Silberpreis, Spot-Silber

Silberpreis stabilisiert sich nach starkem Rückgang: Spot-Preis bei rund 73 US-Dollar trotz geopolitischer Spannungen

07.04.2026 - 09:51:06 | ad-hoc-news.de

Der Silberpreis hat sich nach einem dramatischen Rückgang von über 120 US-Dollar auf etwa 73 US-Dollar pro Unze stabilisiert. Geopolitische Risiken im Nahen Osten und steigende US-Renditen drücken den Markt, während ein strukturelles Angebotdefizit langfristig stützt. Für europäische Investoren relevant: Der Euro-Silberpreis notiert bei ca. 63 Euro.

Silberpreis, Spot-Silber, Silbermarkt - Foto: THN

Der Spot-Silberpreis bewegt sich derzeit bei etwa 73 US-Dollar pro Feinunze und zeigt erste Stabilisierungssignale nach einem scharfen Rückgang von Höchstständen über 120 US-Dollar. Dieser Entwicklung liegt eine Mischung aus geopolitischen Spannungen im Nahen Osten, steigenden US-Anleiherenditen und einem starken US-Dollar zugrunde, die den Preis belasten. Trotz anhaltendem Marktdefizit zwischen Angebot und Nachfrage wittern Anleger nun potenzielle Einstiegschancen.

Stand: Dienstag, 7. April 2026, 08:50 Uhr MESZ (Europe/Berlin)

Aktuelle Preisentwicklung: Von Rekordhoch zum Korrekturtief

Der Silberpreis erlebte zu Beginn 2026 eine beeindruckende Rallye. Am 29. Januar 2026 erreichte der Spot-Preis ein Rekordhoch von 121,67 US-Dollar pro Unze, getrieben von Inflationserwartungen, sinkenden Zinsen und hoher Investmentnachfrage. Bereits am Folgetag kam es zu einem abrupten Sturz auf 85,18 US-Dollar. Seither hat sich der Preis weiter abgekühlt und notiert nun bei rund 73 US-Dollar, wie Charts von finanzen.net zeigen (73,07 USD, +0,34%). Andere Quellen berichten von 72,82 USD (-0,27%) oder 72,50 USD. Diese Divergenzen spiegeln die hohe Volatilität wider, die für Silber typisch ist.

Im Vergleich zum COMEX/CME-Futures-Markt, wo Front-Monat-Kontrakte ähnliche Niveaus erreichen, bleibt der LBMA-Spot-Preis der Referenzpunkt für physische Lieferungen. Die Gold-Silber-Ratio liegt bei etwa 64, was auf eine relative Unterperformance von Silber hinweist. Für DACH-Investoren übersetzt sich das in einen Euro-Preis von ca. 63 Euro pro Unze.

Geopolitische Spannungen als Hauptdrücker

Die aktuelle Korrektur steht im Kontext esklierender Konflikte im Nahen und Mittleren Osten. Trumps Drohungen gegen den Iran haben Ölpreise in die Höhe getrieben und Inflationsängste geschürt, was US-Renditen auf 4,27-4,40% für 10-jährige Treasuries trieb. Silber, als Industrie- und Wertmetall, reagiert empfindlich auf solche Risiken: Höhere Energiepreise belasten die industrielle Nachfrage, während Risikoaversion Investoren zu Gold statt Silber treibt.

Seit Konfliktbeginn verlor Silber über 20% Wert, trotz strukturellem Defizit. Berichte über Waffenstillstandsverhandlungen (45 Tage) könnten einen Wendepunkt darstellen: Eine Entspannung würde Ölpreise dämpfen, Zinssenkungserwartungen stärken und Silber entlasten. Ohne Deeskalation bleibt der Preis unter Druck.

Fundamentals: Defizit stützt langfristig

Trotz kurzfristiger Makro-Druckfaktoren untermauern starke Fundamentals den Silbermarkt. Ein anhaltendes Angebotdefizit – durch hohe industrielle Nachfrage, insbesondere aus dem Solarsektor – spricht für höhere Preise. Silberverbrauch in Photovoltaik-Anlagen ist explodiert, da Übergang zu erneuerbaren Energien beschleunigt wird. Recycling reicht nicht aus, um das Defizit auszugleichen.

Experten wie BlackRock und J.P. Morgan prognostizieren einen Anstieg auf 80 USD bis Ende 2026 und 100 USD bis 2030, gestützt auf diese Trends. Der Preis verdoppelte sich seit Anfang 2025 von 30 USD auf über 79 USD Anfang 2026. Charttechnisch liegt Silber zwischen gleitenden Durchschnitten: Widerstände bei 78 USD (50-Tage) und 74 USD (100-Tage), Unterstützung bei 63 USD (200-Tage). Ein Ausbruch über 80 USD signalisierte Trendwende.

Makro-Faktoren: US-Dollar und Renditen im Fokus

Der starke US-Dollar – gestützt durch Zinserwartungen – belastet Rohstoffe wie Silber, das in USD gehandelt wird. Steigende Renditen machen nullverzinsliche Metalle unattraktiv. Europäische Investoren spüren dies verstärkt durch den schwachen Euro. Dennoch: Sinkende EZB-Zinsen könnten den Euro-Silberpreis stützen und physische Nachfrage in DACH-Ländern ankurbeln, wo Industrie (z.B. Elektronik, Auto) Silber verbraucht.

ETF-Flows zeigen gemischte Signale: Während Investmentnachfrage nachließ, wächst industrieller Absatz. Positioning-Daten vom COMEX deuten auf reduzierte Long-Positionen hin, was Raum für Erholung schafft.

Ausblick und Chancen für Anleger

Kurzfristig dominieren Risiken: Weitere Eskalation im Nahen Osten könnte den Preis unter 70 USD drücken. Positiv: Stabilisierung über 72 USD und Waffenstillstand-Nachrichten. Langfristig überwiegen Chancen durch Defizit und Grüne Transformation. Anleger sollten Volatilität beachten – Silber schwankt stärker als Gold.

Für DACH-Perspektive: Physisches Silber (Münzen, Barren) gewinnt an Popularität als Einstieg. ETCs und Futures bieten Hebel, bergen aber Risiken. Ein Korridor von 70-80 USD ist denkbar.

Risiken und technische Marken

Wichtige Level: Unterstützung bei 63-70 USD, Widerstand 78-80 USD. Die 200-Tage-Linie bei 63 USD ist entscheidend. Bei Verletzung droht Test von 59 USD. Bullish: Breakout über 80 USD.

Europäische Relevanz: Schwächerer Euro macht Importe teurer, boostet aber lokale Nachfrage. ECB-Politik könnte indirekt wirken, da niedrigere Zinsen Rohstoffe favorisieren.

Weiterführende Quellen

Disclaimer: Keine Anlageberatung. Rohstoffe und Finanzinstrumente sind volatil.

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