oft ein Klick auf einen manipulierten Link. Die Lücke in der BeyondTrust-Software ist besonders brisant: Das Programm wird von über 20.000 Kunden weltweit genutzt, darunter 75 Prozent der Fortune-100-Unternehmen. Etwa 11.000 Instanzen der Software waren online erreichbar – die meisten davon On-Premise-Installationen, die manuell gepatcht werden müssen.

Datenleaks zeigen die realen Konsequenzen

Die konkreten Auswirkungen solcher Sicherheitslücken offenbaren sich in einer Serie schwerer Datenpannen. Das Fintech-Unternehmen Figure Technology Solutions bestätigte diese Woche einen Datendiebstahl, nachdem die Hackergruppe ShinyHunters 2,5 Gigabyte sensibler Kundendaten veröffentlicht hatte. Namen, Adressen und Geburtsdaten waren betroffen. Der Angriff erfolgte durch Social Engineering gegen einen Mitarbeiter.

Gleichzeitig weiten sich die Folgen eines massiven Ransomware-Angriffs auf den US-Regierungsdienstleister Conduent aus. Inzwischen sind schätzungsweise über 25 Millionen Amerikaner betroffen. Gestohlene Sozialversicherungsnummern und medizinische Daten haben bereits zu Sammelklagen geführt. Die Vorfälle zeigen: Schwachstellen im digitalen Ökosystem können für Verbraucher verheerende Kettenreaktionen auslösen.

Ausblick: Mehr Regulierung und digitale Hygiene

Als Reaktion auf die wachsende Bedrohungslage gehen Regierungen in die Offensive. Australien führt ab dem 4. März 2026 verbindliche Cybersicherheits-Standards für die meisten IoT- und Smart-Geräte ein. Hersteller müssen dann universelle Standardpasswörter abschaffen und Meldewege für Sicherheitslücken bereitstellen.

Für Verbraucher und Unternehmen unterstreichen die jüngsten Warnungen die elementare Bedeutung digitaler Grundhygiene. Sicherheitsexperten raten zu automatischen Updates, Skepsis gegenüber unerwünschten Links und der Nutzung von Zwei-Faktor-Authentifizierung. In einer Zeit, in der Angreifer gezielt persönliche Geräte und ihre Verbindungssoftware ins Visier nehmen, bleiben Wachsamkeit und zeitnahe Updates die wirksamste Verteidigung.

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