Singapur, Wachstumsprognose

Singapur hebt Wachstumsprognose dank KI-Boom deutlich an

10.02.2026 - 02:01:12

Singapurs Regierung korrigiert ihre Wirtschaftsprognose für 2026 nach oben. Der globale KI-Investitionszyklus befeuert die Exporte, während der Binnenkonsum sich nur langsam erholt.

Singapur rechnet 2026 mit deutlich stärkerem Wirtschaftswachstum. Grund ist der weltweite KI-Boom, der die Nachfrage nach Elektronik und Halbleitern antreibt. Das Handelsministerium korrigierte seine Prognose heute von 1-3% auf 2-4% nach oben.

KI-Investitionen befeuern Exportmaschine

Der Aufschwung hat einen klaren Treiber: künstliche Intelligenz. Das Ministerium für Handel und Industrie (MTI) begründet die optimistischere Prognose mit dem anhaltenden globalen KI-Investitionszyklus. Die weltweite Nachfrage nach KI-Chips und Rechenzentrumskomponenten schaffe eine „robuste“ externe Nachfrage. Diese gleiche Schwächen in anderen Wirtschaftsbereichen aus.

Die Zahlen belegen den Trend. Singapurs verarbeitendes Gewerbe, insbesondere die Elektronikbranche, war Ende 2025 der Wachstumsmotor. Der Bereich expandierte stark durch Aufträge für Halbleiter in KI-Anwendungen. Im vierten Quartal 2025 wuchs die Wirtschaft im Jahresvergleich um 6,9% – ein deutlicher Sprung gegenüber 4,6% im Vorquartal. Auch der Großhandel mit Maschinen und Ausrüstung profitierte.

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Milliarden-Investitionen in KI-Forschung

Die verbesserte Aussicht wird durch massive staatliche Investitionen untermauert. Ende Januar kündigte das Digitalministerium (MDDI) über eine Milliarde Singapur-Dollar (rund 700 Millionen Euro) für den nationalen KI-Forschungsplan bis 2030 an.

Die Mittel sollen öffentliche Forschungskapazitäten stärken und Talente fördern. Sie fließen in drei Bereiche: Grundlagenforschung, angewandte KI-Lösungen und die Ausbildung von Fachkräften. Analysten sehen darin eine strategische Weichenstellung. Langfristige politische Zusagen schaffen einen Kreislauf, in dem öffentliche Investitionen privates Kapital anziehen und das Ökosystem stabilisieren.

Globale Handelsturbulenzen trotz Aufschwung

Doch der Weg ist nicht frei von Hindernissen. Das MTI warnt vor einer „Zweiklassengesellschaft“ in der Weltwirtschaft. Während der KI-Handel floriere, kämpften andere Sektoren mit steigendem Protektionismus.

Die Analyse des Ministeriums zeigt: Der globale Handel blieb trotz US-Zöllen widerstandsfähig. Die effektiven Zollsätze liegen demnach unter den ursprünglich angekündigten, und Lieferketten haben sich durch Handelsumlenkung angepasst. Expansive Fiskalpolitik in den USA, Deutschland und Japan sowie lockere Finanzbedingungen stützen das globale Wachstum zusätzlich. Die Aussichten für Singapurs Haupthandelspartner haben sich seit November 2025 leicht verbessert.

Ungleiche Erholung im Inland

Die Erholung verläuft im Inland ungleichmäßig. Während Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 2025 breit zulegten, hatten konsumnahe Branchen Probleme. Der Lebensmittel- und Getränkesektor schrumpfte – bedingt durch geänderte Konsumgewohnheiten und rückläufige Restaurantumsätze.

Bereinigt um saisonale Effekte wuchs die Wirtschaft im vierten Quartal 2025 gegenüber dem Vorquartal um 2,1%. Das ist etwas weniger als die 2,6% im dritten Quartal. Die Zahlen deuten an: Während der Exportmotor auf Hochtouren läuft, stabilisiert sich der Binnenkonsum erst allmählich.

Ökonomen erwarten, dass sich die Schere zwischen exportorientierter Industrie und Dienstleistungen schließt, sobald die Wohlstandseffekte des Exportbooms in der Breite ankommen. Mit der neuen Prognose von 2-4% sendet Singapur ein klares Signal: Die KI-Revolution wird nicht als kurzfristiger Trend, sondern als struktureller Wandel betrachtet, der die Wirtschaft dieses Jahr tragen soll.

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