SIPRI-Report, Europa

SIPRI-Report: Europa ist jetzt größter Waffenimporteur der Welt

10.03.2026 - 00:00:24 | boerse-global.de

Europas Waffenimporte stiegen laut SIPRI-Bericht um 210 Prozent, wodurch die Region zum weltweit größten Abnehmer aufstieg und die USA als Hauptexporteur profitierten.

SIPRI-Report: Europa ist jetzt größter Waffenimporteur der Welt - Foto: über boerse-global.de
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Der Ukraine-Krieg und die Angst vor Russland haben Europas Verteidigungsausgaben in nur fünf Jahren mehr als verdreifacht. Das zeigt der neue Jahresbericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI. Die Folge: Europa ist mit einem Drittel aller Waffenimporte zur weltweit wichtigsten Abnehmerregion aufgestiegen – und treibt so eine globale Aufrüstungswelle an.

Europäische Aufrüstung auf Rekordniveau

Die Zahlen sind drastisch: Zwischen 2021 und 2025 haben europäische Staaten ihre Waffenimporte im Vergleich zur vorherigen Fünfjahresperiode um 210 Prozent gesteigert. Ihr Anteil am globalen Geschäft sprang von 12 auf 33 Prozent. Hauptgrund ist der Krieg in der Ukraine, der allein 9,7 Prozent der weltweiten Lieferungen verschlang. Dahinter folgen Polen und Großbritannien als größte Abnehmer.

Doch es geht nicht nur um die Ukraine. „Viele andere europäische Nationen haben aggressiv Waffen gehortet, um ihre Militärfähigkeiten angesichts wachsender Bedrohungen zu stärken“, so SIPRI-Programmdirektoren. Der Druck zur Modernisierung wird durch die NATO-Verpflichtung zu höheren Verteidigungsausgaben noch verstärkt. Europa ist damit zum Hauptwachstumstreiber für die internationale Rüstungsindustrie geworden.

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USA profitieren massiv von europäischer Nachfrage

Der europäische Bedarf beschert der amerikanischen Rüstungsindustrie ein Milliardengeschäft. Die USA festigten ihre Exportdominanz: Ihr Anteil an den globalen Waffenlieferungen stieg von 36 auf 42 Prozent. Die Ausfuhren in die USA wuchsen insgesamt um 27 Prozent – doch die Lieferungen speziell nach Europa schossen um 217 Prozent in die Höhe.

Erstmals seit zwei Jahrzehnten ging der größte Teil amerikanischer Waffenexporte nach Europa (38 Prozent) und nicht in den Nahen Osten (33 Prozent). Besonders gefragt: US-Kampfflugzeuge und Langstrecken-Luftabwehrsysteme. Trotz aller Diskussionen über europäische strategische Autonomie bleibt die Abhängigkeit von hochentwickelter US-Technologie ein Grundpfeiler der aktuellen Sicherheitsvorkehrungen.

Lieferanten-Diversifikation und der Absturz Russlands

Die europäischen Einkäufer diversifizieren jedoch vorsichtig. NATO-Staaten in Europa reduzierten ihre Abhängigkeit von den USA von 64 auf 58 Prozent. Als alternative Lieferanten gewinnen Südkorea und Israel an Bedeutung.

Traditionelle europäische Rüstungsexporteure zeigen ein gemischtes Bild. Frankreich behauptet sich als zweitgrößter Waffenexporteur der Welt (9,8 Prozent Marktanteil), liefert aber vorwiegend nach Indien, Ägypten und Griechenland. Deutschland verdrängte China und stieg zum viertgrößten Exporteur auf (5,7 Prozent Anteil) – maßgeblich getrieben durch Militärhilfen für die Ukraine.

Der dramatischste Wandel betrifft Russland. Seine Waffenexporte brachen um 64 Prozent ein. Sein globaler Marktanteil schrumpfte auf nur noch 6,8 Prozent, womit das Land auf Rang drei abrutscht. Die verbleibenden Lieferungen gehen fast ausschließlich nach Indien, China und Belarus. Grund sind der immense Eigenbedarf des russischen Militärs und internationale Sanktionen, die traditionelle Käumer abschrecken.

Globale Ungleichgewichte und die Zukunft des Marktes

Während Europa aufrüstet, gehen die Importe in anderen Weltregionen zurück: In Afrika um 41 Prozent, in Asien und Ozeanien um 20 Prozent und im Nahen Osten um 13 Prozent. Das enorme europäische Volumen treibt die globale Bilanz dennoch nach oben.

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Die aktuelle Dynamik wird sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern bis weit in die zweite Hälfte der 2020er Jahre fortsetzen. Die Modernisierung der Luftstreitkräfte mit Kampfjets der fünften Generation und der Aufbau mehrschichtiger Raketenabwehrsysteme sichern hohe Importvolumen. Zudem müssen die geleerten Munitions- und Gerätedepots der NATO-Staaten wieder aufgefüllt werden.

Langfristig könnte die europäische Rüstungsindustrie durch neue, staatlich geförderte Produktionsstätten Marktanteile zurückgewinnen. Doch bis eine echte strategische Autonomie und Unabhängigkeit von externen Lieferanten erreicht ist, dürften noch Jahrzehnte vergehen. Bis dahin bleibt Europa der zentrale Motor des globalen Waffenhandels.

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