SK Battery America entlässt 1000 Mitarbeiter in Georgia
07.03.2026 - 11:48:37 | boerse-global.deDie US-Elektroauto-Branche erlebt einen herben Rückschlag. Der südkoreanische Batteriehersteller SK On muss in seinem US-Werk in Georgia fast 1000 Stellen streichen. Grund sind die einbrechende Nachfrage nach E-Autos und strategische Kehrtwenden großer Autokonzerne.
Massenentlassungen in hochautomatisierter Gigafactory
Am Freitag, dem 6. März 2026, traf es 958 Beschäftigte: SK Battery America, die US-Tochter von SK On, meldete einen massiven Personalabbau in seiner Fabrik in Commerce, Georgia. Das entspricht etwa 37 Prozent der Belegschaft. Die betroffenen Mitarbeiter werden gemäß dem US-Arbeitsrecht bis zum 6. Mai 2026 weiter bezahlt.
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Die 2022 eröffnete Fabrik galt als Vorzeigeprojekt für Industrie 4.0. Mit einem Invest von 2,6 Milliarden Euro ausgestattet, setzte das Werk voll auf Robotik und künstliche Intelligenz für Logistik und Qualitätskontrolle. Doch die hochspezialisierten, automatisierten Fließbänder für Autobatterien sind unflexibel. Als die Aufträge ausblieben, half auch die modernste Technik nicht gegen die Entlassungswelle.
Ford-Ausstieg und Nachfrage-Einbruch als Hauptursache
Der direkte Auslöser für den drastischen Schritt ist ein strategischer Rückzug von Ford. Der US-Autoriese strich Ende 2025 die vollelektrische Version des F-150 Lightning aus seinem Programm – genau das Modell, für das die Fabrik in Georgia die Batteriezellen lieferte.
Dieser Schock ist symptomatisch für die gesamte Branche. Die Nachfrage nach E-Autos in den USA wächst weit langsamer als erhofft. Traditionelle Hersteller wie Ford stecken Milliardenverluste in der E-Mobilität ein und setzen nun wieder stärker auf hybride Antriebe und Verbrenner. Diese Kehrtwende in Detroit bringt die gesamte, auf Automatisierung getrimmte Batterielieferkette ins Wanken.
Politik dreht an der Bremse: Subventions-Stopp belastet Branche
Die wirtschaftlichen Probleme verschärfen sich durch einen Kurswechsel in Washington. Die US-Regierung strich im vergangenen Jahr den Kaufbonus von 7.500 Dollar für neue und gebrauchte Elektroautos. Zudem lockerte sie die strengen Abgas- und Verbrauchsstandards.
Diese politische Wende entfernt zentrale Anreize für die Autoindustrie, in saubere Fahrzeuge zu investieren. Die Folge: Die einst boomende „Battery Belt“-Region im Süden und Mittleren Westen der USA kühlt spürbar ab. Der demokratische Senator Jon Ossoff aus Georgia macht die Politik der Regierung direkt für die Jobverluste verantwortlich.
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Neustart mit Energiespeichern: Rettet die Robotik die Fabrik?
SK On sucht jetzt nach einem Ausweg aus der Krise. Das Unternehmen betont sein langfristiges Engagement in den USA, muss sich aber neu aufstellen. Ein Hoffnungsträger ist der Markt für großformatige Batteriespeicher (BESS).
Die Nachfrage nach Stromspeichern für Rechenzentren und das Stromnetz boomt. Können die automatisierten Fertigungsstraßen, die einst für Autobatterien gebaut wurden, auf die Produktion größerer Speichermodule umgerüstet werden? Diese technische Herausforderung wird zum Lackmustest für die Flexibilität der milliardenschweren Roboter-Infrastruktur. Gelingt der Wechsel, eröffnet sich ein lukratives neues Geschäftsfeld abseits des volatilen Automarkts.
Parallel liefert SK On weiter an andere Hersteller wie Volkswagen und Hyundai. Ein zweites Werk für Hyundai in Georgia soll noch im ersten Halbjahr 2026 anlaufen. Langfristig plant das Unternehmen weitere Fabriken, etwa in Tennessee für 2028. Die Zukunft der Gigafactories hängt nun davon ab, wie schnell ihre Roboter neue Produkte lernen.
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