Singapurs Milliarden-Investition setzt auf menschliche Intelligenz
30.01.2026 - 05:30:11Singapur investiert über eine Milliarde Euro in KI-Forschung und stellt den Menschen in den Mittelpunkt seiner Strategie. Statt nur auf technische Expertise setzt der Stadtstaat nun auf kritisches Denken und ethische Urteilsfähigkeit.
Die Regierung gab in der vergangenen Woche zwei wegweisende Initiativen bekannt. Am 24. Januar stellte Digitalministerin Josephine Teo den Plan vor, zwischen 2025 und 2030 mehr als eine Milliarde Singapur-Dollar (rund 700 Millionen Euro) in den nationalen KI-Forschungsplan NAIRD zu pumpen. Dies flankiert die aktualisierte Nationale KI-Strategie 2.0, mit der Singapur zum globalen KI-Hub aufsteigen will. Bereits am 22. Januar hatte die Medienbehörde IMDA das weltweit erste Governance-Framework für Agentic AI vorgestellt – Richtlinien für KI-Systeme, die autonom handeln können.
Die massive Investition soll Singapurs öffentliche KI-Forschung stärken und tiefes technisches Know-how im Land verankern. Das Geld fließt in Grundlagenforschung, angewandte Projekte und die Talententwicklung. Kernziel der Strategie 2.0 ist es, die Zahl der KI-Experten im Land auf 15.000 zu verdreifachen.
Singapur verfolgt dabei einen besonderen Ansatz. „KI-Training ist extrem ressourcenintensiv“, erklärte Ministerin Teo. Angesichts begrenzter Flächen- und Energieressourcen konzentriert sich die Forschung auf effiziente und verantwortungsvolle KI-Systeme. Es gehe nicht darum, mit Tech-Giganten bei der Größe der Modelle zu konkurrieren, sondern um nachhaltige Entwicklung. Diese erfordere eine Belegschaft, die in der Lage ist, systemisch und nuancenreich zu denken.
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Neues Regelwerk betont menschliche Verantwortung
Das neue Governance-Framework der IMDA unterstreicht den Shift hin zu menschenzentrierter KI. Es bietet Leitlinien für den Einsatz autonomer KI-Agenten – Systeme, die eigenständig handeln und schlussfolgern können. Das Rahmenwerk adressiert die neuen Risiken, die mit dieser Autonomie einhergehen.
Vier Dimensionen sind zentral: Risikobewertung, technische Kontrollen, Nutzerverantwortung und – entscheidend – menschliche Rechenschaftspflicht. Trotz der Autonomie der KI liegt die letzte Verantwortung beim Menschen. Das erfordert Fachkräfte, die KI-Ergebnisse kritisch hinterfragen, ihre Grenzen verstehen und effektiv eingreifen können. Es geht um aktives Management, nicht um bloße Ausführung.
Der Aufbau einer „KI-bilingualen“ Belegschaft
Die Diskussionen in Singapur drehen sich zunehmend um die richtige Denkweise. Ziel ist eine „bilinguale“ KI-Talentbasis: Professionelle, die tiefes Domänenwissen mit einem Verständnis für KI-Möglichkeiten und -Grenzen verbinden. Die Regierung will Menschen helfen, KI effektiv als „Teammitglied“ einzusetzen, so Teo.
Neue Trainingsinitiativen setzen dies um. Die NTUC LearningHub hat eine Akademie für Führungskräfte gestartet, die „Soft Skills“ wie Urteilsvermögen und emotionale Intelligenz fördert. Die Nachfrage nach KI-Kenntnissen hat sich seit 2022 mehr als verdoppelt. Doch das Gespräch weitet sich nun auf die kognitiven und kooperativen Fähigkeiten aus, die für den effektiven Einsatz dieser Kenntnisse nötig sind.
Strategie für langfristige Souveränität
Singapurs Doppelstrategie aus milliardenschwerer Forschungsförderung und menschenzentrierter Governance zielt auf langfristige KI-Souveränität ab. Die Investition in öffentliche Forschung soll Spitzentalente binden und maßgeschneiderte Kompetenzen aufbauen. Die Betonung der Mindset-Frage ist eine pragmatische Erkenntnis: Technologie allein ist kein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.
Die Nationale KI-Strategie 2.0 ist ein Blaupause für die gesellschaftliche Anpassung. Indem Singapur Arbeitnehmer darauf vorbereitet, mit KI zu führen – und sie nicht nur zu nutzen –, will der Stadtstaat sicherstellen, dass Automatisierung hochwertigere Jobs schafft. Der Ansatz soll Ängste vor Jobverlusten mindern, indem er Beschäftigte befähigt, KI-Tools zu orchestrieren und sich auf menschliche Stärken wie Strategie und Empathie zu konzentrieren.
Ausblick: Vom KI-Nutzer zum KI-Kollaborateur
Die nächste Phase wird diese Prinzipien tiefer in Bildungs- und Unternehmensprogramme integrieren. Der Erfolg wird nicht an der Zahl der Programmierer gemessen, sondern an der Fähigkeit der gesamten Belegschaft, mit KI zu innovieren. Durch lebenslanges Lernen, kritisches Hinterfragen und verantwortungsvolles Management positioniert Singapur seine Menschen als aktive Architekten der KI-Zukunft.
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